Meyer, H.: Kapstadt,
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Die Signalstation befindet sich an der Westseite der Bucht auf dem
Hügel Lions Rump; sie steht in Verbindung mit dem allgemeinen Telegraphennetze.
Sturmsignale werden vom Glockenthurme gezeigt.
Allgemeine Signale werden dort ebenfalls gezeigt für die auf der Rhede
und im Hafen liegenden Schiffe, die streng befolgt werden müssen, Sobald diese
Signale gezeigt werden, empfiehlt es sich, dafs sämmtliche Schiffsführer sofort
ihre Schiffe in Stand setzen, um auf schlechtes Wetter vorbereitet zu sein. Auch
müssen sie die Signale beantworten, wofür das Zeigen des Signalbuchwimpels
gilt. Diese Signale werden von der Signalstation auf Lions Rump wiederholt.
Es bedeuten:
Weiß und blau karrirte Flagge über der englischen Flagge: Bereite
Dich vor auf schlechtes Wetter.
Weifs und blau karrirte Flagge unter der englischen Flagge: Stecke
die ganzen Ketten und mache den dritten Anker klar zum Fallen.
Schiffe können ihre Wünsche ebenfalls durch einfache Signale kundgeben,
und es wird dann vom Lande aus Sorge getragen, dafs dieselben schleunigst
erfüllt werden. In solchen Fällen bedeuten:
Nationalflagge im Vorstängewant: Gebrauche eine Kette,
# „ Grofsstängewant: ” einen Anker.
» „ Grofswant: ® Anker und Kette,
Eine Flagge irgendwo zeigen: Sendet ein Boot an Bord.
Quarantäne, Bei der Ankunft hat jeder Schiffsführer ein Formular aus-
zufüllen, das zwölf Fragen über das Schiff und die gesundheitlichen Verhältnisse
während der Reise enthält. Je nach dem Ausfalle dieser Antworten wird das
Schiff in Quarantäne gelegt oder für den Verkehr freigegeben. Die Quarantäne-
vorschriften sind strenge, und der Bruch derselben wird strenge bestraft. Bin
Gesundheitspafs wird stets verlangt. ;
Zollamtliche Behandlung. Jeder Kapitän hat innerhalb 24 Stunden nach
der Ankunft sein Schiff im Zollhause einzuklariren unter Vorlegung des Schiffs-
gertifikats, des Manifestes der Ladung oder der Konnossemente und einer Liste
des an Bord befindlichen Proviants, falls das Schiff mit Ladung kommt, falls
das Schiff Passagiere an Bord hat, auch eine officielle Liste derselben. Falls
man aus einer anderen Veranlassung den Hafen anläuft, hat man hierüber genaue
Angaben zu machen, jedenfalls aber auch eine Proviantliste vorzulegen, Die
Geschäftsräume der Zollbehörde befinden sich in der Adderley-Strafse, wo auch
der Harbour Board, die Hafenbehörde, seinen Wohnsitz hat.
Die Hafenanlagen, theils fertig, theils noch im Bau begriffen, sind aus
der Karte Tafel 4 klar. ersichtlich. Sie bestehen aus dem knieförmigen Wellen-
brecher, der im Jahre 1895 bereits mehr als 1100 m lang war und noch weiter
verlängert wird, aus mehreren Hafendämmen, die theils fertig, theils im Bau be-
griffen sind, sowie aus einem Hafenbecken. . .
An der Innenseite besteht der Wellenbrecher gröfstentheils aus festen
Kaimauern, von denen sich rechtwinklig mehrere Landungsbrücken und Quer-
dämme abzweigen, von denen der äufserste 240 m lange East Pier genannt wird.
Reichlich 500 m südlich vom Wellenbrecher ist der südliche Hafendamm im Bau,
der zunächst in östlicher Richtung parallel zum Wellenbrecher etwa 630m weit
verläuft, dann im rechten Winkel abbiegt und weiter in etwa 175 m Länge auf
den Kopf der East Pier zuläuft, doch zwischen beiden Köpfen eine 76 m weite
Deffnung läfst, die die Einfahrt für den fertigen vollständig umschlossenen Hafen
wird. Das vou beiden Hafendämmen eingeschlossene Gebiet umfafst 25,6 ha
Fläche. Nach Vollendung der im Bau begriffenen Hafenanlagen wird die gesammte
Kailänge etwa 2'/a Sm betragen. .
Alfred Basin ist ein offener Tidehafen von 3,4 ha Fläche, der westlich
von dem neuen Hafen als Steinbruch abgebaut wurde, und von dem das ge-
wonnene Material an Steinen zum Bau des Wellenbrechers verwandt worden ist.
Er steht durch eine schmale Einfahrt mit dem Westende des neuen Hafens in
Verbindung und ist mit allen Bequemlichkeiten tür schnelle Entlöschung und
Beladung von Schiffen versehen.