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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Wind, Wetter und Strom zwischen Kamerün und Sierra Leone. 123 
dann eine westliche Richtung an und ging zeitweilig bis auf NW in Stärke 
1 bis 3. Die See war dem Winde entsprechend gering, eine leichte westliche 
Dünung machte sich bemerkbar. Das Barometer behauptete seinen normalen 
Stand. Die Temperatur der Luft schwankte zwischen 24 und 27° C., die des 
Wassers betrug 27° C. im Durchschnitt. Am 14. Juni morgens setzte im Hafen 
von Freetown ein Tornado aus Osten mit Böen Stärke 11 ein. Der Regen war 
sehr stark, die Luft kaum bis auf 60 m sichtig. Der Wind hielt etwa 30 Minuten 
an. Das Gewitter blieb etwa 2 Stunden stehen. Zwei im Hafen befindliche 
Handelsdampfer trieben. 
Auf der Rückreise nach Kamerun, 18. bis 31. Juni, regnete es fast 
ununterbrochen. Der Wind war südlich in Stärke 4 bis 6, es stand eine starke 
südliche Dünung und See. Oestlich von Kap 'Chree Point regnete es nur noch 
einige Stunden am Tage. Der Himmel war oft stundenlang klar. Der Wind, 
die Dünung und See nahmen ab bis auf Stärke 3. Das Barometer zeigte während 
der ganzen Reise den normalen Stand: 766 bis 767 mm. Die Temperatur 
der Luft sehwankte zwischen 28 und 24°, die des Wassers zwischen 26,5 und 27°. 
Strom. Nach dem Ankerlichten am 16. Mai bis 2 Uhr mittags machte 
sich kein Strom bemerkbar, Vom 16, bis 17. Mai mittags (4° 5,2‘N-Br, 6° 16,19‘ 0-Lg) 
wurde ein geringer Strom festgestellt, 7,1 Sm N 70°O0. Bei der Brafs- und Nun- 
Mündung wurde das Schiff stark in nördlicher Richtung versetzt. Diese Mündungen 
wurden bei Fluthstrom passirt. Vom 17. bis 18. Mai (4° 45,2° N-Br, 4° 19,2° O-Lg) 
setzte der Strom N 9° O, 13,2 Sın in 20 Stunden. Von hier ab bis zur Rhede 
von Lagos war der Strom nur gering in nördlicher Richtung. Von Lagos 
nach Klein-Popo setzte er N 65° O, etwa 1,3 Sm in der Stunde, bei einem Ab- 
stand von 8 bis 10 Sm von der Küste, und von Klein-Popo mach Lome, 800 bis 
1000 m Abstand von der Küste, N 73° O0, 0,8 Sm in der Stunde. Nach dem Ver- 
lassen der Rhede von Lome setzte der Strom bis Kap St. Paul S 40° W, 1,2 Sm 
in der Stunde. Von hier ab wurde wieder ein Gegenstrom festgestellt, der bis 
zum nächsten Mittag (4° 57,5‘ N-Br, 0° 58,7‘ W-Lg) N 43° O0, 142 Sm in 
16,4 Stunden, setzte, Dann setzte er bis Kap '’hree Point S 54° O0, 0,5 Sm in der 
Stunde. Am 4. Juni konnte kein astronomisches Besteck genommen werden. 
Es wurde daher der Strom erst am 5. Juni mittags auf 4° N-Br, 6° 31' W-Lg fest- 
gestellt. Dies Besteck ergab eine Versetzung von N 85° O, 34 Sm in 37,7 Stunden. 
Der Strom scheint bei Kap Three Point geringer und nach Kap Palmas zu 
stärker gewesen zu sein, denn etwa 40 Sm östlich von letzterem wurde ein 
Strom von etwa 3 Sm in der Stunde festgestellt. In der Nähe von Kap Palmas 
war der Strom östlich etwa 1 Sm in der Stunde. Von Kap Palmas nach Gran 
Bassa setzte der Strom 1,4 Sm in der Stunde in S 68° O0, bei einem Abstande von 
etwa 10 Sm von der Küste. Bei Hellwerden am 6. Juni wurde die Küste 
angesteuert und bei etwa 2 Sm Abstand kein Strom wahrgenommen. Von 
Gran Bassa nach Monrovia setzte der Strom S40° O, 1 Sın in der Stunde, und 
von Monrovia bis Kap Mount N67°W, etwa 1,3 Sm in der Stunde, und dann 
bis südlich der St. Ann Rocks S 50° O, 0,5 Sm in der Stunde. Westlich dieser 
Rocks setzte der Strom nördlich, 0,8 Sm in der Stunde. Weder bei der Ansteuerung 
noch beim Verlassen von Freetown wurde eine auf die Carpenter Rocks setzende 
Strömung bemerkt. 
Auf der Rückreise von Freetown nach Kamerun setzte der Strom bis 
westlich von Kap Palmas in fast entgegengesetzter Richtung, als in den Karten 
angegeben, und zwar vom 18. bis 19. Juni (7° 2,6‘ N-Br, 12° 40,6‘ W-Lg) N 12°W, 
26,2 Sm in 18,8 Stunden, vom 19. bis 20. (5° 49,7‘ N-Br, 10° 42,8‘ W-Lg) N 53,5°O0, 
21,5 Sm, vom 20, bis 21. (4° 39,8‘ N-Br, 8° 57,2‘ W-Lg) N55,2° O0, 17,5 Sm. Diese 
Strömung mag durch den herrschenden Südwind in Stärke 5 und eine starke 
südliche Dünung hervorgerufen sein. Westnordwestlich von Kap Palmas nahm 
der Strom eine östlichere Richtung an, vom 21. bis 22. (4° 12,8‘’N-Br, 5° 49,4‘ W-Lg) 
setzte er N 64°O, 33,3 Sm, vom 22. bis 23. (4° 20,0‘ N-Br, 1° 42,0‘ W-Lg) N 78°O, 
40,2 Sm, südlich von Kap Three Point nahm er eine nördliche Richtung und 
setzte in den nächsten 24 Stunden (4° 19,8‘ N-Br, 1°37,0‘ O-Lg) N 17,5°O0, 13,9 Sm, 
dann vom 24, bis 25. (4° 4,4'N-Br, 5° 0,0’ O-Lg) S44° 0, 7 Sm. Am letzten 
Tage vor Fernando Po wurde keine Strömung wahrgenommen. Auf der Reise 
von Fernando Po nach Kamerun setzte der Strom während der Ebbe-Zeit 1,5 Sm 
in südlicher Richtung in der Stunde.
	        
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