Schott: Elektrische Tiefenthermometer.
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Man wird aber doch das Telephon nicht vollständig stumm machen können, man
erkennt aber die Einstellung an einer Veränderung in der Klangfarbe des
Lautes, welchen das Telephon giebt, und diese Veränderung ist so charakteristisch,
dafs es eben so leicht und sicher ist, darauf einzustellen, wie auf ein gewöhn-
liches Lautminimum.
Die Widerstandsgefäfse. Wenn das Widerstandsgefäfßs, das zur Be-
stimmung des Salzgehaltes des Meerwassers dient, durch das Wasser gezogen
wird, muß Letzteres frei durchströmen können, damit das Widerstandsgefäfs zu
Fa 3 jeder Zeit diejenige Sorte von Wasser enthalten
W kann, welches dasselbe umgiebt. Fig, 3 zeigt das
Widerstandsgefäßs in !/s natürlicher Größe, wie es
benutzt wurde. Dasselbe besteht aus zwei ganz
gleichen Glasröhren, die in der Mitte eine Aus-
weitung haben, in welcher die cylindrisch geformte
Platinelektrode angebracht ist. Aus der Figur sieht
man, dafs jede der Röhren aus zweien gebildet ist,
von welchen die eine a sich in ein weiteres gleich-
falls cylindrisches Rohr b fortsetzt. Dieses weitere
Rohr dient zur Aufnahme der Elektrode e; ist diese
angebracht, so wird das Rohr c mit Hülfe des
Kautschukpfropfens d festgesetzt, und der übrige
Zwischenraum zwischen den Röhren b und c wird
mit einer plastischen Mischung von Harz und vene-
tianischem Terpentin gefüllt. Diese Mischung hat
den Vortheil, durchsichtig zu sein, und dient zum
Isoliren der Löthstelle zwischen der Kabelleitung
and dem Stück Platindraht, auf welchem die Elek-
trode befestigt ist. Damit die plastische Masse nicht
auslaufen kann, selbst wenn dieselbe zufällig recht
warm werden sollte, ist dieselbe mit einer dünnen
Schicht Gips bedeckt. —
Da die Elektrolyten im Vergleich zu den
Metallen einen grofsen Temperatur-Koefficienten für
den elektrischen Widerstand haben, lag es nahe,
einen Elektrolyien zur Temperaturmessung zu
benutzen, indem natürlich dafür gesorgt wurde, dem
Widerstandsgefäfs eine solche Form zu geben, dals
die Flüssigkeit, welche dasselbe enthielt, die Tempe-
ratur der Umgebung rasch annehmen konnte. Das Widerstandsgefäfs bestand
aus einem dünnwandigen Glasrohr (Fig. 4, in '/s natürlicher Gröfse). Die
scheibenförmigen Elektroden waren durch den Kautschukpfropfen aa ein-
gesetzt, und die Löthstellen waren auf dieselbe Weise geschützt wie in
dem vorher besprochenen Widerstandsgefäfßs. Im Raume zwischen den Elek-
troden war ein an dem einen Ende geschlossenes Glasrohr b angebracht, im
Uebrigen ist dieser ganze Raum mit einer Lösung von etwa 10°% Chlorammonium
und etwas Sublimat gefüllt. Das Rohr b bewirkt indessen, dafs nur die dünnere
Schicht der Elektrolyten, welche sich zwischen b und dem äufseren Rohr befindet,
die Elektrieität leitet und daher der Temperatureinwirkung eine grofse Fläche
von geringer Dicke darbietet. Welche Stellung das Rohr b einnimmt, ist gleich-
gültig, wenn es nur nicht auf die Elektrode herabfällt und diese zudeckt.
Man kann es am leichtesten dadurch auf seinem Platz halten, wenn die
Auflösung mit 10% Gelatine steif gemacht wird, und dadurch erzielt man zu-
gleich einen zweiten, noch größeren Vortheil. Denn es ist schwer ganz zu ver-
hindern, daß etwas Schmutz, Schmelztropfen, Platinschwarz und ähnliche Sachen
in die Auflösung kommen, und wenn dies sich dann auf verschiedene Weise im
äufseren engen Raum zwischen den Glasröhren lagert, kann es Veranlassung zu
Aenderungen im Widerstand geben.
Fig.
2, Die Ausführung der Messungen und die Berechnung der Resultate.
Bei den Messungen an Bord versenkt der Gehülfe die Widerstandsgefäfse
ins Wasser: wenn sie gerade unter der Wasseroberfläche sind, liest der Beob-