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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Zur Küstenkunde der Marschall- und Carolinen- nseln. 
Zur Küstenkunde der Marschall- und Carolinen-Inseln, 
(Hierzu Tafel 1 und 2.) 
1. Aus dem Reisebericht S. M. S. „Seeadier“, Kommandant Korv.-Kapt. Schack. 
Am 30. Januar wurde von Matupi aus eine bis zum 12. April währende 
Rundreise nach den Marschall-Inseln und den östlichen Carolinen angetreten, auf 
der Jaluit, Kusai, Pingelab, Ponape, Ngatik, Nukuor und Kumuli (Admiralitäts- 
Inseln) besucht wurden. 
Von Matupi bis nach Jaluit. 
Nach dem Verlassen des Hafens von Matupi wurde Herbertshöhe an- 
gelaufen und dann auf einige Stunden der Hafen von Mioko aufgesucht, von wo 
aus die Reise 4 Uhr nachmittags fortgesetzt wurde. Der Kurs führte dann 
Nachts zwischen den Inseln Nissau und Buka hindurch und von da ab auf Jaluit 
zu. Der westliche Wind hörte auf 3°S und 157°O0 auf; dann folgten Stillen bis 
zum Aequator und von hier ab Nordostpassat, der bis zur Stärke 6 und 7 an- 
stieg und hohen Seegang brachte. Die Stromversetzung war meist westlich, 
1/5 Sm die Stunde, Jaluit kam am 5. Februar in Sicht, nachdem sich die un- 
richtige Lage der Insel Kili (vgl. „Ann. d. Hydr.“, 1899, S. 148) auf der Karte XI 
No. 409 (engl. Adm.-Karte No. 77) bestätigt hatte. 
Wegen der hohen See konnte der Lootse aus der Südosteinfahrt nicht 
auslaufen. Bei günstiger Beleuchtung wurde nach den von der „Möve“ gegebenen 
Anweisungen („Ann. d. Hydr.“, 1896, S. 292) in den Hafen gedampft und auf 
18 m Wasser in der Peilung Riffbake NW’%4W, Jabor W Huk N’7,8W, dicht 
neben der Niederlassung verankert. Bei westlichen Winden empfiehlt es sich, 
weiter draufsen zu bleiben, und auch während des Nordostpassats mufs damit 
gerechnet werden, dafs der Wind bei eintretendem Regen ganz herumspringt, 
Australische Westport-Kohle liefert die Jaluit-Gesellschaft für 55 Mk,, 
Wasser für 9 Mk. Der aus der Cisterne der katholischen Mission (american 
town) mit eigenen Booten geholte Vorrath kostete nichts. 
Von Jaluit nach Kusai. 
Am 12. Februar wurde Jalvit ‚durch die Südwesteinfahrt mit. dem 
Regierungslootsen Domnick verlassen und am 15. Kusai gesichtet. Während 
der Ueberfahrt hatte der Nordostpassat kräftig geweht, der Strom !/2 bis °/4 Sm 
die Stunde mitgesetzt. 
; Beim Ansteuern des Lele-Hafens war der Sattel zwischen Crozer und 
Buache-Berg gut auszumachen, ebenso beim Einlaufen die Riffkanten, da die 
Beleuchtung gut war. 
N Auf dem von „Arcona“ und „Falke“ empfohlenen Ankerplatz (vgl. „Ann. 
d. Hydr.“, 1899, S. 148) meldete sich ein Lootse, der des hohen Seegangs wegen 
nicht hatte auslaufen können. ; 
An frischen Lebensmitteln waren ‚gute, billige Rinder zu haben. 
Nachmittags wurde der Lele-Hafen wieder verlassen und der Wuokat 
(Coquille)-Hafen an der Westseite der Insel aufgesucht. Der auch „King Charley“ 
genannte, an Bord genommene Tokesa erwies sich dabei als Lootse brauchbar. 
Geankert wurde auf 20m Wasser in der Peilung: Iusel Obs. Sp. N0z0'A40, 
Gabert-Insel NW54AW, wo das Schiff während der Nacht gut lag. 
Von Kusai nach Pingelap. 
Am 16, Februar wurde Kusai mit Kurs auf Pingelap verlassen, das am 
nächsten Morgen auf 12 Sm Entfernung in Sicht kam. Während der Ueberfahrt 
setzte der Strom stündlich !/a Sm nach Ost. Da kein Ankerplatz vorhanden ist, 
1) Karten: D, No. 77 (Tit. XI No. 4098). Die Marschall-Inseln; B. No. 983: Marshall 
Islands; B. No. 980: Caroline Islands. Segelhandbuch: Pacific Islands, Bd. IL. 1891, S. 250 ff. 
Bd. I, 1900, S. 415 #, 
Ann. &. Hydr. ete.. 1901. Hoft L
	        
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