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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Die Witterung an der deutschen Küste im Dezember 
1900. 
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an der nördlichen Nordsee-Küste und der mittleren Ostsee, am 20. aus dem 
Südwestquadranten, Stärke 8 bis 9 und stellenweise 10, an der Nordsee und in 
Stärke 7 an der westlichen und mittleren Ostsee, am 21. aus der gleichen Richtung, 
Stärke 8 bis 10, an der ganzen Küste, am 22, in Stärke 7 bis 9 aus SW bis West 
an der mittleren und östlichen Ostsee, am 25, vereinzelt in Stärke 7 bis 8 aus 
dem Südwestquadranten an der Nordsee wie am 26. an der preufsischen Küste, 
am 28. vielfach in Stärke 7 aus dem Südwestquadranten an der westdeutschen 
Küste, am 29, vielfach in Stärke. 7 und vereinzelt darüber aus nördlichen 
Richtungen ostwärts bis zur mittleren Ostsee, sowie aus dem Südostquadranten 
am 30. an der Nordsee mit Stärke 7 bis 8 und am 31. hier wie an der westlichen 
Ostsee mit Stärke 8 bis 9 und vereinzelt Stärke 10 bis 11 erreichend, 
Die Morgentemperaturen lagen am 3. und 8. ostwärts bis zur Oder, am 
4. und 30. an der Ostsee und am 31. an der ganzen Küste unter, an den übrigen 
Tagen mit ganz vereinzelten Ausnahmen überall über den normalen Werthen, 
In ihrem Gange von Tag zu Tag zeigten die Morgentemperaturen zu Beginn des 
Monats ein Sinken und nach einer dann eintretenden Reihe wärmerer Morgen 
eine abermalige Abnahme am 8. oder 9., worauf eine längere Periode wärmerer 
Morgen um Monatsmitte, meist der wärmsten des Monats, folgte; einige nur 
wenig kühlere Morgen traten nach vorangehender Abkühlung dann in der letzten 
Pentade wieder ein, worauf die letzten Tage starkes Sinken und besonders im 
Osten herbeiführten. Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen dem 
Maximum 10,1° von Wilhelmshaven und dem Minimum — 182° von Memel, also 
im Ganzen um 283°, während die gröfste Schwankung auf einer Station in 
Memel 24,8° und die kleinste Schwankung in Borkum und Wustrow je 11,32° 
betrug. Die aus der Aenderung der Temperatur von Tag zu Tag berechnete 
interdiurne Veränderlichkeit der Temperatur lag mit den gröfsten Werthen zu 
Zeiten der drei Beobachtungstermine zwischen 1,8° und 2,9° und ergab eine 
wenig ausgesprochene Vertheilung ihrer gröfsten und kleinsten Werthe auf die 
Beobachtungstermine, da die nächtliche Ausstrahlung in diesem trüben Monat 
nur wenig zur Wirkung kam. . 
Läfest man den Niederschlagstag um 8 a Ortszeit des gleichnamigen 
Kalendertages beginnen und sieht man von vereinzelten und von geringfügigen 
Niederschlägen ab, so fielen diese im Dezember wesentlich am 1, ostwärts bis 
zur Oder, am 3. ostwärts bis Rügen, am 4, bis 6., 9., 11. bis 13. an der ganzen 
Küste — ausgenommen Mecklenburg und Pommern am 5. —, am 14. an der 
Ostsee, am 15. an der ganzen Küste, am 16, an der Ostsee, am 19, an der ganzen 
Küste, am 20, ostwärte bis Rügen, am 2l. an der ganzen Küste, am 22, an der 
schleswig-holsteinschen Küste, am 23, von der Elbmündung ostwärts, am 24, an 
der pommerschen und preußischen Küste, am 25. ostwärts der Elbe, am 26, ost- 
wärts bis zur Kieler Bucht und an der preufsischen Küste, am 27. bis 30. an 
der ganzen Küste und am 31. von Rügen ostwärts. Sehr ergiebige, in 24 Stunden 
20,0 mm übersteigende Niederschläge fehlten. Nebel trat in gröfßserer Verbreitung 
nur am 5,, 6., 23. bis 25, und 27. an Theilen der westdeutschen Küste, besonders 
an der Nordsee, am 10. an der pommerschen Küste und am 13. an der mittleren 
und östlichen Ostsee - Küste auf. Heitere Tage, an denen die nach der Skala 
0 bis 10 geschätzte Bewölkung im Mittel aus den drei Terminbeobachtungen 
kleiner als 2 war, traten über gröfserem Gebiete nur am 8, und 22, von Mecklen- 
burg bis Pommern auf, Gewitter wurden am späten Abend des 21. an der Nordsee 
nördlich der Helgoländer Bucht beobachtet. . 
Im Bereich einer vom Mittelmeer über Kontinentaleuropa ausgebreiteten 
Depression herrschten zu Beginn des Monats an der Küste auf der Südseite 
eines Hochdruckgebietes über Skandinavien nordöstliche Winde, die Sinken der 
Temperatur und an der Westhälfte der Ostsee-Küste am |. Niederschläge herbei- 
führte; vorübergehend trat bei einer südlichen Verlagerung des Maximums, das 
am 3. nach Südosteuropa schritt, am 2. durchweg trockene Witterung ein. Es 
nahte jedoch schnell eine Depression über dem Ozean, die sich über Europa 
südwärts bis über die Alpen ausbreitete und die Wetterlage durch Theilininima 
bis zum 8. beherrschte. Am Abend des 8., der schon ostwärts bis Rügen 
Regenfälle herbeiführte, wehten bereits an der ganzen Küste südwestliche bis 
südliche Winde, die Temperatur war schon im Steigen. Kin tiefes Theilminimum, 
das am 4. und 5. vom Süden der Nordsee nördlich der Küste bis Westrussland
	        
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