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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1901.
Bojen waren auf Freetown-Rhede nicht ausgelegi. Das grüne Feuer an
der Gouvernementswharf brennt sehr gut sichtbar. 1899 ist der Sierra Leone
Flufs neu vermessen worden. Die Karte ist im Monat Juni bei der englischen
Admiralität erschienen,
Freetown (Sierra Leone) -— Fernando Po — Kamerun.
Auf der Rückreise in gröfserem Abstande längs der Küste fahrend, wurde
zwischen Freetown und Kap Palmas nordöstliche, auf die Küste zusetzende
Strömung gefunden und Kap Palmas während der Nacht auf 15 Sm Abstand
passirt. Um eine zu ‚erwartende nordöstliche Versetzung rechtzeitig gewahr zu
werden, wurde stündlich gelothet. Von Kap Palmas wurde mit ostsüdöstlichem
Kurs nach Fernando Po gesteuert. Die Gebirgskette der Insel Fernando Po
lag in dichte Wolken gehüllt und kam auch auf dem Ankerplatz nicht in Sicht.
In etwa 20 Sm Abstand kam das Unterland und Kap Bullen in Sicht. Es
wurde gegen 2"45” am 24. in der Peilung: Fernanda Point NO, Brücke SO'/2S,
auf 25 m Wasser geankert. Ein Ankern weiter unter Land ist nicht rathsam,
da bei Ebbe auf dem muddigen Strand ungesunde Gase aufsteigen. Zur Be-
zeichnung der beiden Untiefen bei Feruanda Point und den Enrique-Inseln lagen
zwei rothe Spitztonnen aus, Die in den „Nachrichten für Seefahrer“ 1900,
No. 289, angegebenen Tonnen sind durch diese ersetzt worden. Die grüne ist
wegen der geringen Sichtbarkeit durch die rothe ersetzt. Die Tonnen liegen
beide auf 6 m Wasser. Bei der Nord-Einfahrt der Venusbucht sind gleichfalls
zwei rothe durchbrochene Spitztonnen mit kleinen Windfahnen als Toppzeichen
auf 5 m Wassertiefe ausgelegt.
Die Enrique-Inseln liegen alle etwas nördlicher, als in der Karte angegeben.
Das Feuer auf Fernanda Point ist infolge des Brechens des Leuchtapparates
durch eine einfache rothe Kugellaterne, welche höchstens 2 bis 3 Sm weit
leuchtet, ersetzt. Während des Aufenthaltes S. M. S. „Habicht“ konnte dasselbe
als zuverlässig beobachtet werden. Nach Angaben der spanischen Hafenbehörde
ist auf die Krneuerung des Apparates auf lange hinaus nicht zu rechnen. Ein
xyleiches Schicksal theilt auch die Laterne, welche auf dem oberen an dem
Hospital befindlichen schwarz-weißen Pfahl angebracht ist. Diese Laterne wird
infolgedessen nicht mehr angezündet. Ob dieselbe wieder in Betrieb genommen
wird, ist noch fraglich. Das untere grüne Feuer sowie die beiden Brückenfeuer
sind von der Seeseite aus fast nie auszumachen, da meistens Fahrzeuge vor ihnen
zu Anker liegen und dieselben verdecken.
Das in der Gravina-Bucht befindliche Wrack liegt dicht an Land und
behindert in keiner Weise ein dichtes Unterlandgehen. In der St. Isabel Bucht
liegen zwei Wracks, beide dicht unter Land, so dafs sie kein Hindernifs bilden.
Das südlich von der Landungsbrücke gelegene ist das Wrack eines spanischen
Kanonenbootes. Seit 3 Jahren liegt im Hafen dicht unter Land eine Hulk
verankert — Ponton Fernando Po genannt —, auf welchem der Hafenkapitän
3owie der Gouvernementsarzt seine Wohnung hat.
Fernando Po — Kamerun.
Als Ausfahrt wurde die Durchfahrt zwischen den Enrique-Inseln und dem
Christian Point genommen. Es wurde zuerst Mitte gehalten und hierauf zwischen
den beiden vorerwähnten Bojen passirt. Die Tiefen wurden mit den in der
Karte Tit. VI, No. 155, übereinstimmend gefunden.
Kamerun — Gabun — Lopez — Banana — Boma-— Anno Bom— St. Thome—Kamerun.
Auf der Reise von Kamerun nach Gabun wurde durch das astronomische
Besteck eine geringe östliche Stromversetzung festgestellt und hierauf mit SzW'/2W-
Kurs Kap St. John angesteuert. Der Mitre-Berg sowie die südwestlich gelegenen
Gebirgsketten und Kap St. John konnten gut ausgemacht werden, so dafs der
Schiffsort mit Hülfe derselben gut bestimmt werden konnte. Hierbei ergab sich
abermals eine geringe östliche Stromversetzung. Mit Dunkelwerden wurde, um
gut frei von der Corisko-Insel zu kommen, SSW!„W gesteuert. Die mondhelle
Nacht gestattete, Corisko gut auszumachen. Die Insel wurde in 7 Sm Abstand
passirt, Hierauf wurde auf S!4W gegangen. Der Kurs führte auf Gombe-Feuer,