188
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1901.
Notizen.
1. Ueber Labuan erhält die Seewarte von Rickmers Reismühlen,
Rhederei und Schiffbau A,-G., aus Bremerhaven unterm 1. September d. J. den
nachstehenden Auszug aus dem Bericht des Kapt. Rebbelmund vom Dampfer
„Schantung“: „In Labuan mufsten wir fünf Tage auf 230 t Kohlen warten. Da
der Betrieb der Kohlenminen dort noch ziemlich primitiv ist und der einzige
fertige Schacht voll Wasser war (die Pumpen waren zur Reparatur in Singapore),
so war man heute, ganz wie früher, auf den oberen Abbau der Kohle angewiesen.
Da ich nur noch 8 t Kohlen an Bord hatte, mufste ich wohl oder übel warten,
weil auch noch zwei Schiffe dort waren, die vor mir die Kohlen telegraphisch
bestellt hatten. Nach Aussage des Betriebsführers kann man bei vollem Betriebe
300 t und nach Fertigstellung des neuen Schachtes, der ganz modern wird, 700 t
den Tag fördern. Vorläufig rathe ich jedoch, ohne vorherige telegraphische An-
frage kein Schiff nach Labuan zu dem Zwecke zu schicken.“
2. Zur Lage der Gilbert-Inseln bringt das meteorologische Journal
des Schiffes „Neptun“, Kapt. 0. Kessler, unter dem 20. März 1900 einige Be-
merkungen, denen Folgendes entnommen wird: Wir segelten von 5*a an längs
des festen Westriffes der Insel Nonuti südwärts nach der Durchfahrt im Riffe,
die die Einfahrt zur Lagune bildet.
Vor der ganzen Westseite des festen Riffes dehnt sich noch ein tiefer
liegendes Riff aus, dessen Kante im Norden und Süden etwa 1 Sm, in der Mitte
jedoch 5 bis 6 Sm weit von der festen Riffkante entfernt liegt. Auf diesem Riffe
giebt es viele kleine Klippen und flache Stellen, auf denen die See brandet, sobald
nur etwas Seegang steht.
Als wir uns auf diesem Riffe in 4 Sm Abstand westlich von der allein
liegenden Insel Nomado befanden, lotheten wir 3 bis 7 Faden (5,5 bis 13 m)
Wasser. Der Ausläufer des Riffes ist in diesem Abstande 3'/2 Sm breit. Bei
gutem Ausguck von oben kann man über dieses Riff hinwegsegeln, wenn man die
vielen kleinen darauf liegenden Steine meidet, was für ein Segelschiff allerdings
schwierig ist. Dagegen kann man selbst bei westlichem Winde auch mit grofsen
Schiffen an der ganzen Westseite auf 7 bis 10 Faden (13 bis 18 m) Wassertiefe
mit der gröfsten Sicherheit ankern.
Der Kurs von diesem Riffe bis zur Einfahrt ist mw. S0Oz0*!/20. Man
findet letztere am besten, wenn man die auf dem festen Riffe liegende Sand-
bank in NOzN-Peilung bringt oder die Oeffnung zwischen der Nord- und Süd-
insel beim Dorfe Mattang in Nordostpeilung hält, bis man in die erstgenannte
Peilung kommt, und dann direkt auf die Sandinsel zusteuert. Von dieser an
muß man den Weg zwischen den Steinen hindurch selbst suchen.
Südlich von der Einfahrt ist auf dem Riffe eine Bake errichtet, und auf
dem Riffe sind zwei Tonnen ausgelegt worden. Diese bilden zwar gute See-
zeichen, jedoch kann man sich darauf nicht unbedingt verlassen, da die Bake
schon öfter fortgespült und die Tonnen gesunken sind.
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen
Seewarte im Monat Februar 1901.
I. Von Schiffen der Kaiserlichen Marine.
S. M. Schiff und Fahrzeug.
‚Odin‘, Kommandanten Korv.-Kants. Gercke, Walther und Wilde, In Nord- und Ostse”.
1898. VII. 26. — 1900. IX. 8.
2. Von Kauffahrteischiffen.
a. Segelschiffe.
1. Vollsch. „Ostara**, 1830 R.-T, Hbg., W, Thöm., Lizard— Chile—14,2° N-Br und 30,3° W-Lyg.
1900, III. 1. Lizard ab. 1900. VI. 23. Tocopilla ab.
III. 24. Aequator in26,2°W-Lg 23Tge, | „ VIL23. Kap Horn. . . . , 30Tge,
{V. 27. Kap Horn in 57,6° S-Br 344 „ » VII 27, Aequator in25,8°W-Lg 35
V.19. Tocopilla an. ... 22 , IX. 7. 14,2° N-Br und 30,3
Lizard—Tocopilla . . 79 W-Lzan, .... 1,
Tocopilla —14,2° N-Br
and 30,3° W-Lg. . . 7176 „4