114 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1901.
bei östlichen Winden die Fluthhöhe um 0,2 bis 0,3 m kleiner, bei westlichen
Winden um ebenso viel größer ist. Auf der Rhede sind die Gezeitenströme
nicht wahrnehmbar, während sie im Flusse noch 12 Sm flufsaufwärts fühlbar sind.
Der Agulhas-Strom setzt in 5 bis 25 Sm Abstand von der Küste west-
wärts, zeitweise mit sehr grofser Geschwindigkeit, wie schon erwähnt wurde,
Zuweilen setzt auf der Rhede der Strom gegen den Wind, was das Abreiten
desselhen erleichtert und die Gezeitenströme aufhebt.
Die Barre des Kowie-Flusses liegt innerhalb der 5,5 m- Grenze. Von
1 Kblg. Abstand seewärts vom westlichen Brückenkopfe flacht das Wasser all-
mählich bis auf 2,1 bis 1,2 m hei Springtide-Niedrigwasser an. Sie besteht aus
Sand über felsigem Untergrunde. Bei westlichen und südwestlichen Stürmen
steht auf ihr heftiger Seegang, der grofse Sandmassen ablagert, wodurch sie
zwei oder drei Tage lang unpassirbar wird. Diese Ablagerungen werden jedoch
gewöhnlich während der folgenden Springtiden wieder abgeschwemmt., Eine Folge
davon ist, dafs das Fahrwasser über die Barre beträchtlichen Aenderungen hin-
sichtlich Richtung, Lage und Wassertiefe unterworfen ist.
Bei gutem Wetter können Schiffe mit höchstens 3,3 m Tiefgang unter
Lootsenführung die Barre passiren, jedoch wird der Hafen nur von kleinen
Küstenfahrern besucht.
Als Leitmarke zum Passiren der Barre dienen zwei Baken, Die innere
von ihnen ist eine weiße Flaggenstange, die östlich von einem Hause auf dem
Cock-Berge, auf dem westlichen Ufer des Flusses, errichtet ist. Die äußere ist
roth gestrichen und besteht aus zwei Pfählen, die durch Querhölzer verbunden
sind, über denen sich ein anderer Pfahl mit Balltoppzeichen befindet. Sie steht
auf einem kleinen Sandhügel rw. S61°0 (mw. SS0%40) 161m von der vorigen
entfernt.
Hafenanlagen. Aufser der Rhede giebt es einen eigentlichen Hafen nicht,
sondern nur Landungsanlagen im Flusse,
Hafensignale. Die folgenden Signale werden vom Hafenamte gezeigt:
1. Kin schwarzer Ball über dem Union Jack . . . . Stecke etwa 70 Faden Kette, halte einen
zweiten Anker klar.
2. Ein schwarzer Ball unter dem Union Jack. . . . Suche die hohe See zu gewinnen,
3. Eine Flagge blau, weifs, blau (horizontal) üb, d. UnionJack Nimm Bramstängen herunter, brasse die
Raacn an den Wind und halte das
Schiff seeklar.
Mache dritten Anker klar und bereite
dich auf schlechtes Wetter vor.
Hieve zweiten Anker auf und Kette su
weit ein, wie zuerst geankert
4. Union Jack über ciner weifs und blauen Flagge ,
5. UnionJack üb. einer roth-weifs-blauen senkrecht) Flagge
Barresignale,
Bei Tage.
Arbeitsflagge (roth, weils gewürfelt) wird gehifst, wenn die Barre von Schleppern und
Leichtern passirt werden kann; sie wird halbmast gehalten, wenn besondere Vorsicht heim
Passiren der Barre geboten ist, und niedergeholt, wenu die Barre nicht passirt werden darf.
Rothe Flagge unter der Arbeitsflagge . ‚Weder Schlepper noch andere Fahrzeuge
dürfen einlanfen.
Bei Nacht.
Barre passirbar.
Barre unpassirbar,
Schlepper und Leichter können aus-,
aber nicht einlaufen.
Schlepper und Leichter können ein-,
aber nicht auslaufen,
Schiffssignale. Schiffsführer können ihre Wünsche ihren Agenten durch
das Hatenamt mit Benutzung des internationalen Signalbuches mittheilen, ‚Jede
Hülfe wird, soweit ausführbar, gewährt werden.
Schiffe, die das internationale Signalbuch nicht an Bord haben, können
folgende Signale machen:
]. Nationalflagge im Vorstängewant
7. Nationalflagge im Grofsstängewant
‚ Nationalfßlagge im Fockwant . .
2. Nationalflagge im Grofswant , . . 0.0...
5. Flatternder Gegenstand an gut sichtbarer Stelle