Port Alfred.
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Die Fountain-Klippen, eine gefährliche Klippengruppe ohne Seezeichen,
liegen an der Ostseite der Ansteuerung zum Kowie-Flusse. Sie erstrecken sich in
Ost — West-Richtung !/2 Sm weit. Einige von diesen Klippen fallen bei halber
Tide trocken, andere sind gerade noch bei Hochwasser sichtbar. Auf den äufseren
steht ständig Brandung. ;
Jansens Rock ist eine Untiefe, die bei Niedrigwasser sichtbar wird. Sie
liegt rw. N 83°O0, mw. 0SO, 31a Kblg. von der östlichen sichtbaren Klippe der
Fountain-Gruppe entfernt. Dicht an ihrer Ost- und Nordseite steht 7 bis 9m
Wasser, seewärts von ihr 16,5 m.
Leitmarken. Die Steinbrüche auf dem Ostufer des Kowie-Flusses in
vw. NWzW'AW- (mw. NNW!AW-) Peilung und westlich frei von der Huk
des alten Zollhauses gehalten; führen westlich von den Klippen frei. Der Ein-
schnitt in die Küstenabhänge nahe bei der Mündung des Rufane-Baches in rw.
N2°W (mw. NNO'40), führt östlich von den Klippen entlang.‘ Wenn man sich
der Mündung des Kowie bis auf etwa 2 Sm Abstand genähert hat, kann man auf
der Leitmarke für die Barre nach dem Ankerplatze auf der Rhede. steuern.
Signalstationen. Der Signalflaggenstock des Hafenamtes. steht auf dem
westlichen Hafendamme, etwa 315m von dessen Kopfe entfernt. Der Signalmast
der Zeitsignalstation steht nahe dabei.
Ein Rettungsboot mit Leinengeschütz liegt im Hafen.
Lootsenwesen. Sobald ein Schiff vor dem Hafen anlangt, kommt der
Hafenmeister, der zugleich shipping master ist, an Bord, wenn es das Wetter
erlaubt, und weist dem Schiffe den Ankerplatz an; andernfalls wird der Platz
durch Signale vom Hafenamte bezeichnet. Lootsen mit einem Schlepper, um
Schiffe ein- und auszuschleppen, sind immer bereit, Kein Schiff sollte versuchen,
selbst bei günstigstem Wetter, ohne Lootsen in den Fluß einzusteuern. Schiffs-
boote sollten die Barre, wenn sie auch noch 80 schlicht aussieht, nicht passiren.
Ankerplatz auf der Rhede. Die Rhede ist seewärts von der 9 m-Linie,
mit Ausnahme der Jansen-Untiefe, rein. Den besten Ankerplatz auf 27 bis 31m
Wasser über gut haltendem Ankergrunde findet man, wenn man die Einfahrt
zum Flusse offen hält und den Flaggenstock des Hafenamtes auf dem westlichen
Ufer nahe: an der Einfahrt rw. N 55° W (mw. NNW!/AW) peilt. Dieser Anker-
platz liegt aufser Bereich der Brandung. An anderen Stellen ist der Anker-
grund meist nicht gut, da er aus Sand über felsigen Stellen besteht.
Der Anker. muß mit einer Boje versehen sein, auch müssen Kokostrossen
auf den Ankerketten befestigt und Vorkehrungen getroffen werden, um bei ein-
tretendem schlechten Wetter die Ketten schlippen zu können, in welchem Falle
auch der Tamp der Kette mit einer Boje zu versehen ist. Alle diesen Hafen
besuchenden Schiffe sollten mit dem besten Ankergeschirr und ‚einer starken
Kokostrosse, um Stürme abreiten zu können, ausgerüstet sein.
Die .Bramstängen müssen gestrichen, die Marssegel doppelt gereeft und
das Schiff immer seeklar gehalten werden; auch mufs man alle Signale vom
Hafenamte aufmerksam beachten, um keine Zeit zum Inseegehen zu verlieren,
falls solches durch Signale gefordert wird.
Wenn der Wind aus östlicher oder westlicher Richtung weht, ist es vor-
theilhaft, vor einem Anker mit der ganzen Kette und einer Springtrosse darauf
zu liegen; bei südlichem Winde und schlechtem Wetter jedoch und wenn man
keine Aussicht hat, die hohe. See zu gewinnen, ist es besser, das Schiff gut aus-
scheeren zu lassen, dann: einen zweiten Anker fallen zu lassen, bevor man vom
ersten Kette steckt, und dann beide Ketten gleichmäfsig auszustecken.
Schiffsführern wird dringend empfohlen, so viel als möglich an Bord zu
bleiben und immer nur unter großer Vorsicht ihre Schiffsboote an. Land zu
senden, da Unfälle durch Vertreiben vorgekommen sind.
Falls man gezwungen ist, in See zu gehen, mufßs man dem Umstande
Rechnung tragen, dafs der Agulhas-Strom oft mit 80 bis 90 Sm Geschwindigkeit
im Etmal westwärts setzt. Wenn man sich in höchstens 12 Sm Abstand von
der Küste hält, wird man dem sehr schweren Seegange, der seewärts von dieser
Grenze durch den Agulhas-Strom hervorgerufen wird, nicht ausgesetzt sein. .
Gezeiten und Gezeitenströme. Es ist Hochwasser im Kowie-Flusse ‘bei
Voll- und Neumond um 3" 50”; die Fluthhöhe beträgt bei Springtiden 1,2 bis
1,5 m, bei Niptiden 0,9 m. Die Gezeiten werden vom Winde beeinflufst, so dafs
Ann. d, Hvar. eic., 19001. Heft III