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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

30 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1901, 
seine Temperatur aufstellen: 1. die Temperaturen fallen im westlichen Theil 
der Ostsee nie so niedrig und nie so hoch aus wie im Ostseewasser 
oder in den obersten Schichten des Skagerracks, 2. die hohe Tempe- 
ratur im Sommer und die niedrige Temperatur im Winter halten sich 
im westlichen Theil der Ostsee längere Zeit als an anderen Stellen; 
im Laufe eines Jahres können sogar zwei Maxima und zwei Minima 
entstehen, und diese können mehr oder weniger deutlich zum Aus- 
druck kommen. Das erste Maximum zeigt sich in der Regel im Juli und ist 
durch die Maximaltemperatur im Ostseewasser hervorgerufen, das zweite im 
September-— Oktober als eine Folge der Maximaltemperatur des salzigen Wassers 
(wie im Jahre 1894). 
Die hohe Temperatur des Tiefwassers im westlichen Theile der 
Ostsee zeigt sich gauz kurze Zeit nach der Erwärmung des Ober- 
flächenwassers auf 10° bis 12°, und hält sich auch, nachdem das Ober- 
flächenwasser unter dieselbe Temperatur wieder abgekühlt ist, lange 
Zeit hindurch unverändert, immerhin aber nicht so lange wie im 
salzigen Tiefwasser im südlichen Kattegat. Das letztere nimmt also, 
hinsichtlich der Temperatur, eine Sonderstellung ein, indem die Temperatur 
sowohl nordwärts als südwärts mehr und mehr der durch die Jahreszeit bedingten 
Temperatur des Oberflächenwassers folgt, 
Wir haben hier die Art und Weise kennen gelernt, auf welche Wasser 
von einem bestimmten Salzgehalt in der Tiefe des westlichen Theiles der Ostsee 
die Temperatur verändert. Betrachten wir indessen die Temperatur der Tiefe 
an einer bestimmten Stelle, so wird das Verhältnifs ein anderes, weil der Salz- 
gehalt im Laufe des Jahres bedeutend variirt, und weil die Temperatur von 
diesen Variationen abhängig ist. So kann der Salzgehalt am Boden im 
aüdlichen Theil des grofsen Belts im Winter sogar bis auf 10% 
herabsinken; alsdann ist die Temperatur selbstverständlich nur durch 
die Temperatur des Ostseewassers, welche zu dieser Jahreszeit eine 
sehr niedrige ist, bedingt. Im Mai, Juni, Juli und August ist der 
Salzgehalt ein hoher und kann bisweilen bis auf 30 °%o steigen; im 
letzteren Falle stellt sich das Verhältnifs dergestalt, als ob das 
salzige Wasser vom Schultz-Grund seine Wanderung südwärts durch 
den grofen Belt fortgesetzt hätte, und die Maximaltemperatur wird 
dann hier etwas später als beim Schultz-Grund eintreffen und sich 
auch etwas niedriger erweisen. 
Während die Temperaturkurve für die Tiefe eine ganz andere Form und 
Lage haben kann, als die für das Oberflächenwasser, so werden die Temperatur- 
kurven für das Oberflächenwasser verschiedener Stellen im Kattegat und im 
westlichen Theil der Ostsee ungefähr die gleichen sein. Wir können daraus 
schliefsen, daß die Oberflächentemperaturen von der Temperatur der unten 
liegenden salzigen Wasserschichten so gut wie unabhängig sind. Temperatur- 
unterschiede an der Oberfläche sind in den meisten Fällen dadurch hervor- 
gerufen, dafs tiefere Schichten von einer anderen Temperatur vom Winde blofs- 
gelegt worden sind. Im Frühjahr und Sommer, wo das Wasser eine Erwärmung 
erfährt, kann der Wind, wenn er kräftig genug ist, um Sturzwellen zu erregen, 
auch die obersten Schichten mischen, vielleicht an einer Stelle mehr als an einer 
anderen, und dadurch eine Veränderung der Oberflächentemperatur bewirken. 
Schließlich können natürlich im Herbst und Winter, wenn das Wasser einer 
Abkühlung unterworfen ist, Unterschiede in den Konvexzionsverhältnissen wiederum 
Unterschiede in der Oberflächentemperatur hervorbringen. 
Alle auf diese Weise hervorgerufenen Temperaturunterschiede betragen 
jedoch fast nie mehr als ein paar Grade. 
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen 
Seewarte im Monat Dezember 1900. 
1. Von Schiffen der Kaiserlichen Marine. 
S. M. Schiffe und Fahrzeuge. 
1. ‚Hohenzollern‘, Kommandant Kontre-Admiral Fr. Graf Baudissin, /n heimischen 
(Zewüässern. 1900. IV. 27. — XI. 8.
	        
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