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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Zur Küstenkunde der Philippinen, 
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Zur Küstenkunde der Philippinen. 
Nach „Notice to Mariners“ No. 158, 186, 212. Washington 1901. 
(Hierzu Tafel 14) 
Bemerkungen über die Nordostküste von Luzon. 
Der Küstenstrich zwischen den Huken Escarpada und Dragon wurde vom 
V. St.-Kriegsschiff „Quiros“ sorgfältig untersucht. Es befinden sich dort zahl- 
reiche kleine geschützte Buchten, die von den Fahrzeugen der KEingeborenen 
benutzt werden können. Ein Dampfer könnte bei gutem Wetter dicht unter 
Land liegen und in Boote löschen, die an vielen Orten landen könnten. Keine 
dieser Buchten schien für Schiffe von einiger Gröfse Raum genug zum Ankern 
zu bieten. ; 
Ein Gezeitenstrom setzte mit 1'/a Sın Geschwindigkeit recht Nord, ‘Bei 
Tagesanbruch wurde auf die Dragon-Huk zugesteuert, dann südwärts dicht unter 
Land; Iligan-Huk wurde um 7 Uhr vormittags passirt. Dann würde dicht an 
ler Küste entlang gesteuert, wobei der Schiffsort durch gute Beobachtungen be- 
stimmt wurde. Es stellte sich hierbei heraus, dafs die Küstenumrisse in der 
amerikanischen Karte No. 1726 gut eingezeichnet sind, jedoch der ganze Küsten- 
strich zwischen der Nigan-Huk und der Dragon-Bucht 4 bis 8 Sm: zu westlich 
eingetragen ist. Auch wurden hier und da Klippen und Untiefen gefunden, die 
aber höchstens -!/s Sm vom Lande liegen. Die Küste wird von zahlreichen 
Buchten, die nach NNO über SO bis SSW offen sind, und schmalen Streifen 
Sandstrandes, auf denen einige Hütten der Negritos stehen, unterbrochen, Dicht 
hinter diesem Sandstrande erheben sich hohe steile Berge, die nirgends Schluchten 
oder Pässe zeigen, durch die ein Verkehr mit dem Innern hergestellt werden 
könnte. Man gewinnt vielmehr den Eindruck, als ob die ganze Ostküste von 
dem Thale im Innern vollständig abgeschlossen ist. Boote irgend welcher Art 
wurden am Strande nicht gesehen; da jedoch kleine Bäche und Flüsse, deren 
Mündungen ausgemacht werden konnten, reichlich. vorhanden sind, so hätten 
möglicherweise Boote darin Schutz gefunden. 
Divilikan-Bucht wurde untersucht. Guter Ankerplatz wurde hinter einer 
Untiefe gefunden, die sich etwa 1 Sm in nordöstlicher Richtung von der Gay- 
Insel ‚erstreckt. Eine zweite Untiefe, in Nordrichtung 2 Sm lang, liegt eben 
außerhalb dieser Insel, Der Ankerplatz wird leidlich durch das Riff geschützt 
und ist unter allen Umständen ziemlich sicher, Er ist zwar dem Nordostmonsun 
ausgesetzt, jedoch mufs die See in der Bucht stets schlicht sein. Die Bucht 
bietet zum Drehen Raum genug. Beim Einlaufen war die Einfahrt zur Dimalansan- 
Bucht zwischen. dem Festlande und der Gay-Insel offen, sie verschwand jedoch, 
bevor 18 m Wassertiefe gelothet wurde. Ein Riff liegt vor dieser Durchfahrt. 
Auf dem Ankerplatze könnten Schiffe mit Sicherheit Ladung ‚löschen. Kin- 
geborene waren nicht zu sehen, einige kleine Boote lagen auf dem Strande der 
Gay-Insel. 
Dimalansan-Bucht:. Die Einfahrt ist schmal, Riffe erstrecken sich von 
der Westseite der Bucht und umgeben die Estagno-Insel: Gute- Ortskenniniß ist 
erforderlich, um in die Bucht einzulaufen; kleine Fahrzeuge würden in der Bucht 
völlig sicher liegen können. Da die Einfahrt schwierig und die Bucht schmal 
ist, auch die Wassertiefen nur gering sind, lief die „Quiros“ nicht ein. Die Ufer 
sind steil und stark. bewaldet. - . 
Die Küste südlich von der Bucht bis zur Aubarede-Huk- fällt steil ab, nur 
hier und da zeigt sich ein schmaler Streifen Strand. Klippen und Untiefen er- 
strecken sich bis auf etwa !/4 Sm südlich von der Huk...‘ .- 
Bikobian-Bucht. Die „Quiros“ lief in die Bucht ein bis zu dem engsten 
Theile und fand einen völlig vom Lande eingeschlossenen Hafen mit 18 m Wasser 
über weichem, zähem Grunde. Der Hafen ist völlig sicher als Taifunankerplatz 
und zum Drehen des Schiffes geräumig genug. Der Plan auf der amerikanischen 
Karte No. 1726 scheint ziemlich gut zu sein, jedoch sind zwei Untiefen in der 
Mitte der Westseite der Bucht nicht eingezeichnet. Einige grofse Klippen wurden 
an der Westseite der Einfahrt dicht unter Land aufgefunden. ‘
	        
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