170 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1901.
mit den analog bezeichneten Klemmenschrauben des Widerstandskastens verbunden.
Aufserdem werden die Klemmen des Galvanometers, welche mit bezw. 1 und
2 Punkten markirt sind, mit den entsprechend bezeichneten Klemmen des Wider-
standskastens durch mit Guttapercha isolirte Leitungsdrähte von geeigneter Länge
verbunden, ebenso die in der Nähe aufzustellende Batterie, deren Klemmen-
schrauben die Bezeichnung Z und K, „Zink“ und „Kohle“, führen. Die Mefs-
apparate, d. h. Galvanometer, Widerstandskasten und Batterie brauchen sich
nicht in unmittelbarer Nähe der Kabeltrommel zu befinden, sondern können an
einem geschützten Orte untergebracht werden, aber es ist immerhin gut, in dieser
Beziehung nicht zu weit zu gehen.
Das Galvanometer wird so aufgestellt, daß es möglichst wenig von den
Schiffsschwankungen beeinflußst und keinen besonderen Erschütterungen ausgesetzt
wird, event. mufßs dasselbe auf ein Tischehen mit kardanischer Aufhängung
gestellt werden. Die Nadel muß alsdann vermittelst des beigegebenen Richt-
magnetes in die Nulllage zurückgebracht und daselbst durch event. kleine Nach-
justirung während der Messungen selbst gehalten werden.
Was die Batterie anbetrifft, so wird dieselbe, wie bereits erwähnt, in der
Nähe der übrigen Apparate aufgestellt und durch Leitungsdrähte mit dem Wider-
standskasten verbunden. Im Innern des Batteriekastens befindet sich ein kurzes
Stück biegsamen Drahtes, welches mit der mit K bezeichneten Klemmenschraube
des Kastens verbunden ist und dazu dient, eine beliebige Anzahl von Elementen
einzuschalten, indem das gebogene freie Ende des Drahtes unter die Polklemme
des betreffenden Elementes festgeklemmt wird. Die Batteriestärke ist 8o zu
wählen, dafs nach Herstellung des Brückengleichgewichtes bei einer Messung
die Galvanometernadel eine eben bemerkbare Ablenkung nach der einen oder
anderen Seite der Nulllage erfährt, wenn man den Wanderstöpsel in das nächste
Loch vor- oder rückwärts einsteckt. Der Stromkreis der Batterie wird
durch Niederdrücken des auf dem Widerstandskasten befindlichen Federtasters
geschlossen; der Stromschlufs sollte aber im einzelnen Falle nicht länger an-
dauern, als zu einer deutlich erkennbaren Ablenkung der Nadel erforderlich ist,
da sonst eine geringe Erwärmung der Platinspirale durch den Strom eintreten
kann, welche das Mefsresultat fälscht. Aus demselben Grunde sollte, wie
oben angedeutet, die Batteriestärke keine gröfsere sein als zur zu-
verlässigen Messung unumgänglich nöthig ist.
Wenn die thermometrische Spirale in der gewünschten Tiefe angelangt
ist, hat man sie daselbst einige Zeit zu belassen, damit die Platinspirale, welche
in eine dünne Schicht Guttapercha eingelagert ist, die Temperatur des Wassers
auch wirklich annehmen könne, und es ist zweckmälfsig, von Zeit zu Zeit eine
Messung vorzunehmen und dieselbe zu notiren, bis die aufeinander folgenden Be-
stimmungen stets dieselben Werthe ergeben, woraus man schlielßsen kann, dafs
die Endtemperatur jetzt erreicht sei. —
Was nun die praktischen Erfahrungen anbetrifft, die an Bord der „Valdivia“
mit dem Apparat gemacht worden sind, so bemerkt hierzu Dr. Schmidt, welcher
diese Untersuchungen übernommen hatte, wörtlich das Nachstehende:
„Die Instrumente wurden an Bord in folgender Weise untergebracht: Die
Kabeltrommel fand ihren Platz auf dem vorderen Ende des Bootsdecks an der
St. B.-Seite. Hier war ein Beschädigung durch überkommende Seen am wenigsten
zu befürchten, zugleich gab die darüber befindliche Brücke Schutz gegen über-
mäfsige Sonnenbestrahlung. Unmittelbar daneben war das Auslagebrett mit dem
Zählwerk abnebmbar auf der Reeling befestigt, so dafs es etwa 1,4 m über die-
selbe hinausragte. Batterie, Mefswiderstand und Galvanometer, letzteres auf
einem Tischehen mit kardanischer Aufhängung, fanden im Ruderhaus Aufstellung;
die Entfernung bis zur Kabeltrommel betrug nur wenige Meter.
Leider erwies sich das beigefügte Horizontal-Galvanometer, welches bei
Versuchen an Land ganz brauchbar sein dürfte, auf dem stets schwankenden
Schiffe als vollständig unzulänglich. Das Galvanometer war so wenig empfindlich,
dafs es nur sehr rohe und daher ungenügende Widerstandsbestimmungen zuliefs.
Durch Kompensation der Richtkraft des Erdmagnetismus mit Hülfe eines kräftigen
Stabmagnetes und des beigegebenen kleinen Richtmagnetes ließ sich allerdings
die erforderliche Empfindlichkeit erreichen. Dafür aber stieg die Beeinflussung
der Ruhelage der Nadel durch die geringste seitliche Schwankung des Schiffes