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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Die Witterung an der deutschen Küste im Januar 1901. 
der Ostsee-Küste und am 4. von der Elbe bis Pommern. Läfst man den Nieder- 
schlagstag um 8*a Ortszeit des gleichnamigen Kalendertages beginnen, und sicht 
man von vereinzelten und geringfügigen Niederschlägen ab, so fielen diese 
weiterhin am 19. ostwärts bis Fommern, am 20, an der ganzen Küste, am 21. 
an der Nordsee mehr vereinzelt und von Rügen ostwärts, am 22, an der ganzen 
Küste, am 24. ostwärts bis Mecklenburg, am 25. bis 30. an der ganzen Küste 
und am 31. ostwärts bis zur Kieler Bucht wie an der preußischen Küste, Sehr 
ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm übersteigende Niederschlagsmengen fielen am 
26. in Büsum (22) und am 30. in Kiel (20). An der schleswig - holsteinschen 
Küste wie in Mecklenburg wurden am 25. bis 27. und über dem ersteren Gebiet 
am 30. mehrfach kurze Gewitter beobachtet. Nebel trat in größerer Verbreitung 
am 11. an Theilen der Nordsee, am 12, bis 15. ostwärts bis zur Oder, am 16, an 
der mittleren Ostsee-Küste, am 17. und 18. von der Elbe ostwärts, am 19, ost- 
wärts bis zur Oder, am 20. an Theilen der Nordsee-Küste, am 24. ostwärts bis 
Rügen und am 31. von der Elbe bis Mecklenburg auf. Als heitere Tage, an 
denen die nach der Skala 0 bis 10 geschätzte Bewölkung im Mittel aus den drei 
Beobachtungen am Tage kleiner als 2 war, charakterisirten sich über ausgedehnten 
Gebieten der 1. zwischen Weser und Elbe wie an der Ostsee, der 2, an der 
Ostsee, der 3. an der ganzen Küste, der 4, an der preufsischen Küste, der 6. an 
der ganzen Küste, mit Ausnahme Schleswig - Holsteins, der 9. bis Il. an der 
yanzen Küste, der 16. ostwärts bis Mecklenburg, der 18. mit nebeliger Witterung 
abwechselnd an der ganzen Küste und der 23. ostwärts bis Pommern. 
Durch die Entwickelung eines intensiven Hochdruckgebietes über Skandi- 
navien, das durch östliche Winde strenge Kälte aus Russland herbeiführte, war 
eine bis zum 19, Januar reichende Periode fast ununterbrochenen Frostes über 
Deutschland eingeleitet worden. Die Wetterlage zeigt für diese Zeit zunächst 
bis zum 6. das von Russland über Central- und Südwesteuropa ausgebreitete 
Hochdruckgebiet, das bei zeitweise 780 mm übersteigenden Barometerständen 
seinen Kern von Skandinavien nach Westrussland verlagerte und ganz Deutsch- 
land anhaltend mit kalten Südostwinden überfluthen liefs; nur vorübergehend 
führte eine flache Depression über der südlichen Nordsee am 4. südwestliche 
Winde und auf den Inseln zum Theil Temperaturen über Null herbei. Der 7%. 
zeigte eine Aenderung der Wetterlage, Abnahme des Luftdruckes im Hochdruck- 
gebiet über Westrussland, dafür aber einen neuen Kern hohen Luftdruckes über 
Südskandinavien. Die Tage vom 8. bis Il. Januar boten eine veränderte Wetter- 
lage, indem sich das Gebiet 775 mm überschreitenden Luftdruckes ostwärts nach 
Osteuropa verschob und hier eine Nord—Süd gestreckte Lage annahm, so dafs 
die Zufuhr der Luft von Osten her nur für den Osten und meist auch den Nord- 
westen Deutschlands bestehen blieb, während Süddeutschland veränderliche Winde, 
theils im Bereiche flacher Theildepressionen einer im Westen auftretenden De- 
pression, hatte. Bei meist südöstlichen Winden hatte bis hierher fast durchweg 
trockenes und vielfach heiteres Wetter an der Küste bestanden. Einen anderen 
Charakter, viel Nebel bei meist veränderlichen Winden an der Küste, zeigte der 
dritte Theil der Frostperiode. Am 12, verlor das Maximum im Osten seinen 
Einfluß ganz auf Deutschland; ein neuer Kern hohen Druckes schritt von der 
Nordsee nach Südnorwegen, und es entwickelte sich ein vom 13. bis 18. fast an- 
haltend über Centraleuropa gelegenes Hochdruckgebiet, das zunächst neben jenem 
Kern hohen Druckes über Südskandinavien noch einen über Mitteldeutschland 
und späterhin nur diesen, zeitweise etwas verschoben, zeigte, Bei inlandigen 
Winden blieb die Temperatur an der westdeutschen Küste anhaltend unter Null, 
während von See wehende Winde im Osten am Tage vielfach Thauwetter her- 
beiführten. Nimmt man als Mafsstab für die ganze Frostperiode die Zahl der 
Eistage, d. i. die Tage, an denen die höchste Temperatur unter Null geblieben 
war, so charakterisirt sich diese Frostzeit als ungewöhnlich lang. Rechnet man 
vom Beginn des Frostes an, so hatten Memel und Neufahrwasser 19, die übrigen 
Stationen der Ostsee-Küste 18, die Nordsee-Küste 16, Helgoland 15 Eistage, und 
zwar Wustrow und Kiel olıne Unterbrechung, die übrigen Stationen mit nur 
kurzen Unterbrechungen, zu verzeichnen. Die Nordsee-Küste und Kiel hatten 19 
(Helgoland 18), die Ostseeküste 20 (Memel 21) Frosttage, an denen die Minimum- 
temperatur unter Null lag, und dabei hatten nur Rügenwaldermünde am 14. und 
Memel am 14. und 17. eine Unterbrechung dieser Frostminima. 
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