Zur Küstenkunde der Marschall- und. Carolinen-Inseln.
Der Hafen von Metalanim‘ bietet bei Nordostpassat nur ganz im Innern
kleineren Schiffen Schutz; draußen steht viel Seegang. * “'
5 Lot: und Mutok-Hafen sind sehr enge. Ronkiti ist gröfser und bietet
mehr Schutz... Bisher wurde es häufßg noch von Walfischfängern angelaufen, die-
vom Dezember bis zum Februar dort bleiben. . ;
Dieses sind die schönsten Monate auf Ponape. Es kommen aber auch
dann Regenböen vor. In den Sommermonaten folgen anfangs schwache Winde
und Stillen und Regen, später starke Westwinde.
Von Ponape nach Ngatik.*) -
_.; Am.25./26.. März wurde von Ponape eine Reise nach Ngatik ausgeführt,
am 26./27. nach Ponape zurückgedampft. ;
Die Ngatik-Gruppe besteht aus der im Westen des Atolls gelegenen be-
wohnten Insel Ngatik und mehreren anderen, die auf der Ost- und Südseite des
Riffs liegen. Die gröfste davon, Paina, liegt im Norden; eine zweite gröfsere,
Uat, im Süden auf der östlichen Riffkante, und dazwischen die kleineren Inseln
Piken Karregar, Jerup, Piken Gallan und Piken Mategan. Zwischen Uat und
Nyatik liegt aufserdem die Insel Uataluk auf der Südkante. Im Allgemeinen
ist die Gruppirung der Inseln und die Form des Atolls auf der Karte X1 No. 415
{engl. No. 772) richtig angegeben, nur mufß Piken Karregar, das etwa 1!/a Sm
SSO von Paina liegen soll, 1,2 Sm weiter nach NO'/AN gerückt werden, wie
dies die beigefügte Skizze zeigt, in der auch die Form des Riffs etwas verändert ist.
: Eine Einfahrt in die untiefenreiche Lagune liegt westlich von Uataluk,
Schooner können da einlaufen.
Nach der russischen Aufnahme vom Jahre 1828 liegt Uat auf 5°48’ N-Br,
157° 31,5‘ O-Lg. Der „Seeadier“ bestimmte die Lage der Südwestecke von Ngatik
zu 5° 45‘ N-Br, 157° 15,5‘ O-Lg. - Jetzt leben 240 Einwohner auf der Insel Ngatik,
die im November 1898 zuletzt von einer hohen Fluthwelle überspült worden ist,
wie dies angeblich alle 10 Jahre einmal vorkommen soll.
Die Eingeborenen verstehen meist englisch. Sie sind Mischlinge ver-
achiedener Rassen, da im vorigen Jahrhundert zweimal alle erwachsenen Männer
Eschlasen sein sollen. Gelandet wird am besten auf Ngatik in den seetüchtigen
anoes. ;
Der Flächenraum der Inseln beträgt etwa 150 Hektar, wovon 72 auf
Ngatik kommen.
Die Ant-Gruppe. ; .
Die Lage der Inseln zu Ponape kann in der Karte Tit. XI No. 404
(engl. No. 981) nicht richtig sein, wie verschiedene Kreuzpeilungen ergeben.
Im Allgemeinen ist die Gruppirung der Inseln in der Karte richtig. Die Lagunen-
einfahrt können nur kleinere Fahrzeuge benutzen. Auf dem Westriffe liegt eine
kleine Insel, von der aus man die Nordkante der östlichen Insel 0%4N, die
Westkaute der südlichsten Insel etwa Sz0!/,O peilen wird.
Von Ponape nach den Nukuor-Inseln. ;
Auf der am 5. April angetretenen Rückreise wurde am 7. April die
Nukuor-Gruppe angelanfen, deren Lage in der Karte richtig zu sein scheint.
Der „Strom setzte zwischen Ponape und Nukuor bei Nordostwind etwa
0,5 Sm stündlich nach WNW..
Eine besondere Skizze der Nukuor-Gruppe ist nicht vorhanden. Das Riff
scheint Jänglich rund von O nach W etwa 4 Sm, von N nach S 3 Sm grofs zu
3ein. Auf der Westseite liegen keine Inseln. Die erste der zahlreichen kleineren
Inseln mag von der Mitte des Atolls eiwa NW peilen, und von da ab zieht sich
ein Inselgürtel rings herum bis nach SW.. Die bewohnte Hauptinsel mit
125 Menschen liegt im Osten. Sie ist die größte, hat aber keine Anlegestelle,
Der einzige Händler,:dessen Station an der Lagune liegt, wohnt auf der Insel
Kausima, im Süden des Atolls, von Nukuor durch eine andere Insel Chili Kulai
getrennt, zwischen denen beiden eine Einfahrt in die Lagune für kleine Fahr-
zeuge bei ruhiger See: vorhanden ist. . Westlich von Kausima liegen noch 4 ver-
einzelte kleinere Inseln.
Die Eingeborenen verstehen fast alle englisch.
H Hierzu Karte, Tafel 1.