Zur Küstenkunde Westafrikas,
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Wind und Wetter. I. Von Kamerun nach Boma. Der Wind war
von Kamerun bis Lopez aus SSW bis WSW in Stärke 1 bis 4, dann ging er
über Süd bis SO in Stärke 1 bis 3. Die See war dem Winde entsprechend; es
zeigte sich außerdem noch eine geringe südwestliche Dünung. Beim Verlassen
der Lopez-Bucht ging die hellbraune Farbe des Wassers nördlich vom Leucht-
thurme plötzlich in eine schmutzig-grüne über, die sich südlich vom Leucht-
ihurme langsam wieder verlor. Das specifische Gewicht und die Temperatur
war kurz vor dem Eintritt in dieses Wasser 1,0234 und 23,0° C., kurz nach dem
Eintritt 1,0220 und 24,0° C.
, Der Himmel war durchweg bedeckt, doch regnete es nur selten und gering.
Der Stand des Barometers schwankte zwischen 766 und 768 mm, die Temperatur
der Luft zwischen 22 und 25° C., die des Wassers zwischen 22 und 24° C.
23. Von Boma nach Banana. Vom Congo bis Anno Bom kam der
Wind aus WSW, Stärke 3. Von hier bis St. Thome war er südsüdöstlich und
ging dann bis zur Kamerun-Mündung auf SSW, Stärke 3. Das Wetter war bis
östlich von Fernando Po klar, dann wurde es unsichtig, und vor der Kamerun-
Mündung regnete es stark.
Das Barometer schwankte zwischen 765 und 767 mm, zeigte aber durch-
schnittlich letzteren Stand.
Die Temperatur der Luft betrug 21 bis 25° C., und zwar nahm sie nach
Norden zu. Die Temperatur des Wassers schwankte bei der Congo-Mündung
zwischen 24 und 27° C., später war sie 25° C.
Plan des Ankerplatzes von Mandjl,
Näch dem Reisebericht S. M. S. „Wolf“, Kommandant Korv.-Kapt. Hugo Koch. Oktober 1900.
(Hierzu Tafel 5.)
Die Kartenskizze giebt die richtige Lage der Faktoreien an; die fran-
zösische Hafenkarte ist ungenau. Bei den in die Skizze eingezeichneten Ankern
liegen Festmachetonnen. Südöstlich, in etwa 1 Sm Abstand von der schwarzen
Fahrwassertonne wurde eine Tiefe von 25 bis 30 m Wasser vorgefunden.
Port Alfred. 9)
Nach „Notice to Mariners* No, 14.
Washington 1901. Ergänzt nach Angaben des „Africa Pilot“,
Part III. 6th ed. 1897.
Port Alfred ist die Hauptstadt des Distriktes Bathurst, eines schmalen
Küstenstriches von 1484 akm, in der Kapkolonie. Die Stadt liegt etwa 68 Sm
ostuordöstlich von Port Elizabeth, an der Mündung des 40 Sm langen Kowie-
Flusses, der von kleinen Schiffen etwa 5 Sm, von Booten bis zu 16 Sm strom-
aufwärts befahren werden kann, Der Flufßs mündete früher in ein grofes
sandiges Becken, das durch einen schmalen Kanal an seiner Ostseite mit dem
Meere in Verbindung stand; jetzt fliefst er jedoch an der Westseite des Beckens
von etwa I Sm oberhalb der Mündung an zwischen zwei Steindeichen hin. Die
yeographische Lage der Stadt ist etwa 33° 36'S-Br und 26°54’0-Lg von Greenwich.
Mifsweisung für 1901,0 29° 40' W.
TLandmarken, Wenn man sich etwa auf dem Meridian des Kaps Padrone
befindet, sind die auffallendsten Landmarken der/300 m hohe Nanquas-Gipfel, der,
von Süden gesehen, flach, jedoch weiter von Osten aus gesehen, kegelförmig er-
scheint, und die hohen Sanddünen, die sich westlich davon nach dem Woody-Kap
hinziehen. Dieses Kap liegt etwa 8 Smiüwestlich vom Kap Padrone, das aus
mehr als 30m hohen Sandabhängen gebildet wird. Die Sandhügel erstrecken
sich etwa 1 Sm landeinwärts vom Kap und erheben sich zu einer mit Strauch-
1) Engl. Adm.-Karte No. 2085: Cape St. Francis to Waterloo Bay, und No. 1223: Kowie
river entrance (port Alfreq)}.