Meyer, H.: Kapstadt.
auf dem Gipfel des. Berges Minto auf dem südlichen Theile der Robben-
Insel steht.
3. Ein weifses. Blinkfeuer von 13 Sm Sichtweite, das alle 10 Se-
kunden 'einen Blink zeigt, brennt in 19,8 m Höhe über Hochwasser auf einem
15,8 m hohen viereckigen Thurme, der auf Green Point steht, an der Südseite
der Einfahrt nach Kapstadt, 360 m entfernt von der Niedrigwassergrenze bei
den Klippen.
4. Ein rothes festes Feuer von 10 Sm Sichtweite brennt in 13,4 m
Höhe über Hochwasser auf einem roth und weils wagerecht gestreiften ""hurme
von 9,1 m Höhe auf Mouille Point. Dieser Thurm steht 91 m von der Niedrig-
wassergrenze und S 53°0, 1090 m von dem unter 3. angeführten Thurme entfernt.
5. Ein grünes festes Feuer brennt in 7,6 m Höhe auf dem Kopfe des
Wellenbrechers auf einem auf Rädern stehenden Gerüst, das stets bis zum Kopfe
des Wellenbrechers verschoben werden kann.
6. Ein grünes festes Feuer brennt bei nördlichen Stürmen auf der
Prince Alfred-Landungsbrücke.
Lootsen. Lootsenzwang besteht nicht. Die Lootsen kommen je nach
Umständen den ansteuernden Schiffen entgegen und bringen, wenn es gewünscht
wird, die Schiffe nach dem Ankerplatz auf der Rhede und auch in das Hafen-
becken. Das Lootsengeld beträgt von der Grenze der Tafelbucht bis zum
Ankerplatze oder umgekehrt für Segelschiffe bis zu 500 Brutto-Registertonnen
Raumgehalt 1 £, für Schiffe von 500 t bis zu 1000 t Größe 1£ 10 sh, für Schiffe
von mehr als 1000 t Gröfse 2 £. Für Dampfschiffe beträgt es 2 £. Aufserdem
ist für jede Meile jenseits dieser Grenze 10 sh mehr zu zablen. Für das KEin-
bringen in das Hafenbecken oder umgekehrt gilt derselbe Tarif, doch sind
Dampfschiffe für 3 £ ein- und auszubringen.
Gezeiten und Gezeitenströme. Die Hafenzeit in der Tafelbucht ist
2 40%; die Fluthhöhe beträgt bei Springtide 1,5 m, bei Niptide 1,1 m. Die
Gezeiten werden von den herrschenden Winden beeinflußt, besonders die Dauer
des Hochwassers. Der Wasserstand ist bei Hochwasser niemals länger als
30 Minuten gleichmäßig, oftmals beginnt er sofort abzunehmen, nachdem das
Steigen aufgehört hat.
Die Gezeitenströme machen sich weder in der Bucht noch an der
Küste fühlbar, dagegen läuft in der Regel eine beständige Strömung mit 2 bis
3 Sm Geschwindigkeit längs der Küste in nördlicher Richtung, besonders während
südöstlicher Winde. Im Sommer verursacht derselbe Wind häufig, dafs der Strom
am Mouillg Point biegt und an der Westseite schwach in die Bucht setzt, während
er an der Ostseite nach Norden setzt. Im Winter, bei Nordwestwinden, setzt
der Strom in Südsüdostrichtung in die Mitte der Bucht hinein und an den
beiden Seiten aus der Bucht heraus. Bei stürmischen Winden ist der Strom
innerhalb der Hafenanlagen so stark, dafs er den Schiffen das Liegen an den
Kaianlagen erschwert.
Ansteuerung. Für Dampfer, die die Tafelbucht bei sichtiger Witterung
am Tage ansteuern, sind besondere Anweisungen nicht erforderlich, wenn die ge-
wöhnliche seemännische Umsicht beachtet und angewandt wird, Es kommt jedoch
gelegentlich Nebel vor, der auf dem kalten Wasser vor der Küste häufig nur
bis zur halben Masthöhe lagert. Infolgedessen ist besonders von Deck aus keine
Fernsicht, und man ist dann auf den Gebrauch des Lothes angewiesen, um nicht
direkt auf das Land zu segeln. Es sind schon Fälle vorgekommen, dafs Schiffe,
deren Masten vom Lande aus deutlich gesehen wurden, auf Green Point oder
auf Mouille Point gelaufen und dort verloren gegangen sind, weil man nicht lothete.
Unter solchen Umständen sollte man den Gebrauch des Lothes nie versäumen
und auch möglichst einen Mann oben zum Ausguck haben,
Nachts sollte man, vom Süden kommend, das Feuer vom Kap der guten
Hoffnung in Sicht halten, bis das weiße feste Feuer auf Robben-Eiland N0!40
peilt. Letzteres Feuer kommt früher in Sicht als das Feuer auf Green Point.
Man steuere dann auf das Feuer von Robben-Eiland so lange zu, bis das Feuer
auf Green Point Ost peilt. Darauf steuere man ONO, bis das Feuer auf Mouille
Point SOzS peilt. Dieser Weg klart die Vulcan-Klippe sowie alle zwischen ihr
und der Tafelbucht liegenden Untiefen.
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