Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Anryil
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Um den Hafen vor Versaudung zu schützen, werden an den Ufern des
Yodogawa Schutzdämme aufgeführt, mit deren Bau man bereits begonnen hat.
Bis zur Fertigstellung, die wahrscheinlich noch viele Jahre in Anspruch nehmen
wird, soll von dem östlichen Endpunkt der Nordmole nach dem Temposau-
Leuchtfeuer zu ein etwa 1000 m langer Schutzdamm errichtet werden, der indessen
nach Vollendung der Flufsdammbauten fortgenommen wird. Der Ajikawa,
Shirinashigawa und Kizugawa sollen später durch verschiedene Kanäle ver-
bunden werden,
Gegenwärtiger Stand der Arbeiten. Die Hafenbauarbeiten haben im
Uktober 1898 begonnen. Von den Molen ist bisher nur der den inneren Hafen
einschliefsende Wellenbrecher fertig. Die bisher noch wenig vorgeschrittenen
Vertiefungs- und Zuschüttungsarbeiten werden mit zwei grofsen Kimer-Bagger-
maschinen (bucket dredger) von je 600 £ Leistungsfähigkeit in der Stunde, zwei
Sandpumpen von je 500 t in der Stunde, zwei Sandpumpen-Elevatoren von je
500 t in der Stunde, zwei Kimer-Baggermaschinen von je 200 t in der Stunde
und sechs kleineren Baggermaschinen (aus Deutschland) betrieben.
Im Hafenbauburean sind 100 Beamte, bei den Hafenarbeiten selber
1500 Arbeiter tbätig. Das Steinmaterial wird aus einem 60 Sm von Osaka ent-
fernt liegenden Steinbruch, in dem gleichfalls 1500 Arbeiter thätig sind, bezogen.
Die Steine werden auf sogenannten hopper barges, 6 grofsen von je 700 t und
15 kleineren von je 200 t Raumgehalt, an Ort und Stelle gebracht. Die zum
Bau der Molen verwandten Betonhlöcke werden in einer in der Nähe des neuen
Hafens belegenen, eigens für den Hafenbau errichteten Fabrik, in der 300 Arbeiter
thätig sind, hergestellt. Das Material des Betons besteht aus Cement, Kies und
Sand. Die Hauptarheiten sollen im Jahre 1908 fertig werden.
Kosten, Die Kosten des Hafenbaues, die zu zwei Dritteln von der Stadt
Usaka, zu einem Drittel von der Centralregierung getragen werden, sind auf
insgesammt 47 Millionen Mark veranschlagt, worin freilich nur die ersten beiden
Docks (XXI) eingeschlossen sind.
2. Hafenbau von Yokohama,
In Yokohama ist zur Verbesserung und Vergrößerung der jetzigen Hafen-
anlagen ein umfassender Plan ausgearbeitet worden, der zur Zeit noch der Begut-
achtung der städtischen und staatlichen Behörden unterliegt, aber aller Voraus-
sicht nach deren Zustimmung finden wird. Aus Tafel 9 sind die für das Zoll-
amt in Aussicht genommenen Neubauten ersichtlich.
Die Hafenerweiterungen würden vier bis fünf Jahre zu ihrer Fertigstellung
brauchen und eine vierfache Vergröfserung des jetzt für Zollzwecke zur Ver-
ügung stehenden Gebietes bedeuten. Die Anlage ist als Insel inmitten des
Hafens gedacht. Sie soll durch Brücken und Schienenstränge mit den bereits
vorhandenen Zollgebäuden sowie mit dem Bahnhof in direkte Verbindung ge-
bracht werden und einen Flächenraum von 195 535 qm bedecken. Die Erhebung
über den mittleren Wasserstand bei normaler Fluthzeit wird 4 m betragen.
Die Form der Insel wird es ermöglichen, dafs 10 Dampfer zu gleicher
Zeit längsseit der Kaie liegen können. Auf diesen werden grofse Ladeschuppen
errichtet von je 25,60 m Breite und 91,50 bis 128 m Länge, so dafs jeder
Dampfer seine Ladung in dem für ihn bestimmten Schuppen löschen kann. Die
Schuppen sollen in feuersicherer Eisenkonstruktion hergestellt werden, mit
eisernen Rollthüren anf der Vorder- und Rückseite zur bequemeren Durchführung
der Güter. Den Kaien entlang sollen Dampf- und hydraulische Krähne in ge-
nügender Zahl angelegt werden, ebenso Vorrichtungen zum Festmachen der
Schiffe und feuerfeste Waarenhäuser. Alles soll in ausgiebiger Weise mit elek-
trischem Licht und den modernsten sanitären Einrichtungen versehen werden,
Der Hafenplan hat erklärlicherweise auch auf den privaten Unter-
nehmungsgeist ermuthigend gewirkt. So haben hereits zwei Gesellschaften, die
dem Vernehmen nach mit amerikanischem Kapital gegründet worden sind, eine
Konzession zur Auffüllung des Ufers vom englischen Marinedepot an in süd-
östlicher Richtung bis zum Ende der Hügelniederlassung erwirkt. Es soll hier
ein Kanal von 18,30 m Breite und eine ebenso breite Straße geschaffen werden
zur Anlage von Speichern, Ladeschuppen ımd Waarenhänsern.