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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Schott: Elektrische Tiefenthermometer. 
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benutzt wurden, eins zur Messung der Temperatur und eins zu derjenigen des 
Salzgehaltes, mußte das Kabel aus drei Leitungsdrähten bestehen. Jeder dieser 
Drähte war aus 61 dünnen Metalldrähten gemacht, die zusammen einen Quer- 
schnitt von 0,006 Quadratzoll hatten und mit reinem vulkanisirten Kautschuk 
isolirt waren. Die drei Leitungen wurden zusammengeklebt und das Ganze mit 
zwei Schichten präparirten Hanfgeflechtes übersponnen. Das ganze Kabel bekam 
zo einen Querschnitt von etwa I qem Durchmesser, die Länge war etwa 200 m; 
dasselbe war von „Callenders Cable & Construction Company“ in London ge- 
liefert und zeigte sich hinsichtlich der Stärke und Isolirung vorzüglich. Die 
zwei Widerstandsgefäfse, welche ins Wasser hinuntergesenkt werden sollten, 
waren in einem Schutzrohr von Messing von etwa 35cm Länge und 8,5 cm Weite 
angebracht, welches an der Ueberspinnung des Kabels befestigt war. Von den 
drei Leitungsdrähten wurde der eine zu beiden Widerstandsgefäfsen verzweigt, 
während die beiden anderen jeder zu seinem Widerstandsgefäfs geführt wurden. 
Die Leitungsdrähte im Kabel verbanden so die Widerstandsgefälse mit einem an 
der Kabeltrommel angebrachten Umschalter, welcher mit den oben besprochenen 
Gleitkontakten in Verbindung war. Man braucht nur den Umschalter zu drehen, 
um von der Temperaturmessung zur Salzgehaltsmessung überzugehen und um- 
gekehrt. 
Der Kondensator. Da der Widerstand des Kabels, welcher sich mit 
der Temperatur ändert, nicht zu grofsen Einflufs auf die gemessenen Widerstände 
bekommen darf, sowie um die Gröfse der Elektroden der Widerstandsgefäßse in 
passenden Grenzen zu halten, war es nothwendig, dafs die Widerstände, welche 
yemessen werden ‘Sollten, mindestens von der Gröfsenordnung von 1000 Ohm 
wurden. Mit solchen grofsen. Widerständen wird der Spannungsunterschied 
zwischen den Leitungen des Kabels ein recht bedeutender werden können, und 
da die Kapacität nicht gering ist (etwa 0,01 Mikrofarad), ist der Ladungsstrom 
des Kabels so bedeutend, dafs, selbst wenn der Kontakt so auf dem Mefsdraht 
angebracht ist, daß Proportionalität zwischen den Widerständen in den zwei 
Stücken des Mefsdrahtes auf der einen Seite und dem Vergleichswiderstand und 
dem unbekannten Widerstand auf der anderen Seite besteht, das Telephon zwar 
einen Laut geben wird, aber das Lautminimum wird so wenig ausgeprägt sein, 
dafs der Einstellungsfehler etwa 10% werden wird. Um diesem abzuhelfen, mufs 
der Einfluß der Kapacität des Kabels da- 
durch aufgehoben werden, dafs eine Kapacität 
von passender Gröfse parallel mit dem Ver- 
yleichswiderstand eingeschaltet wird. Wie 
grofs diese Kapacität sein soll, kann man 
durch nachfolgende Betrachtung finden. 
Fig. 2 stellt die: Wheatstonesche 
Drahtkombination mit den Widerständen r,, 
r2, R, und R,, sowie die Kapacitäten C, 
und C, so angeordnet vor, wie die Figur 
zeigt.. Die Bedingung dafür, dafs das Telephon 
keinen Laut geben soll, wenn der Wechsel- 
strom durch den Apparat gesandt wird, ist, dafs der Spannungsunterschied e 
zwischen den Endpunkten von r, gleich ist dem Spannungsunterschied zwischen 
den Endpunkten von r,, woraus folgt, dafs der Spannungsunterschied E zwischen 
den Endpunkten von R, gleich ist dem Spannungsunterschied zwischen den End- 
punkten von R,. 
Von der Elektricitätsmenge i,, welche in der Zeiteinheit den Widerstand 
r, durchflielst, geht ein Theil durch den Widerstand R,, während der Rest mit 
zur Ladung des Kondensators mit der Kapacität C, dient. Die Elektricitäts- 
menge, welche im Kondensator in der Zeiteinheit aufgehäuft wird, ist C,- SE 
indem der Spannungsunterschied im Zeitelement dt um dE vermehrt wird. Die 
Elektricitätsmenge, welche in der Zeiteinheit durch R, strömt, ist infolge des 
Ohmechen Geseizes ze, und gleichfalls Ast i, =. 
R., r 
Pa
	        
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