Port Alfred.
115
Alle genannten Signale müssen durch Hissen des Antwortwimpels an best-
sichtbarer Stelle beantwortet und pünktlich befolgt werden. Vernachlässigung
derselben wird dem Lloyds-Bureau und dem Schiffsrheder berichtet.
Schiffsführer sollten jedoch nicht erst die Signale abwarten, sondern bei
Zeiten die nöthigen Vorsichtsmafsregeln treffen. Das erste Steigen des Queck-
silbers nach einem tiefen Barometerstande deutet einen starken westlichen Sturm
an, das erste Fallen nach einem hohen Stande einen östlichen Sturm mit kurzem
kabbelnden Seegang.
Gezeitensignale. Eine blaue Flagge wird bei Fluthtide, eine rothe bei
Ebbtide vom Halenamte gezeigt.
Die Stadt Port Alfred liegt auf beiden Ufern des Kowie- Flusses. Sie
bietet als Hafenstadt gewisse Vortheile für Küstenfahrer und kleinere Schiffe.
Es befinden sich hier ein Zollamt, Warenhäuser unter Zollverschlufs und andere
Gebäude mit Einrichtungen zum Löschen und Laden. Die Stadt steht durch
eine Eisenbahn, die bis zum westlichen Landungsplatze führt, mit der staatlichen
Eisenbahn in dem 43 Sm entfernten Grahams Town in Verbindung. Telegraphen-
und Postverbindung besteht mit anderen Städten der Kapkolonie. Die an der
Küste verkehrenden Postdampfer laufen hier an. Die Stadt zählte 1891 1529 Ein-
wohner, darunter 626 Weifse,
Port Alfred ist ein beliebter Kurort in der Kolonie, da infolge des
Agulhas-Stromes der Winter gemäfsigt ist. Frost giebt es fast gar nicht. Das
Albany-Krankenhaus in. Grahams Town nimmt Kranke auf.
Handelsverkehr. Der Handel ist infolge der Konkurrenz anderer Städte
der Kolonie und aus anderen Gründen sehr zurückgegangen. Im Jahre 1886
kamen an 117 Schiffe von 214000 Registertonnen, 1893 nur 6 Schiffe von
1017 Registertonnen, 1896 3 Dampfer von 231t; in den folgenden Jahren wurde
der Hafen von Schiffen nicht besucht.
Schiffsausrüstung. Proviant ist zu haben, jedoch nur wenig Wasser von
mäfeiger Güte. Ballast kann aus dem Flusse abgabenfrei entnommen werden.
Der Kohlenvorrath dient nur für den Verbrauch der Eisenbahn.
Der Zeitball fällt vom Signalmast an der Wurzel des westlichen Hafen-
dammes auf elektrischem Wege von der Kap- Sternwarte aus um 1* 30" 0°
mittlerer Kapkolonie-Zeit oder 010" 0° mittlerer Greenwicher Zeit,
Wind und Wetter. Im Sommer herrschen tags östliche bis südöstliche
Winde vor, nachts ist es entweder still oder es weht eine leichte Seebriese.
Zeitweilig hält auch ein steifer Südostwind Tag und Nacht zwei bis drei Tage
lang an. Im Winter wehen westliche Winde, die zeitweise schlechtes Wetter
im Gefolge haben. Auf See herrscht hin und wieder Sturm, wenn unter der
Küste schönes Wetter ist.
Chinde.
Nach dem Fragebogen von Kapt. G. H. Casseboom, Bark „Baldur“, August und September 1900,
ergänzt nach den neuesten englischen und französischen Quellen,
Die portugiesische Kolonie Chinde liegt auf der Foot-Huk am rechten
Ufer der Chinde - Mündung, während das Dorf Chinde, nach dem die Kolonie
benannt ist, etwa 20 Sm flufsaufwärts an der Stelle liegt, wo sich der Chinde-
Fluß vom Sambesi abzweigt. Der Chinde - Flufs, eigentlich nur ein Mündungs-
arm des Sambesi, ist die beste Einfahrt zum Sambesi. Die geographische Lage
der portugiesischen Kolonie ist etwa 18° 34’ S-Br, 36° 28' O-Lg.
Landmarken. Das Land in der Nähe der Chinde - Mündung ist niedrig
und gleicht der Umgebung der übrigen Mündungsarme des Sambesi; es sind nur
wenige Landmarken vorhanden, die zum Erkennen der Chinde-Mündung dienlich
sind. Die niedrige Foot-Huk ist mit einigen Bäumen und Gebüsch bestanden,
während die Küste südlich davon, die ebenfalls niedrig ist und keine Landmarken
aufweist, mit Gebüsch bewachsen ist. Mitaone Point, die Nordhuk der Chinde-
Mündung, trägt zwei Baken, von denen die innere, ein 8,5 m hohes rothes eisernes
Gerüst mit weißer Laterne, etwa 16 Sm weit sichtbar ist. Die auf den beiden
Baken brennenden weißen Feuer, von denen das äufsere 7 Sm und das innere
bl