Ann. d. Hydr. ete., XXIX. Jahrg. (1901), Heft IV..
Neue Hafenbauten und‘ Hafenpläne in. Japan.
(Hierzu Tafel 8, 9, 10 und 11.)
ij. Hafenbau in Osaka.
Die Pläne zu dem Hafenbau von Osaka sind vor sechs Jahren von dem
im Japanischen Ministerium des Innern angestellten holländischen ‚Baumeister
J. de Ryke entworfen und von einer durch die Regierung eingesetzten Kom-
mission nach verschiedenen Abänderungen des Originalplanes. im Jahre 1898
endgültig festgesetzt worden,
Wie aus der Tafel 8 ersichtlich ist, soll der neue Hafen etwa 2 Sm. von
Osaka entfernt .in dem "Theile. der. Osaka-Bucht angelegt werden, der den
Mündungen des Ajikawa, Shirinashigawa und Kizugawa, sämmtlich Flufsmündungen
des Yodogawa, vorgelagert ist. ‚Es soll ein 484 ha Flächenraum umfassender
Theil der Osaka-Bucht zugeschüttet und eine diesem durch Aufschüttung neu
gewonnenen Lande gegenüberliegende Wasserfläche durch Schutzdämme ein-
geschlossen werden.
Der Hafen wird aus einem äufseren und einem inneren (Binnenhafen) be-
stehen. Der äufsere ist von einer nördlichen und südlichen Mole eingeschlossen.
Die nördliche zieht sich, von einem von der Mündung des Ajikawa (Temposan-
Leuchtfeuer, auf.der Karte mit I bezeichnet) 1170 m in südwestlicher Richtung
entfernt liegenden Punkte (II) ausgehend, etwa 2500 m weit nach SSW und
macht an der Stelle, wo sie die Meerestiefe von 8,50 m erreicht, eine Biegung
nach Süden (ID).
Die südliche Mole nimmt ihren Anfang an einem 2000 m südsüdöstlich vom
Temposan-Leuchtfeuer oder 1500 m südwestlich vom Shirinashigawa-Leuchtthurm
entfernt‘ liegenden Punkte (IV), läuft dann 756 m in nordwestlicher Richtung
und 3339 m nach Südwesten, um dann gegenüber dem Endpunkte der Nordmole
eine Biegung nach Nord zu machen (V). Die Einfahrt in das Hafenbecken ist
180 m breit. Die Molen sind am äufsersten Ende 30,5 m breit und verjüngen
sich bis zu 12,20 m, je näher sie an die Küste herankommen. Die Höhe beträgt
3,35 m bei Niedrigwasser. .
Der innere Hafen (V1l) wird im Westen von einem Wellenbrecher ein-
geschlossen, der von der Mündung des Kizugawa (VIl) 594 m nordwestlich und
von dorf 1000 m nordöstlich läuft und mit der Südmole zusammentrifft (1V).
Die Breite dieses Wellenbrechers wird 21,35 m, die Höhe 6,10 m bei Niedrig-
wasser betragen. .
Der ganze äufsere Hafen soll bis auf 8,53 m bei Niedrigwasser vertieft,
der innere dagegen vorläufig nur für Schiffe mit geringerem Tiefgang (300 bis
400 t) eingerichtet werden. Die Länge des äufseren Hafenbeckens wird 3000 m,
die Breite 900 bis 1500 m betragen. .
Der innere Hafen ist im Durchschnitt 486 m breit. Das Fahrwasser (V111)
ist 180 m breit. Der nördlich davon liegende Theil des Hafenbeckens ist als
Ankerplatz bestimmt.
Am äußeren Häfen sollen vier Bassins (wet docks) gebaut werden, drei
südlich, eins nördlich von der Mündung des Ajikawa. Die südlichen sind 432 m
lang und 144 m. breit, und liegen im Abstand von je 144 m. ‘Das nördliche Dock
soll 630 m lang und 144 m breit sein. Zwischen den nördlichen und südlichen
Docks wird eine Landungsbrücke (IX) gebaut, die 150 m lang und 27,43 m breit
sein wird. Von den Docks sollen jedoch vorläufig nur die mit X und XI be-
zeichneten angelegt und bis zum Jahre 1908 zusammen mit den Hauptanlagen
des Hafens fertig werden. Die übrigen sowie vier Docks im Binnenhafen sollen
je nach Bedürfnis in späterer Zeit gebaut werden. Die Bassins werden am
Rande durch steinerne Böschungen (Kaie) eingefafßst. An den Seiten der Docks
sollen Speicher, Lagerhäuser etc. errichtet werden,
Ann. d. Hydr. ete., 1901, Heft 1V,