122 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1901.
Einfahrt ist, wenn die Leitmarken gut ausgemacht und befolgt werden können,
nicht schwierig.
Der Ankerplatz im äufseren Hafen ist auch gut, jedoch gegen Südwest-
bis Westwinde ungeschützt. Das V. St.-Kriegsschiff „New Orleans“ lag während
eines mäßigen Sturmes aus NW—SW vor einem Anker im äufseren Hafen. Der
Seegang war nur mäfsig grob und nahm bei Südwestwind bald ab. Schiffe, die
nach Aparri bestimmt sind, ankern zuweilen im äufseren Hafen, wenn sie zu
hohen Seeganges halber die Barre in der Mündung des Rio Grande de Kagayan
nicht kreuzen dürfen. (Hierüber siehe auch „Nachrichten für Seefahrer“ 1900,
No. 546 und 1535, sowie „Ann. d. Hydr. ete.“, 1900, Heft XII, Seite 578.)
Gezeiten. Die Fluthhöhe beträgt 1,2 m.
Lothungen und Strömungen nördlich von Luzon.
Vom V.St.-Kriegsschiff „New Orleans“ wurde während einer Reise von
Aparri an der Nordküste der Insel Luzon nach San Domingo auf der Batan-Insel
in 19° 40’ N-Br und 121° 28‘ O-Lg kabbliges Wasser, ähnlich der Brandung über
einem Riff, voraus gesichtet. Bei verminderter Fahrgeschwindigkeit wurden dann
in gleichen Zwischenräumen bis auf 19° 47'N-Br und 121° 26‘ O-Lg Lothungen
vorgenommen, wie folgt:
Auf 19° 40‘ N-Br und 121° 28‘ O-Lg mit 275 m kein Grund; dann 36,6 m,
harter Grund; 98,8 m, steiniger Grund; 69,5 m, steiniger Grund mit kleinen
Muscheln; 69,5 m, steiniger Grund; 98,8 m, Korallengrund; auf 19° 47‘ N-Br und
121° 26‘ O-Lg mit 180 m kein Grund.
Während dieser Zeit war der Wind mäfig und der Seegang aus SW be-
trächtlich.
Dieses kabhlige Wasser bot einen gleichen Anblick wie das früher in
19° 52‘ N-Br und 121° 27‘ O-Lg bemerkte, das durch Gezeitenströme veranlafst
zu sein schien. Lothungen wurden damals nicht vorgenommen; es kann sich
daher eine Untiefe dort befinden.
Von 17 Sm nördlich von Kalayan bis zur Sabtan-Insel setzte der Strom
mit 31/4 Sm Geschwindigkeit nach NzW. Dieser Strom scheint vom Stillen
Ozean zu kommen, dann am Kap Engano und östlich von der Kamiguin-Insel
vorbei und zwischen der Kalayan- und der Babuyan Claro-Insel hindurch auf die
Ostküste von Formosa zu setzen, wo er den japanischen Strom bildet.
30 Sm NOzN vom Bojeador-Leuchtthurme setzte der Strom bei mäfsigem
Südwestwinde NOzN mit 2,6 Sm Geschwindigkeit, und 40 Sm NzO vom Leucht-
thurme setzte der Strom Süd mit 2,6 Sm Geschwindigkeit. Zwischen der Fuga-
Insel und Luzon setzte der Strom SOzO mit 0,7 Sm Geschwindigkeit.
Wind, Wetter und Strom zwischen Kamerun und Sierra Leone.
Aus dem Reiseberieht S. M. S. „Habicht“, Kommandant Kory.-Kapt. Kutter. Mai und Juni 19600
Das Wetter war während der Reise von Kamerun bis kurz vor Kap
Palmas, vom 16. Mai bis 6, Juni, schön, der Himmel durchschnittlich leicht
bewölkt, selten gauz hedeckt. Nast täglich zeigte sich Wetterleuchten am
Horizont. Am 16., 1s., 21, 23. und 30. Mai setzten Tornados aus östlicher
Richtung ein. Von starken Böen waren nur der am 21. auf Lagos-Rhede und
der am 30. Mai auf der Rhede von Lome auftretende begleitet. Bei ersterem
srreichten die Böen Stärke 10. Während des Tornados bildete sich eine Wind-
hose, die sich schnell in östlicher Richtung fortbewegte und das Wasser etwa
5 m hoch mit sich rifß. Bei letzterem erreichten die Böen Stärke 11. Das
Barometer zeigte hierbei keine Schwankungen, dagegen fiel das Thermometer
von 28,4 auf 21,7° ©. Es regnete aufser bei den Tornados selten und wenig,
aur am 4. Juni regnete es heftig und am nächsten Tage einige Stunden. Der
Wind und die See waren durchweg südwestlich in Stärke 2 bis 4.
Das Barometer zeigte nur geringe Schwankungen. Die Temperatur der
Luft war zwischen 27 und 29° C., die des Wassers war bis Lome im Durch-
schnitt 28,5° und fiel dann bis 27,5° C. Während der Reise von Kap Palmas
bis Freetown vom 6. bis 12. Juni regnete es fast ununterbrochen und sehr stark.
Der Wind kam von Kan Palmas bis Gran Bassa, 6. bis 7. Juni, aus SW, nahm