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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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‚41.3 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1901. 
Klein-Popo — Lome. 
Die hölzerne Brücke bei Lome ist wieder von der See weggerissen, so dafs 
der Verkehr mit Land ebenso wie in Klein Popo mittielst Brandungsbooten auf- 
recht erhalten wird. Bei dem am 50. gegen 6 Uhr nachmittags aufyekommenen 
Tornado mit Windstärke 11, schwerem Regen und dichtem Nebel trieb S. M. 8. 
„Habicht“ etwa 200 m parallel der Küste. Gegen 4 Uhr nachmittags kam ein 
Tornado von geringer Stärke von Land aus in westlicher Richtung nach See 
zu. Derselbe enthielt etwa Windstärke 6. Gegen 6 Uhr nachmittags kamen 
die dunkeln Wolken aus See aus östlicher Richtung mit grofser Geschwindigkeit 
zurück. Infolge des schnellen Umspringens des inzwischen mit Stärke 11 
wehenden Windes wurde S. M. S. „Habicht“ mit derartiger Geschwindigkeit 
herumgerissen, dafs anzunehmen ist, daß der Anker hierbei aus dem Grunde 
gerissen wurde, Bei dieser Gelegenheit wurde der zweite Anker geworfen und 
das Schiff zum Stillstand gebracht. 
Lome — Kap Palmas. 
Die Weh-Küste wurde auf SW!LW in etwa 5 Sm Abstand passirt. Auf 
Kap St. Paul, wahrscheinlich bei Weh, wurde noch vor Dunkelwerden ein eisernes 
Gerüst mit einem weißen Aufbau gesichtet. Bei Dunkelwerden brannte dort 
ein weifses Blinkfeuer, welches in der Minute drei einzelne Blinke zeigte. Die 
/wischenräume wurden jedoch nicht genau innegehalten. Sie schwankten 
zwischen 10 und 30 Sekunden. Das Feuer kam in etwa 8 Sm Abstand aus 
Sicht. Wie in Lome in Erfahrung gebracht wurde, ist dieser Leuchtthurm 
schon seit Jahresfrist in Bau und seit einigen Monaten in Betrieb, Ueber die 
yenaue Lage konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Am Morgen des 
3, Juni wurde durch Peilung des gut auszumachenden Mamkwadi-Gebirges, sowie 
jes Kwaben Hill der Brabra Pow und der five und ihree Hill-Gruppen eine 
nördliche Stromversetzung festgestellt. Das Feuer von Kap three Points kam 
nit 16 Sm Abstand in Sicht. Der östlich von Tabou Point in der Karte 
verzeichnete charakteristische 182 Fufs hohe Baum konnte nicht mit Bestimmt- 
heit ausgemacht werden, da mehrere herausragende alleinstehende Bäume von 
yleicher Höhe vorhanden waren. Auch die verschiedenen Points sind nicht so 
scharf, wie man nach der Karte annehmen müfßte. Wegen der geringen 
Verläfslichkeit und der geringen Sichtweite des Feuers von Kap Palmas, zumal 
bei der herrschenden Regenzeit, wurde gegen 8 Uhr Abends in der Peilung 
NW!/AN in etwa 3,5 Sm Abstand auf 12 Faden Wassertiefe geankert. Das 
Feuer kam kurz vor dem Ankern etwa 4 Sm Abstand in Sicht, war aber nur 
sehr schwach. Da das Feuer nur etwa 2 bis 3 Sm leuchten soll, wurde 
angenommen, dafs das gesichtete Feuer von einem zu Anker liegenden Fahr- 
zeug herrühre. Ks wurde in der Peilung Leuchtthurm Sz0*%40 und Wrack (1879) 
NO%AN geankert. Zur Ansteuerung wurde das Wrack 1879 benutzt, welches 
mit N0z0!/0 recht voraus genommen wurde, Dieser Kurs wurde eingenommen, 
nachdem die Durchfahrt zwischen Russwurm Island und der Halbinsel Kap 
Palmas ganz offen zu sehen war. Derselbe führt frei in der Mitte zwischen 
len Outer und Joruba Rocks und der 3'/2 Faden-Stelle. 
Der Leuchtthurm ist in diesem Jahr neu aufgebaut. Kr liegt etwa 15 bis 
20 m höher und östlicher als der alte Thurm. Das Gebäude ist ein viereckiger 
steinerer Thurm, die obere Hälfte weiß gestrichen. Er soll nach Aussage des 
Hafenmeisters 5 Sm leuchten, so dafs der Athol und Rocktown Rock mit im 
Feuerkreis liegen. Das Feuer soll zuverlässig sein. In NW*’/AW vom Leucht- 
thurm etwa !/z Sm ab liegt das Wrack des vor etwa 2 Jahren gestrandeten 
Dampfers „Lothar Bohlen“ der Woermann-Linie. Die beiden Masten ragen 
etwa 10 m aus dem Wasser heraus. Das Wrack ist weder betonnt noch beleuchtet. 
Kap Palmas — Trade Town — Gran Bassa. 
Die Witterung war beim Aussteuern sehr trübe. Es regnete in Strömen. 
Auf WSW-Kurs, das Wrack 1879 recht achteraus haltend, wurde frei von den 
Untiefen auf See gedampft, und nachdem die Durchfahrt wie beim Kinsteuern 
zut frei war, wurde 12 Sm auf W'/2N gedampft, um hier frei von der westlich
	        
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