1792
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1901.
Tiefe in Metern. .........4
1,8 | 18,2 | 45,7 | 68,6 | 91.4 | 114,3 | 137,2 | 182,9 | 227,6
I. t°C. Quecksilber-Therm. ..
—15.—16—161—161—15 —131—06' +03 +06
Il. t°C. Elektr. Therm.. ....
—16|— 22] 27] 31! 20 — 3a — 251 — 16 — 16
Korrektionen von II gegenI ..
[O1 +06 HI 15 +14 +18|4+19 +19 +22
Aus den Korrektionen geht wohl mit Sicherheit hervor, dafs mit wachsender
Tiefe, bezw. zunehmender Kabellänge gleichmäfsig zunehmende Differenzen der
beiden Instrumente vorliegen, also ein konstanter Fehler vorliegt, der nach Lage
der Sache durchaus nur in dem elektrischen Apparat zu suchen ist; dabei wird
yanz davon abgesehen, dals Wassertemperaturen von — 3,1° C. auch aus polaren
Meeren in tieferen Schichten im Widerspruch mit sonstigen Messungen stehen,
und eine Verkleinerung der den Widerstandsmessungen zu Grunde gelegten
Konstante mit Rücksicht auf die Oberflächentemperatur unthunlich ist.
Die Natur dieses Fehlers ist bisher nicht aufgeklärt; wahrscheinlich sind
Isolirungsmängel schuld. Aus alledem und den oben mitgetheilten sonstigen
Schwierigkeiten erklärt sich der Mifserfolg dieser Einrichtung an Bord; es bleibt
abzuwarten, ob demnächst anzustellende Versuche, welche mit eben diesem Apparat
durch Siemens & Halske geplant sind, Aufklärung bringen und genügen, um
später auf See unter ganz anderen Verhältnissen wirklich sichere Arbeit zu
gewährleisten.
II. Der Apparat von Martin Knudsen.
Die nachstehenden Zeilen sind in der Hauptsache eine Uebersetzung
einer von Knudsen vor Kurzem herausgegebenen Schrift, die betitelt ist
„Maaling af Havvandets Temperatur og Saltholdighed ved Hjaelp af elektrisk
Telefonbro“ und das 3. Heft des II. Bandes der dänischen „Berichte der Kommission
zur wissenschaftlichen Untersuchung der dänischen Fahrwasser“ (Kopenhagen 1900)
bildet. Für die Erlaubnifs, diese interessante Arbeit hier zum Abdruck bringen
zu können, sagen wir dem Autor auch hierdurch verbindlichen Dank.
Der u. A. durch seine vorzüglichen Meeresuntersuchungen während der
„Ingolf“ - Expedition der Jahre 1895/96 verdienstvolle Forscher hat 1898 im
Auftrage der oben genannten Kommission einen Apparat gefertigt, der gestatten
soll, Temperatur und Salzgehalt des Meerwassers zu bestimmen, ohne dafs man
eine Wasserprobe entnimmt oder das Thermometer aus dem Wasser zieht zur
Ablesung. Die Methode besteht in der unmittelbaren Messung des specifischen
elektrischen Leitungswiderstandes des Meerwassers und gleichzeitiger Messuug
des elektrischen Widerstandes eines Bolometer. Nach mancherlei Vorversuchen
wurde im August 1900 von einem Segelboote aus in längerer Fahrt eine kleine
Expedition zur praktischen Erprobung durchgeführt.
i. Die Einrichtung der Apparate,
Telephonbrücke mit Zubehör. Zur Messung der elektrischen Wider-
stände ist eine Telephonbrücke von Kohlrausch in Walzenform verwendet
worden, welche von Hartmann & Braun in Frankfurt a. M. (Preiskourant 1894,
No. 389) geliefert wurde. Der elektrische Strom wurde von einem einzigen
Akkumulatorenelement hervorgebracht und transformirt in einer kleinen Induktions-
rolle, die mit Neefschem Hammer versehen war. Akkumulator und Induktions-
rolle wurden in einem Schrank in der Kajüte des Bootes angebracht, eine Doppel-
leitung führte den Wechselstrom von da nach dem Tische, auf dem die Telephon-
brücke während der Messungen aufgestellt war. Die Telephonbrücke konnte
durch eine Doppelleitung mit zwei Gleitkontakten verbunden werden, welche auf
der Axe einer Trommel angebracht waren, auf welche das Kabel, das nach den
Widerstandsgefäßen hinunterführte, aufgerollt war. Da zwei Widerstandsgefäfse