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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1901. 
Das westlich davon befindliche Land wird als Steinbruch ebenfalls aus- 
gehoben, um später als Hafenbecken dienen zu können.‘ Das ausgehobene Stein- 
material wird bei den Hafenbauten verwandt. 
Die Wassertiefen an den Kaien betragen 6 bis 7 m im Alfred Basin 
and nehmen im Aufsenhafen allmählich bis auf 10,5 m zu, so dafs für die gröfsten 
und am tiefsten gehenden Schiffe stets Kaiplätze vorhanden sind. 
Auszug aus der Hafenordnung. Sobald es möglich ist, kommt der Hafen- 
meister an Bord der einkommenden Schiffe, um denselben einen geeigneten Liege- 
platz anzuweisen; wenn es irgend angängig ist, geschieht dies, bevor das an- 
xommende Schiff geankert hat. Der angewiesene und eingenommene Liegeplatz 
darf nicht ohne KErlaubnifs des Hafenweisters verlassen oder gewechselt werden, 
Es sind dem Hafenmeister die Schiffspapiere vorzulegen und von ihm die Hafen- 
ordnung und Quarantänevorschriften in Empfang zu nehmen, aus denen man 
Alles, was ein Sehiffsführer in Bezug auf diese Verordnungen zu thun oder zu lassen 
hat, erschen kann. Alles hier anzuführen, würde zu weit gehen für den zur 
Verfügung stehenden Raum. Es sei nur bemerkt, dafs diese Vorschriften strenge 
durchgeführt werden. 
Die Stadt hatte im Jahre 1891 54 000 Einwohner, unter denen sich zahl- 
reiche Deutsche befinden. Es giebt mehrere deutsche Prediger, Aerzte u, s. W. 
am Orte. Die Stadt hat eine schöne ausgedehnte Lage an der Westseite der 
Tafelbucht und besitzt viele hervorragende öffentliche Gebäude, wie Kirchen und 
Schulen, Krankenhäuser, Hotels sowie mehrere freie Plätze. 
MHandelsverkehr, Kapstadt steht durch Eisenbahnen und Telegraphen- 
linien mit ganz Südafrika in Verbindung, durch "Telegraphenkabel auch mit 
Kuropa. Die Postdampfer der Union Castle-Linie halten eine wöchentliche Post- 
Jampferverbindung mit England aufrecht und der deutsche Dampfer „Leutwein“ 
eine vierwöcheniliche Verbindung mit Deutsch - Südwestafrika. Es laufen hier 
ferner regelmäfsig Dampfer von New York ein, wie auch von Kuropa, so von 
Hamburg Dampfer der Woermann-Linie, der Deutschen Ostafrika-Linie und der 
Deutsch-Australischen Dampfschiffs-Gesellschaft. 
Im Jahre 1897 waren hier 12 Dampfer von 1091 t Raumgehalt beheimathet. 
Der Schiffsverkehr betrug im Jahre 1898: 
Insgesammt 
Davon deutsche 
en 
gr} 
Jise 
»] 
1e 
Dampfer 
Zahl | Reg.-T. 
EBEinlaufend 
Segler 
Zahl Reg.-T. 
653 2187175 
27 24 563 
595 2.059 926 
265 
16 
| 133 
242 395 
13 984 
135528 
Aus: 
_Dampfer 
Zahl Reg.-T. 
aufe nd . 
Segler 
Zahl  Reg,-T. 
653 
26 
596 
ı 
| 
2193 354 2885 270 502 
24 395 13 2947 
2 065 125 146 153935 
Der Werth der Einfuhr betrug im Jahre 1899 rund 100 Millionen Mark 
and der Werlh der Ausfuhr rund 300 Millionen Mark. 
Der Hauptverkehr findet statt mit England, den Vereinigten Staaten 
von Nordamerika, Deutschland, Belgien, Schweden und Norwegen. 
Eingeführt werden hauptsächlich Maschinen, Holz, Kohlen und Industrie- 
erzeugnisse aller Art; ausgeführt Diamanten, Gold, Straufsenfedern, Wolle, Felle, 
Häute, Hörner, Wein, landwirthschaftliche Produkte und KErze. 
Es giebt am Orte Getreide- und Sägemühlen, Brauereien, Destillationen, 
Sodawasserfabriken, Gerbereien, Eisengiefsereien; ferner werden fabricirt Cigarren, 
Seife, Lichter, Mobilien, Wagen u. s. w., sowie Früchte und Fische präservirt. 
Seefischerei wird ebenfalls betrieben mit einem Dampfer und etwa 
80 Booten. Es werden viele Arten von Fischen gefangen, die aber fast aus- 
schließlich für den dortigen Konsum dienen und nicht als Handelsartikel ver- 
sandt werden. 
Reparaturen aller Art von Schiffen und Maschinen können ausgeführt 
werden. Es ist ein Trockendock und ein Patenthelling am Orte vorhanden. 
Das Robinson-Trockendock hat 161m Gesammtlänge und 152 m Länge über den 
Stapelklötzen; es ist in der Kinfahrt 20,7 m, inwendig 27,4 m weit, und es steht
	        
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