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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1901. 
und anderer Dauerproviant sind nicht zu haben. Kleinvieh ist im Winter 
spärlich und theuer, im Sommer gar nicht zu kaufen. 
Wasser ist am Orte nicht zu haben. 
Andere Schiffsausrüstung ist nur in äußerst geringer Menge zu haben. 
Auskünfte für den Schiffsverkehr. Das deutsche Konsulat liegt 2!/2 Sm 
südlich von der Stadt. Drei persische Schiffshändler sind am Orte. Agenten 
deutscher Rhedereien sind nicht am Orte. Die einzige Bank ist die Imperial 
Bank of Persia (englisch). Das persische Zollamt liegt am Hafen. Die Hafen- 
olizei hat ihren Sitz im Zollamte. Die Lootsen halten sich im Winter in der 
Boat im Sommer aufserhalb derselben auf. 
Resultate neuerer Kimmtiefenbeobachtungen und ihre Verwerthung 
in der Navigation. 
Die die Erde umgebende Atmosphäre bewirkt im Allgemeinen eine Ver- 
änderung des scheinbaren Ortes eines Objektes. Man nennt diese Ortsveränderung 
Refraktion oder Strahlenbrechung und unterscheidet astronomische und terrestrische 
Refraktion, je nachdem das Objekt aufserhalb der Erde, ein Gestirn, ist oder 
sich auf der Erde befindet, Die Strahlenbrechung hängt von dem Zustand der 
Atmosphäre, also hauptsächlich von der Temperatur und dem Drucke der Luft, 
ab. Durch sie wird besonders die Höhe, in welcher man die Objekte sieht, 
scheinbar vergröfßsert, theilweise aber findet auch eine seitliche Verschiebung statt, 
wodurch das Azimut geändert wird. Man spricht daher von Vertikal- oder 
Höhenrefraktion und Lateral- oder Seitenrefraktion. Letztere ist meist sehr gering 
und erreicht nur unter ganz besonderen Umständen größere Beträge; sie kann 
in der Nautik stets unbedenklich aufser Acht gelassen werden. 
Bei astronomischen Beobachtungen zu geographischen Ortsbestimmungen 
sind nun gerade Höhen der Gestirne zu messen, und daher ist die Kenntnifs der 
Aenderungen in Höhe durch die Refraktion nothwendig. Sie sind seit langer 
Zeit schon bekannt, durch die Bemühungen der Astronomen genau bestimmt und 
durch die bekannten Refraktionstafeln (siehe „Nautisches Jahrbuch“, Tafel 1X 
bis XIV) allgemein zugänglich gemacht. 
Bei Beobachtungen an Land kann die Höhe über dem wahren Horizont 
auf verschiedene Weise einfach und sicher ermittelt werden; anders auf See, wo 
zunächst die Höhe der Gestirne über den scheinbaren Meereshorizont gemessen 
wird, also die Höhe desselben, die sogenannte Kimmtiefe, dazukommt. Wäre 
keine Refraktion vorhanden, so würde die Kimmtiefe einfach der Winkel zwischen 
der durch das Auge gehenden Horizontalen und der geometrischen Tangente 
nach dem Meereshorizonte sein. Bezeichnet man die Kimmtiefe mit &«, so ist in 
Bogensekunden 
a= 1. 2b 
sin 1“ v 
wo h die Augeshöhe des Beobachters und r den Erdradius bedeutet.!) Da aber 
noch die Brechung in der Luft dazukommt, wodurch der Lichtstrahl keine 
yerade Linie, sondern einen flachen Kreisbogen beschreibt, so erleidet die ein- 
fache geometrische Beziehung noch eine Aenderung, so daß die Kimmtiefe durch 
Formel 
Ws (1—*) 1 vr 
Sn 2/ sin1e Vır 
dargestellt wird, worin k die Refraktionskonstante, gleich dem Verhältnifs des 
Erdradius zum Krümmungsradius des Lichtstrahles, bezeichnet. Der Werth von 
k ist bei den Gradmessungen vielfach bestimmt worden und kann nach den 
Arbeiten von Gaufs, Bessel, Baeyer und Anderen im Mittel zu 0,13 ange- 
nommen werden, von welchem allerdings die Einzelwerthe erheblich abweichen; 
') „Lehrbuch der Navigation.“ Herausgegeben vom Reichs - Marine - Amt. Berlin 1901. 
Bd. 2. 8. 90.
	        
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