Meyer, H.: Kapstadt.
im Mittel über den Klötzen 7,3 m Wasser. Das gröfste bis zum Jahre 1900 ge-
dockte Schiff war der englische Dampfer „Norman“ von 149,3 m Länge, 16,1 m
Breite, 7,2 m Tiefgang und 7537 t Raumgehalt.
Die Patenthelling hat 56,2 m Schlittenlänge,
Die Dockkosten betragen für Schiffe von 400 und mehr Registertonnen
Raumgehalt 2sh 6d für jede Brutto-Registertonne, für kleinere Schiffe mufs ein
besonderer Vertrag abgeschlossen werden, Ferner für jeden Tag oder Theil
eines Tages, die man aufser den beiden Tagen des Ein- und Ausdockens benutzt,
für die erstgenannte Klasse von Schiffen 6d die Registertonne mehr.
Für die Benutzung der Patenthelling sind zu zahlen 2 sh 6d für die
Brutto-Registertonne, mindestens aber 5 £ für kleine Schiffe, für das Aufschleppen
und Herunterlassen, sowie für jeden Tag der Benutzung von Schiffen bis zu
250% Größe 6 £, von gröfseren Schiffen 6 d für die Brutto-Registertonne,
Hafenkosten. Für die Benutzung des Hafenbeckens und der Hafen-
anlagen hat jedes Schiff 6 pence für die Brutto-Registertonne sowie für jede
Tonne Decksladung, die es anbringt oder einnimmt, zu zahleh, und zwar bis zu
einem Aufenthalt von. 21 "Tagen einschließlich des Tages der Ankunft und des
Abganges. Für jeden Tag oder Theil eines Tages wird ein Zuschlag erhoben
von !/a pence für jede Tonne Raumgehalt, Schiffe, die innerhalb 40 Tagen, vom
Tage der ersten Ankunft an gerechnet, den Hafen wieder anlaufen, zahlen für
den Anfenthalt von einer Woche oder Theil einer Woche 3 pence und, wenn
sie sich länger als eine Woche aufhalten, 6 pence für jede Tonne, wie oben an-
gegeben. Schiffe, die den Hafen nur wegen Ausrüstung anlaufen, zahlen ’ent-
weder 2 pence die "Tonne für die ersten 24 Stunden und 1 pence für jede fol-
genden 12 Stunden oder, falls ihr Aufenthalt länger dauert, höchstens 4 pence
die Tonne. Ostwärts bestimmte Schiffe, die hier, ohne zu löschen, Ladung ein-
nehmen und sich nicht länger als zwei Tage aufhalten, zahlen ebenfalls nur
4 pence die Tonne. Bei Dampfern wird der Raum für Kessel, Maschinen und
Bunker in Abzug gebracht.
Sandballast kostet frei an Bord 3 sh, Steinballast 5sh die Tonne,
Wasser kostet längsseit auf der Rhede oder im Hafen aus der Leitung
3 sh für 200 Gallonen,
Das Löschen und Laden geht ziemlich schnell; beides wird von Stauern
besorgt. Gebühren für Benutzung der Dampfkrähne sind von der Ladung zu
bezahlen.
Schiffsausrüstung aller Art ist stets vorräthig, doch ist fast Alles sehr
theuer. Kohlen sind gewöhnlich mehr als 10000 £ vorräthig; sie werden in
Säcken an Bord gebracht, falls das Schiff am Kai liegt, wenn auf der Rhede, in
Leichtern längsseit des Schiffes. Bei starken Nordwest- und Südostwinden ist es
schwierig, an den beiden Kohlenbrücken zu löschen oder zu laden.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Das Kaiserlich deutsche Konsulat
befindet sich aın Greenmarket Square. Ein Agent des Germanischen Lloyd sowie
Vertreter von Seeversicherungs-Gesellschaften sind am Orte vorhanden, ebenfalls
Agenten für die Kapstadt anlaufenden deutschen Dampfer-Gesellschaften. Deutsche
Schiffsmakler und Schiffshändler sind dort jedoch nicht ansässig. Es giebt vier
Banken in der Stadt. Seemannsheim, Krankenhäuser, öffentliche Badeanstalten
und Volksbibliotheken befinden sich dort.
Ein Zeitsignal wird täglich gegeben. Ein Ball fällt um 1*30" Kap-
Zeit, welches 0" 0” 0° mittlerer Greenwich-Zeit entspricht, vom Flaggenmasie am
Alfred-Dock aus einer Höhe von 14,3 m über Hochwasser oder 11,0 m über dem
Erdboden. Gleichzeitig fällt ein Kanonenschufs von der Imhoff-Batterie, See-
karten und nautische Bücher sind stets zu haben, auch sind Vorrichtungen vor-
handen zur Prüfung von nautischen und meteorologischen Instrumenten, wie auch
zur Bestimmung der Deviation der Kompasse. Desertionen von deutschen Schiffs-
leuten kamen vor in den Jahren 1896 21, 1897 36 und 1898 ebenfalls 36,
Ueber Wind- und Wetterverhältnisse siehe „Segelhandbuch für den
Atlantischen Ozean“, 1I. Auflage, Seite 73 und 253, sowie „Segelhandbuch für
den Indischen Ozean“, Seite 72 und 303.
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