Bemerkungen über die Vigo-Bucht,
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29. September d. J. war die Kapelle auf dem Monte Alba schon in etwa 20 Sm
Entfernung auszumachen und als Einsteuerungsmarke zu verwerthen. Charakteristisch
für diesen Berg sind die beiden kleinen sanft abfallenden und dicht nebeneinander
liegenden Gipfelchen, in welche seine Spitze ausläuft. Aus nördlicher Richtung
gesehen, liegt die Kapelle auf dem linken der beiden Gipfel. — Die Stellung der
Sonne. beeinflufst die Sichtbarkeit derselben sehr. — Siehe auch die Beantwortung
des Fragebogens über Vigo in den „Annalen der Hydrographie. etc.“, 1898,
Seite 296, unter Landmarken. .
Zu d. Feuer auf dem Castle de la Guia.. Diese Bemerkung ist hinfällig
geworden, und es bedarf daher hier eines Hinweises auf die „Nachrichten für
Seefahrer“ 1900 No. 940, an welcher Stelle die wiedererfolgte Anzündung des
Leuchtfeuers amtlich bekannt gegeben worden ist.
Lootsenfahrzeuge vor der Vigo-Bucht, Als solche sind nur die Lootsen-
barken vorhanden, wie im Fragebogen über Vigo. auf der bereits angezogenen
Seite unter „Looitsenwesen“ angegeben... Wie eine Rückfrage auf dem Hafen-
kapitanat ergab, ist ein Lootsendampfer nicht daselbst stationirt. Die in den
englischen „Sailing Directions, West coast of France, Spain etc.“ 1900 anf
Seite 455 enthaltenen Angaben über Lootsen sind danach lückenhaft. Auch be-
steht eine Lootsenwache auf der eisernen Pier von Vigo nicht.
Einsteuerung in die Südeinfahrt zu der Vigo-Bucht. In dem unter 2
genannten Bande der „Sailing Direetions“ No. 456 ist für die Binstenerung in
die Vigo-Bucht durch den Südkanal die Peilung angegeben: „Die Felsen ‚auf der
Höhe von Kap Mar in Eins mit der Spitze La Guia“, Nach den diesjährigen
Erfahrungen S. M. S. „Stosch“ sind die niedrig über Wasser liegenden Felsen vor
dem Kap Mar selbst bei ziemlich sichtigem Wetter auf eine so grofse Entfernung
nicht mehr auszumachen. Dagegen ist neuerdings auf dem Kap Mar ein größeres
Privatgebäude errichtet mit weilsem Maueranstrich und ziegelrothem Dach, welches
dann noch gut sichtbar ist, Die Kapelle auf der Spitze La Guia nördlich gut
frei von diesem Gebäude giebt einen besseren Anhalt für die Innehaltung der
Mitte des Südfahrwassers.
Cayo.
Kapt. R. Paessler, D. „Totmes“, August 1900.
(Hierzu Vafel 6,)
Nach dem Fragebogen über Cayo von
Cayo oder Callo*!) liegt an der Küste von Ecuador auf etwa 1° 22‘ S-Br,
80° 44' W-Lg, und ist der Hafen von Jipijapa. Der Ort besteht aus fünf am
Strande liegenden Häusern, von denen das südlichste ein rothes Dach hat. Das
Haus des Hafenkapitäns ist an einer Flaggenstange kenntlich. Ktwa '/4 Sın
weiter nördlich liegt noch ein aus 15 bis 20 Hütten bestehendes Dorf am Strande.
Ansteuerung, Die etwa 110 bis 120m hohe Callo-Insel vor der gleich-
namigen Huk ist von allen Richtungen leicht zu erkennen, Man bringe den dem
Orte zunächst liegenden steil abfallenden gelben ‚Abhang in OSO bis S0z0?40
und steuere darauf zu, bis die Daphne-Klippe in Eins mit der Callo-Huk ist.
Darauf ankere man.. Die Daphne-Klippe liegt nach den Angaben des Kapt.
R. Paessler ungefähr 3 Kblg. weiter vom Lande ab, als in der englischen Ad-
miralitäts-Karte No. 1814 angegeben.
Ankerplatz. Dampfer „Totmes“ ankerte auf 9m Wasser, Grund harter
Sand, in folgenden Peilungen: Callo-Huk in SzW’/sW (die Daphne-Klippe halb
verdeckt durch die Huk), der oben erwähnte steile gelbe Abhang in S0z0%0
und. das südlichste Haus von Callo in ONO. Der im „South America Pilot“,
Part II, Seite 546, empfohlene Ankerplatz, von dem man die Daphne-Klippc
mitten zwischen der Callo-Huk. und der Callo-Insel peilt, liegt zu weit vom Lande
ab. Das Laden würde dort zu langsam gehen. Die Wassertiefen sind auf dem
erstgenannten Ankerplatze und auch etwa 2 Kblg. weiter landwärts noch ge-
nügende. Nachdem der Dampfer „Totmes“ mit dem Heck nach dem Lande zu
geschwoit war, wurden bei Niedrigwasser nicht unter 8% m und über 1 Kblg.
5 Vol, „Ann. d. Hydr. ete.“, 1890, 5. 96; 1892, S. 68 und 2.8; 1894, S. 1983.