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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

120 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1901. 
Nun darf man den Kurs auf S0z0!/20 ändern, der in etwa 1 Sm Abstand 
nördlich vom Mouille Point-Leuchtfeuer entlang führt. In geringerem Abstande 
sollten Fremde diese Huk nachts nicht runden. Wenn dieses Feuer SSW peilt, 
darf man SSO steuern, doch sorge man dafür, dafs man das grüne Licht auf 
dem Kopfe des Wellenbrechers nicht in zu grofser Nähe passirt. Wenn man 
dieses achteraus hat, kann man auf 10 bis 12 m Wassertiefe hinter dem Wellen- 
brecher ankern oder nöthigenfalls sogleich in den Hafen gehen. 
Vom Norden kommende Schiffe sollten etwa 2 Sm westlich vom Feuer auf 
Robben-Eiland passiren und mit SzO-Kurs recht auf Green Point-Feuer zusteuern, 
bis das erstgenannte Feuer NO peilt. Dieser Weg führt etwa in 2 Sm Abstand 
westlich an der Whale - Klippe vorbei. Darauf steuere man SO, bis das Feuer 
auf Mouille Point SSW peilt, und verfahre weiter, wie oben angegeben. 
Für Segelschiffe ist die Durchfahrt zwischen Robben - Eiland und der 
Küste nicht zu empfehlen wegen der nördlichen Strömung. Wenn Segelschiffe 
während des südlichen Sommers einsteuern, sollten sie die kleinen Segel weg- 
nehmen, bevor sie Green Point runden, denn sobald die Bucht offen kommt, 
weht der Südostwind häufig recht stark in Stöfßsen. Wenn man innerhalb Mouille 
Point den Südostwind stark antrifft, thut man am besten, auf 18 bis 22 m Wasser- 
liefe zu ankern, weil man gewöhnlich am folgenden Morgen nach der inneren 
Rhede warpen kann, da der Wind hier gewöhnlich nachts abflaut. wenn er auch 
an der Ostseite der Bucht in voller Stärke anhält. 
Wird man durch steifen Südostwind gezwungen, von Green Point wieder 
abzuhalten, um unter Robben-Kiland Schutz zu suchen, so sei man vorsichtig, um 
die Whale-Klippe zu vermeiden, und ankere an der Nordostseite der Insel unter 
geringem Segeldruck. Bei gehöriger Sorgfalt bricht hierbei nicht leicht die 
Kette; sollte dies dennoch der Fall sein, so ist es bei Südostwind durchaus nicht 
gefährlich, weil man kein Land in Lee von sich hat. 
Am Tage kann man beim Einsegeln Green-Huk und Mouille-Huk auf etwa 
18 m Wasser in !/z Sm Abstand runden, doch darf man diesen Abstand nicht nur 
schätzen, weil beide Huken niedrig und auch unter Wasser nur schwach abfallend 
sind. Bei gutem Wetter kann mau den Kopf des Wellenbrechers in geringem 
Abstande passiren, doch bei schlechtem Wetter darf er nicht gering sein. 
Ausgehende Segelschiffe, die nach Norden bestinmt sind, sollten die 
Durchfahrt zwischen Robben - Eiland und der Küste benutzen, weil sie hier ge- 
wöhnlich mitlaufenden Strom haben. In den Sommermonaten weht hier auch 
häufig frischer Südostwind, während gleichzeitig einige Meilen westlich von jener 
Insel leichte umlaufende Winde oder Windstillen herrschen. Südwärts bestimmte 
Schiffe müssen denselben Weg in umgekehrter Richtung machen, der oben für 
die einsegelnden Schiffe empfohlen ist. 
Schleppdampfer sind vorhanden und kommen ansteuernden Segelschiffen 
nöthigenfalls weit entgegen. Fester Tarif für das Schleppen besteht nicht. Von 
der inneren Rhede nach dem Hafenbecken besteht jedoch Schlepperzwang. 
Rettungsstation mit Rettungsboot und Raketenapparat ist vorhanden, 
Bergungsschiffe jedoch nicht. 
Die Rhede umfaflst den südlichen "Theil der Tafelbucht aufserhalb der 
eigentlichen Hafenanlagen. Sie liegt geschützt gegen östliche, südliche und durch 
den Wellenbrecher auch theilweise gegen westliche Winde, ist jedoch nach NW 
offen und daher nordwestlichen und nördlichen Winden stark ausgesetzt, Während 
des südlichen Sommers, wenn östliche und südliche Winde vorherrschen, bietet 
sie daher ziemlich gute Ankerplätze, doch während der Wintermonate, von April 
bis September, ist sie wegen der vorherrschenden nördlichen und westlichen 
Winde unsicher. 
Alle zu dieser Jahreszeit auf der Rhede ankernden Schiffe müssen dann 
so nahe wie möglich dem westlichen Ufer unter dem Schutze des Wellenbrechers 
ankern, südlich von der Kinfahrt zum Hafenbecken, jedoch immer ihren Tiefgang 
dabei berücksichtigen. Es empfiehlt sich, in dieser Zeit die Bramstängen an 
Deck zu nehmen oder mindestens die oberen Raaen, und eine gute Trosse bereit 
zu halten, die nöthigenfalls beim Eintritt schlechten Wetters auf die Ketten 
gesteckt werden kann, damit das Schiff bequemer reitet, Marssegel, Klüver, 
Vorstängenstagsegel und Besahn dürfen nicht abgeschlagen werden, Man sollte 
stets vertäuen und die Ketten klar sowie einen dritten Anker bereit halten.
	        
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