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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Zur Küstenkunde Westafrikas. 
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Beim Einsteuern in den Gabun-Flufßs wurde die Durchfahrt zwischen der 
Themis-Bank und Kap St. Clara gewählt. Von der Mitte der vorerwähnten 
Durchfahrt wurde auf Pongara-Huk zugehalten, Durch Peilungen‘ wurde der 
Schiffsort häufiger festgestellt, da die empfohlene KEinsteuerungspeilung Owendo- 
Huk und Ikana-Huk von See aus nicht auszumachen war. Nachdem diese Linie 
durch Peilungen festgelegt war, wurde die Tonne auf der Südostbank angesteuert 
und nach dem Runden derselben auf die Rhede von Libreville zugehalten. Beim 
Verlassen von Libreville steuerte S. M. S. „Habicht“ nach dem Runden der 
Südostbank-Tonne in die vorerwähnte Deckpeilung ein, welche jedoch nur bis 
kurz hinter der Butterfly-Bank verwendbar war. Zur Durchfahrt wurde der 
Penelope-Pafs benutzt. 
Beim Ansteuern des Kaps Lopez kam die Tonne bei der Prinz-Bank 
bereits in 5 bis 6 Sm Abstand in Sicht und wurde in etwa !/a Sm Abstand passirt; 
dann wurde zunächst gut frei von den Untiefen bei Alugubüna gesteuert. Nach 
dem Insichtkommen der schwarzen Spitztonne auf den Ausläufern der Talisman- 
Bank in etwa 3 Sm Abstand wurde dieselbe in etwa 800 m Abstand passirt und 
hierauf auf den Ankerplatz bei Mandje gesteuert. Es ist rathsam, nicht näher 
als 500 m an die Küste hinanzugehen, etwa bis zu der Lage der zwei rothen 
Festmachetonnen, an denen die Fluflsdampfer liegen, da in einem Abstand von 
300 m von der Küste nur noch 3m Wasser ist, ; 
Nach dem Runden der Tonne auf der Prinz-Bank passirte S. M. S. „Habicht“ 
in etwa 3 Sm Abstand Kap Lopez, um gut frei von der Bank du Loiret zu 
kommen, welche sich nach Norden hin ausgedehnt haben soll. Auf SOzS-Kurs 
kam später die Küste in Nordostrichtung und etwa 15 Sm Abstand bei der 
Indian-Huk in Sicht und bald darauf auch die ganze Küste bis 4 Strich voraus. 
Hierauf wurde dicht unter die Küste gegangen in dem Glauben, geringere 
Wirkung der Strömung des Congo-Flusses zu finden. Die specißsche Gewichts- 
messung ergab auch das Niehtvorhandensein von Congowasser. Das Feuer von 
Landana war bei Dunkelheit 10 Sm ab, es wurde aber nicht gesehen. Kabenda- 
Feuer wurde in etwa 7 bis 8 Sm Abstand passirt, aber auch nicht gesichtet. Um 
11" 30“ nachmittags wurde sodann in 28 m Tiefe in etwa 17 Sm Abstand von 
der Shark-Huk, diese in SO peilend, geankert in der Absicht, bei Tagesanbruch 
in die Congo - Mündung einzusteuern. Wie bereits früher erwähnt, liegt aufser 
den beiden Ansteuerungstonnen nur noch die innerste schwarze Tonne. Die in 
der Segelanweisung erwähnten Lootsen in der Diegos-Bucht sind sieben Schwarze, 
welche nur bis Kissanga lootsen dürfen, aber nur von portugiesischen Schiffen 
benutzt werden. 
Die englische Admiralitäts-Karte No. 625 ist falsch gezeichnet; sowohl die 
Flufsufer der Inseln als auch die Sandbänke. Besonders tritt dies bei Boma 
selber sowie bei den stromabwärts kurz vor Boma gelegenen Inseln Sacra Balka 
und Selonga auf, desgleichen bei den Oiseaux-Inseln. Die geringsten gefundenen 
Tiefen betrugen 5,5 m. Beabsichtigen Dampfer mit 6m Tiefgang stromaufwärts 
zu fahren, so wird am Tage vorher stets ein kleiner Dampfer mit einem Lootsen 
vorausgeschickt, um die günstige Durchfahrt auszulothen. Dieselbe wird sodann 
gleich mit Tonnen ausgelegt. Es ist deshalb zwecklos, die Lage der Tonnen 
anzugeben. 
Die Gegeuströmung betrug im Durchschnitt 2,5 Sm. Die größte Strom- 
stärke betrug 4 Sm; diese stärkere wurde nur mitten im Fahrwasser gefunden. 
Ganz dicht unter Land konnte man stellenweise leichten Gegenstrom bemerken, 
Die Fluth bewirkt eine Verringerung des Stromes um 1 Sm. Die Fluthdifferenz 
in der Nähe von Banana betrug 0,90 m, in der Nähe von Boma 0,30 m, 
Am Eingang der starken Krümmung kurz vor der Fetisch-Klippe strom- 
abwärts zwischen dem Festlande und der vorliegenden Insel, welche durch fünf 
schwarze Tonnen gekennzeichnet war, war ein starker Strudel zu bemerken, 
welcher S. M. S, „Habicht“ einen Augenblick aus dem Ruder brachte. Dieser 
sowie die Bank bei der Fetisch-Klippe, welche gleichfalls durch Tonnen be- 
zeichnet ist, bilden für gröfsere, längere Dampfer die gröfste Schwierigkeit, 
Deshalb wird versucht, nördlich der Oiseaux-Inseln eine 6,4 m tiefe Rinne aus- 
zubaggern. Man hat von Ost und West gleichzeitig mit der Ausbaggerung be- 
vonnen und hoflt, daß bei eintretender Regenzeit der Strom sich hier hindurch
	        
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