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Annalen der Hydruyraphie und Maritimen Meteorologie, April 1901.
erweiterung des Ufers am Hafen 14 100 m betragen. Für kleine Schiffe, die den
Kanal nicht benutzen und deren Ladung zur Weiterbeförderung durch die Eisen-
bahn bestimmt ist, wird an der jetzigen Fahrstrafse ein Ausladeplatz von 1810 m
Länge angelegt. Solche, die Petroleum oder andere feuergefährliche Gegenstände
an Bord haben, können in einem besonderen (Üjecken von etwa 1980 000 qm
Flächenraum und 7,30 m Wassertiefe (bei Ebbe) zwischen Fort 1 und 5 vor
Anker gehen. Die Forts selbst und ein zwischen ihnen durch Aufschüttung zu
schaffender Landstreifen von etwa 99000 qm sollen theilweise zur Ausladung
feuergefährlicher Waaren dienen, theilweise als Lagerplatz für Steine ete. be-
nutzt werden.
An der Shinagawa-Küste ist ein Grundstück von 254 100 qm zur Anlage
von Werften in Aussicht genommen; der dabei Jiegende Meerestheil in Form
eines Dreiecks soll ausgebaggert und zur Verfügung der Werften gestellt werden.
Die Gesammtkosten werden auf 86 Millionen Mark veranschlagt. Der
Hafen soll in 12 Jahren fertiggestellt sein. Die Stadt Tokio beabsichtigt eine
Anleihe von 75,8 Millionen Mark aufzunehmen, ferner eine Stadtsteuer von etwa
10 Millionen Mark (jährlich etwa 1 Million Mark) zu erheben. Vom Staat er-
wartet man eine Unterstützung von insgesammt 25 Millionen Mark. Diese
111 Millionen Mark sollen zur Bestreitung der Anlagekosten und zur Zahlung
der Zinsen für die Anleihe dienen.
Moll.
Nach den Fragebogen der Kapitäne Th, Förck, D. „Ceres“, und F. v. Binzer, D. „Bellona*“.
und ergänzt nach japanischen und englischen Quellen.
(Hierzu Tafel 12.}
Der nunmehr eröffnete Hafen von Moji liegt in der Straße von Simonoseki,
und zwar der Stadt Simonoseki gerade gegenüber, etwa 1 Sm südöstlich von ihr
nahe dem Nordende der Insel Kiusiu und etwa 15Sm südlich von der Huk
Moji Saki.
Ankerplatz in der Moji- Bucht liegt für grofse Schiffe aufserhalb und
nordöstlich von der grofsen Moji-Bank, die nur 4 bis 7 m Wasser hat und deren
flachste Stelle etwa 51/1 Kblg. SW1!ZW von der nördlichen Huk der Moji-Bucht
liegt. Nach einer japanischen Meldung dehnt sich die Bank Mojisu weiter nach
Süden aus, als die Karte angiebt, Das Nordostende der Moji-Bank ist mit einer
vothen Tonne mit Balltoppzeichen bezeichnet; eine schwarz und weifs wagerecht
gestreifte Tonne liegt auf etwa 7 m Wasser am Südwestende der Moji- Bank.
Ein guter Ankerplatz für grofse Schiffe liegt im nördlichen "Theile der Moji-
Bucht auf ctwa 10 bis 13 m in den Deckpeilungen: die Westkante der Huk
Moji Saki in Nz0’'4A0 und die Mitte des Dorfes Moji in Ost; auf dieser Stelle
ankerte die Flotte der Verbündeten nach der Beschiefsung von Simonoseki im
September 1864. Schiffe, die unter der Huk liegen, sind dem starken Gezeiten-
strome, der in der Simonoseki-Strafse 5 bis 7 Sın Geschwindigkeit erreicht, nicht
ausgesetzt. Schiffe mittlerer Gröfse ankern südöstlich von der Moji- Bank
zwischen ihr und der inneren vor der Küste gelegenen Bank, die Utschisu
genannt wird und deren Nordostende mit einer weißen Tonne mit Kegeltopp-
zeichen und deren Südwestende vor der Village -Huk mit einer rothen Tonne
bezeichnet ist. Kapt. Förck, Dampfer „Ceres“, ankerte in der Kreuzpeilung:
Observationspunkt NOzN, Village-Huk SWzS und rothe Tonne in West. Nach
der Karte sollte dieser l’latz 8 m (4'/2 Faden) Wasser haben, während nur 5,5 m
gefunden wurden. Der in Kobe an Bord genommene Lootse (Engländer) hatte
dem Kapitän vor dem Ankern im Hafen von Moji wiederholt versichert, dafs
der von ihm gewählte Ankerplatz genug Wassertiefe für ein Schiff von 7,3 m
Tiefgang hätte, Bei Niedrigwasser, etwa vier bis fünf Stunden nach dem Ankern,
wurde am Heck, das dem Lande zugekehrt war, reichlich 7,3 m, vorn etwa 8 ın,
aber mittschiffs nur 3,3 m gelothet; dieser Wasserstand hielt sich ungefähr zwei
Siunden lang in der angegebenen Höhe, Sobald höherer Wasserstand es .ge-