Zur Küstenkande der Philippinen
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Kl
Zur Küstenkunde der Philippinen.
Nach „Notice to Mariners“ No. 132 und 133, Washington 1901,
San Vieente-Hafen an der Nordküste von Luzon, !)
(Hierzu Tafel 7.)
Der ‘Hafen: von San Vicente ist der beste Hafen an der Nordküste der
Insel Luzonm und zugleich der einzige Taifunhafen, in dem Schiffe vollständig ge-
schützt liegen können. In den Hafen führen zwei Einfahrten. Die westliche
Einfahrt bietet keine Schwierigkeit, die östliche dagegen ist, Klippen und Untiefen
halber, gefährlich und sollte von Schiffen jeder Größe gemieden werden.
Ansteuerung, Von Norden kommend, darf man nicht zu nahe an der
Palaui-Insel entlang steuern, da die in der amerikanischen Karte No. 1726 ein-
gezeichneten Klippen sich weiter westlich von der Insel erstrecken können,
Die. Puerto - Huk, einen hohen steilen bewaldeten Abhang in SW der
Palaui-Insel, lasse man in etwa 3/41 Sm Abstand an seiner Nordseite und steuere
dann Ost, bis man sich nahezu südlich von der San Vicente - Insel befindet und
die. Rona-Insel eben links von der Escucha-Insel durch die Osteinfahrt hindurch
peilt. Die Rona- Insel ist ein niedriges, bewaldetes KEiland, dessen Grund aus
weifsem Sand und Steinen besteht. Die Kscucha - Insel ist hoch und bewaldet.
Von Westen durch die Osteinfahrt gesehen, liegt sie jenseits der vorigen Insel.
Nördlich von der Osteinfahrt liegt eine Reihe von Hügeln, die sich bis
zur Einfahrt erstrecken. Eben links von der östlichen Huk führt ein Hohlweg
zwischen den Hügeln hindurch. Rechts von dem Hohlweg steht ein hoher, auf-
fAlliger Baum mit belaubtem Gipfel, der bedeutend höher ist als alle Bäume in
der Umgebung. Man steuere nun auf Ostkurs weiter, bis dieser Baum rw,
N 26°0 (mw. NNO'!/40) peilt, dann auf diesen Baum zu, bis die Südspitze des
San Vicente - Eilandes rw. N50°W (mw. NW’W) peilt, und ankere auf 13 m
Wasser.
; Einsteuerung in den inneren Hafen. Man sollte nicht eher in den
inneren Hafen einzusteuern versuchen, bis man die Leitmarke für die Einsteuerung
gut ausgemacht hat. Wenn der auffällige hohe Baum rw. N 26°O0 (mw. NNO'!/0)
peilt, mufßs.er auch in Deckpeilung sein mit zwei kleinen Bäumen an der Wasser-
kante, deren Stämme und Aeste weils gestrichen sind. Auf dieser Leitmarke
Sndet man 12 bis 27 m Wasser. Sie führt durch eine etwa 320 m weite Durch-
fahrt; an deren Kanten Klippen mit nur 0,9 m Wasser liegen.. Auf der Leit-
marke kann man leicht einsteuern, muls sie aber sorgfältig innehalten, um diese
Klippen zu vermeiden.
An St. B. dicht am Wasser und nahe bei einer kleinen Hütte auf Luzon
steht ein verdorrter Baum mit weit ausgebreiteten Aesten, dessen Stamm und
Aeste beinahe weils gebleicht sind. Südlich von diesem Baume liegt ein lang-
gestreckter hoher Berg mit einem kleinen rundlichen Gipfel auf seinem östlichen
Abhange. Dieser Gipfel kann gut ausgemacht werden an einer kleinen Kin-
senkung rechts von ihm, in der eine Baumgruppe steht.
Sobald der eben erwähnte Baum mit diesem Gipfel in Eins peilt, in rw.
851°0 (mw. S0'40),. drehe man hart nach B.B., bis man den scharfen kegel-
förmigen Gipfel an der Innenseite der Bucht etwa 1%s Strich an B.B. peilt.
Dieser Gipfel ist derjenige rechts von dem steilen Abhange an der Wasserkante,
der angebrannt ist und röthlich aussieht. Dann steuere man nordnordwestlich,
bis die Nordkante des San. Vicente-Eilandes etwa rw. S 66° W (mw. SWzW ‘/W)
peilt, und ankere auf 7 bis 9 m Wasser über Schlickgrund. Es empfiehlt sich,
da das Riff an der Westseite .der Einfahrt in den inneren Hafen ohne Seezeichen
ist, ein Boot an der Kante des Riffes zu verankern, so da[ls das Schiff dicht um
das Riff herumsteuern kann. Ein Strom von 3 bis 4 Sm Geschwindigkeit ist
vor der Huk zu erwarten.
Ankerplatz. Der innere Hafen ist ein vorzüglicher Hafen. Man findet
hier ‚einen sicheren. Ankerplatz, auf dem man einen Taifun abreiten kann. Die
A Brit. Adm.-Karte No. 2454: Northern ‚Portion of the. Island of Luzon, mit Plan.