Neue Hafenbauten und Hafenpläne in Japan.
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3. Hafenplan für Atsuta-Bai bei Nagoya.
Die Ausbaggerung eines Hafens in Atsuta-Bai soll hauptsächlich das an
Industrien reiche Nagoya noch mehr für den Handel erschliefsen. Der Plan ist
bereits in Angriff genommen. Kr besteht im Wesentlichen darin, dafs in der
Bucht zwei Dämme errichtet werden, und so, wie aus der beiliegenden Plan-
skizze (Tafel 10) ersichtlich ist, ein grofses Becken für die Schiffe geschaffen wird.
Der östliche Damm beginnt an der Mündung des Amashirogawa, eines
kleinen Flusses, und läuft in westlicher Richtung 2813 m lang; ein Theil, 1090 m,
wird durch Erdaufschüttung, ein Theil, 1723 m, aus Steinmauerwerk hergestellt
werden. Sodann wendet sich der Damm nach Süden bis zu einer Länge von
3668 m. Der westliche Damm beginnt an der Mündung des Shonaigawa und
läuft fast parallel mit dem östlichen. Seine Länge soll 4362 m betragen, wovon
2014 m aus Erd- und 2348 .m aus Steinarbeiten bestehen. Die beiden Dämme
dienen zur Abwehr des Wellenschlages im Hafen und zur Erhaltung der Fabr-
wassertiefe.
Das auf diese Weise hergestellte Becken bedeckt einen Flächenraum von
5725500 am. Der ganze Hafen soll später ausgebaggert werden, vorläufig aber
will man eine Fahrstrafse von 36 m Breite und 6 m Wassertiefe bei Ebbe, sowie
ein Becken von 396 000 qm Flächenraum und 7,60 m Wassertiefe schaffen. . Die
durch die Baggerung gewonnenen Erdmassen sollen zur Aufschüttung der Küste
und Herstellung von vier Grundstücken dienen, die auf der Karte durch die
Zahlen 1 bis 4 kenntlich gemacht sind. Zwischen den Grundstücken 1 und 2,
sowie den Grundstücken 3 und 4 wird ein Kanal von 54 m Breite gebaut werden.
Die Gesammtkosten der Hafenanlage sind auf etwa 4 Millionen Mark
veranschlagt.
4. Hafenplan von Tokio.
Der Hafen in Tokio, der bisher nur kleinen Schiffen zugänglich war, soll
nunmehr auch für den Verkehr grofser Dampfschiffe eingerichtet werden. Aus
der beigefügten Karte (Tafel 11) läfst sich eine Uebersicht über den Plan
gewinnen,
Hauptpunkte des Planes. Ks soll im Süden der Tokio-Bucht gegenüber
von Haneda der Eingang zum Hafen sowie ein Vorhafen angelegt werden, der
mit dem eigentlichen Hafen, dem Shibaura-Becken, durch einen Kanal in Ver-
bindung gesetzt wird. Das Shibaura-Becken soll nur zur Aufnahme grofer
Schiffe dienen, während kleinere Fahrzeuge nach wie vor die Mündung des
Sumidagawa als Ankerplatz benutzen werden.
Eingang und Vorhafen. Der Hafeneingang soll etwa 1086 m nördlich
von dem Leuchtthurm von Haneda an einer Stelle liegen, wo die Wassertiefe
bei Ebbe ungefähr 11m beträgt, und eine Breite von etwa 326 m (von der Mitte
der beiden Wellenbrecherköpfe ab gemessen) erhalten.
Der durch einen nördlichen und einen südlichen 724 m langen Damm ge-
schützte Vorhafen wird einen Flächenraum von etwa 990 000 qm umfassen, von
denen zunächst 660 000 qm (der in dem Plan mit besonderen Strichen bezeichnete
Theil) ausgebaggert werden und eine Wassertiefe von 9 m erhalten sollen. Der
übrige Theil wird später nach Bedürfnis vertieft. Die durch Ausbaggerung ge-
wonnene Erdmenge wird zur Aufschüttung des Ufers von Haneda verwendet,
wodurch eine Bodenfläche von etwa 1881 000 qm geschaffen werden wird.
Kanal. Der Kanal wird eine Länge von etwa 9050 m, eine Wassertiefe
von 8,5 m bei Ebbe und eine Breite von 40 m auf dem Grund erhalten. Der
äufsere, östliche Damm läuft parallel mit dem Kanal, etwa 72 m entfernt von
der Mitte desselben; desgleichen wird auf der westlichen Seite in gleicher Ent-
fernung ein einfacherer, innerer Damm gebaut. Der Kanal führt vom Eingang
in nordwestlicher Richtung bis zu dem eigentlichen Hafen. Die Fahrstrafse wird
durch Leuchtfeuer und Tonnen gekennzeichnet... Am Wendepunkt ist die Kanal-
breite verdoppelt. Die durch Ausbaggerung des Kanals gewonnene Erdmenge
soll. zur Aufschüttung der Küste von Shinagawa und vielleicht auch von Omori
verwendet werden.
Der eigentliche Hafen. Die Wasseroberfläche des eigentlichen Hafens
wird etwa 1914000 am, die Tiefe 9m oder 7,30 m bei Ehbhe, die Gesammt-