Wedemeyer, A.: Buschär
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einen Lootsen für den Persischen Golf bis nach Buschär anzunehmen. Dies
scheint jedoch nicht nöthig zu sein, zumal die sich als Lootsen anbietenden Leute
nicht zuverlässig sein sollen, auch ihre Ortskenntnifs meist nur beschränkt ist.
In Buschär kann man auch immer Lootsen für den Schat el Arab, die gemeinsame
Mündung des Euphrat und Tigris, erhalten. Alle Schiffe, die nach Basrah be-
stimmt sind, laufen Buschär an, um einen solchen Lootsen an Bord zu nehmen,
auch wenn sie keine Ladung für Buschär an Bord haben.
Ein Sechleppdampfer, der der „Bombay Persia Steam Navigation Co,“
gehört und nur Boote für diese schleppt, ist am Orte,
Quarantäne. Kommt den Schiffen eine Dampfpinnafs mit der Quarantäne-
flagge entgegen, so dürfen sie mit dem Lande nicht cher verkehren, als bis das
Schiff vom Arzt untersucht ist. Die Quarantänestation ist im Jahre 1900 als
gesundheitsschädlich aufgegeben.
Zollbehandlung. Waaren, die der zollamtlichen Kontrole unterliegen,
werden ins Zollhaus gebracht. Ein Kollo wird in der Regel zur Prüfung des
Inhaltes geöffnet.
Ankerplatz. Tiefgehende Schiffe ankern auf der Aufsenrhede auf 7 bis
9m Wasser über gutem haltbaren Thongrunde. Vom Ankerplatze peilt das
Residenzschlofs OzN. Diese Rhede ist allen Winden aus NW durch West bis
SSO ausgesetzt; aber selbst bei stürmischen Winden ist der Seegang hier nicht
sehr hoch, so dafs sie als verhältnifsmäfsig sicher gelten kann.
Kleinere Dampfer ankern bei gutem Wetter etwa l Sm südwestlich vom
Residenzschlosse auf 4 m Wasser über weichem Grunde. . Dieser Ankerplatz liegt
sehr bequem für Schiffe, die sich nur kurze Zeit hier aufhalten wollen. Boote
landen von hier aus am Landungsplatze beim englischen Flaggenstock.
Auf der Innenrhede (Khor Dheira) findet man Ankerplätze auf 5 bis 7m
Wasser. über gut haltendem Schlickgrunde. Die Ostgrenze dieser Rhede bildet
die Lakfa-Bank. Sie ist fast gegen alle Winde geschützt, besonders, wenn man
möglichst weit nach Osten ankert. Größere Schiffe ankern am besten auf
5,4 bis 6 m Wasser. so, dafs sie den englischen Flaggenstock in Sz0'/40 peilen,
in etwa 2!/s Sm Abstand von der Stadt. Sie liegen hier 2'/2 Kblg. von der
Nordkante der Lakfa-Bank entfernt. Kleinere Schiffe ankern auch wohl noch
weiter östlich auf 4,5 m Wasser, von wo sie den englischen Flaggenstock in
$!40 peilen.
Verbotener Ankerplatz. Die Nordgrenze des verbotenen Ankerplatzes
bezeichnet die Deckpeilung des Kabelhauses auf der Rischahr-Huk mit Imamzäda
in 014N; von der Südgrenze peilt das Kabelhaus NO'/2N.
Gezeiten und Gezeitenströme, Hochwasser tritt in Buschär bei Neu-
und Vollmond um 7" 30" ein. Die Fluthhöhe heträgt bei Springtide 1,8 bis 2,4 m,
bei Niptide 1,2 bis 1,8 m. Im Sommer sind die Tagestiden, im Winter die Nacht-
tiden höher; die zweite Tide ist in beiden Fällen kaum fühlbar. Im Juli tritt
die höchste Springfluth ein.
Die Gezeitenströme setzen auf der Aufsenrhede längs der Küste, der Fluth-
strom nach NW, der Ebbstrom nach SzO. Sie erreichen immer nur geringe
Stärke und werden vom Winde stark beeinflufst. Nordwestwinde bewirken ein
späteres Eintreten des Fluthstromes und niedrigeren Wasserstand; bei Südost-
winden ist der Wasserstand am höchsten. Es kann daher vorkommen, dafs bei
plötzlich eintretendem Südostwinde der Wasserstand bei Niedrigwasser höher ist
als der bei Hochwasser bei Nordwestwinden,
In der Einfahrt setzt der Fluthstrom nach Nord, dreht nahe bei der Innen-
barre östlich und setzt dann über diese hinweg und in den Priel östlich von
Buschär hinein. Auf dem Ankerplatze der Innenrhede setzen die Gezeitenströme
Ost und West, die Lakfa-Bank entlang, zeitweise mit 1 bis 2 Sm Geschwindigkeit.
Sie werden hier vom Winde weniger beeinflufst und nie ganz aufgehoben. Auf
den flachsten Stellen nördlich und westlich von der Innenharre treten sie nur
schwach auf.
Die Barren. Die Aufsenbarre, Rakat al Aali, ist der keilförmige Aus-
läufer einer Bank, die sich von der Schat- Huk in Südostrichtung bis zu etwa
4 Sm Entfernung von Buschär hinzieht. Ihre Breite beträgt 2'/ Kblg. an der
Südkante, von der das Residenzschlofs ONO 2% Sm entfernt peilt, und reichlich
| Sm an der Nordkante. Ihre Ausdelmung in Nord—Südriehtung beträgt 3 Sm,