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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1901
Auf der Barre steht 3,7 m Wasser, nur im nördlichen Drittel schwanken die
Tiefen zwischen 3,0 m und 3,7 m. Die Wassertiefen auf der Bank nehmen von
der Barre an nach dem Festlande zu allmählich ab. Die ostsüdöstlich von der
Schat-Huk liegenden Schlickbänke fallen trocken. Der Grund der Bank besteht
bis zur 2,7 m-Grenze aus hartem Sande, aufserhalb dieser nach der Südkante zu
aus Sand und Schlick, der, je näher der Barre, um so weicher wird. Seewärts
von der Barre nehmen die Tiefen allmählich zu; man findet in 1 Sm Abstand
7,3 m Wasser über weichem Schlickgrunde. Die Leitmarke: Der Thurm auf der
nordöstlich von Buschär liegenden Insel Scheikh Saad in N50°0, als Kurs,
führt über die Aufsenbarre auf 3,3 m Wasser bei Niedrigwasser recht auf die
[nnenrhede zu.
Die Innenbarre besteht aus mehreren trockenfallenden Sandbänken.!)
Ihre Aufsenkante erstreckt sich von dem Residenzschlosse 2/3 Sm weit in NWzN-
Richtung. Die unter Wasser steil abfallende Marg - Kante bildet die Nordwest-
kante der Innenbarre; sie ist zugleich die Westkante der 1',3 Sm langen schmalen
bei Niedrigwasser trockenfallenden Lakfa-Sandbank, auf der die See meist brandet.
Die Einfahrt. Die 1 Sm breite Einfahrt liegt zwischen der Aufsenbarre
und einem Flach, das sich von der Marg-Kante in südlicher Richtung aufserhalb
der Kante der Innenbarre bis über die Stadt hinaus ausdehnt, In der Einfahrt
steht in einem Gebiete, dessen Grenzen durch die Peilungen: das Residenzschlo[s
in NOzO und in OzS, bei Springtide-Niedrigwasser nur 4m Wasser über weichem
Schlickgrunde.
Einsteuerung. Die beste Gelegenheit zum Kinsteuern bietet sich, wenn
man auf den in der Ansteuerung gegebenen Kursen so weit gelaufen ist, dafs
man das Residenzschlofs in ONO peilt. Man steuert dann auf dieses zu und geht
auf etwa N!/20-Kurs, sobald die Schaghab-Huk Sz01/20 peilt, so lange bis das
Schloß SO peilt. Man befindet sich nun WSW von der Marg- Kante, Man
steuere nun auf etwa NOzO-Kurs auf die Innenrhede und ankere wie oben an-
gegeben. Die größte Gefahr beim Einlaufen bildet die Marg-Kante, da sie bei
Nordweststürmen in Lee liegt und unter Wasser steil abfällt. Auf der Kante
steht, aufser bei Hochwasser oder Stille, Brandung.
Leitmarken. Der Thurm auf Scheikh Saad in Eins mit dem kleinen Ohr-
Gipfel auf dem niedrigeren Gebirgszuge jenseits des Gisakan-Abhanges führt von
der Marg-Kante frei. Der einzelne Dattelbaum auf Scheikh Saad, in Ostpeilung
gehalten, führt von der Nordkante der Lakfa-Bank frei.
Bei Nacht oder unsichtigem Wetter werden Peilungen der auf der Rhede
ankernden Schiffe gute Dienste thun.
Hafenanlagen. Beladene Dampfer von etwa 3000 Registertonnen löschen
auf der Aufsenrbede, kleinere Schiffe auf der Innenrhede, Das größte Schiff, das
den Hafen besuchte, war der Dampfer „Afghanistan“ von 2753 Registertonnen
mit einem Tiefgang von 5,5 bis 5,8 m. Die gelöschten Güter werden auf cin-
heimischen Segelbooten, Baghalas, an die Stadt gebracht. Der Landungsplatz
liegt auf einem Deiche an dem östlich von der Stadt hinführenden tiefen Priele.
Boote, mit Ausnahme der Lootsenboote, dürfen von Sonnenuntergang bis -Aufgang
nicht landen oder auslaufen.
Hafenunkosten. Aufser Lootsengeld werden keine Abgaben erhoben. In
den Befrachtungsurkunden suchen die Befrachter der nach Buschär bestimmten
Schiffe häufig durch eine Klausel, wie: Leuchtfeuerabgaben etc. zahlt der
Befrachter, einen günstigeren Frachtabschlußs zu erzielen. Die Klausel ist jedoch
werthlos, da Leuchtfeuer, Seezeichen u, dgl. nicht existiren. Sandballast kostet
längsseit 1!/ Kran die Tonne.
Die Ladung wird durch Kulis gelöscht, von denen ein Arbeiter 1'/ Kran
den Tag, der Vorarbeiter 3 Kran den Tag erhält. Kleine Boote kann man nach
und von der Innenrhede für 12 bis 18 Kran für die Fahrt erhalten, grofse Boote
nach und von der Aufsenrhede für 18 bis 30 Kran. 1 Kran (1898) = 33 Pf.
Die Stadt Buschär liegt, wie schon erwähnt wurde, auf der Nordhuk der
gleichnamigen, im Alterthum Mesambria genannten Halbinsel. Sie hat 13/4 Sm
im Umfange. Die einzigen Gebäude von Bedeutung sind mehrere hohe Wind-
4) Die Beseitigung der Bänke würde keine grofse Schwierigkeiten machen, jedoch ist hei
persischer Verwaltung daran nicht zu denken,