accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Börgen: Ueber die Anflösung des Zweihöhen-Problems, 
35 
dieser Breitenkorrektion einen oder beide Stundenwinkel behufs Ableitung der 
Länge zu verbessern. Hat man dasselbe Gestirn (die Sonne) zweimal beobachtet, 
so ist der Winkel am Pol gegeben durch die Differenz der Uhrzeiten bei ge- 
höriger Berücksichtigung der Aenderung der Zeitgleichung in der Zwischenzeit. 
Die Berücksichtigung des Uhrganges hat natürlich ebenfalls zu erfolgen. 
Wie man sieht, hat diese Methode grofse Aehnlichkeit mit der von 
St. Hilaire vorgeschlagenen, nur daß hier anstatt der Zenithdistanzen der 
Winkel am Pol benutzt wird, was namentlich den Vortheil hat, dafs die für die 
Korrektionsrechnung anzuwendende Differenz zwischen Beobachtung und Rechnung 
wesentlich gröfser, die Methode daher erheblich empfindlicher ist als die von 
St. Hilaire. . 
Bezüglich der Berechnung des Stundenwinkels und des Azimuts kann auf 
meine oben genannte Abhandlung (Seite 11, Aufgabe 1) verwiesen werden; hier 
ist es nur nothwendig, das Korrektionsverfahren darzulegen. Zu dem Ende haben 
wir die Beziehungen aufzustellen, welche zwischen den Aenderungen 1., der Breite 
und des Stundenwinkels und 2., der Breite und des Azimuts bestehen. Zuvor 
sei noch bemerkt; dafs im Nachfolgenden die auf die erste Beobachtung bezüg- 
lichen Gröfsen mit dem Index 1, die auf die zweite Beobachtung bezüglichen 
mit dem Index 2 bezeichnet werden sollen. 
Wir gehen aus von der bekannten Differentialformel: 
dh =— cwspdd-— cosade — cos Jsinp dt 
worin p den parallaktischen Winkel, a das Azimut, h die Höhe, t den Stunden- 
winkel und d die Deklination des beobachteten Gestirns und @ die Breite des 
Beobachtungsortes bezeichnen. Da aber 
cos d sinp = cosg sin a 
ist und dh und dd==0 gesetzt werden müssen, weil d und h gegebene Größen 
sind, so wird 
cosa do = — cos sina dt 
und daher für die beiden Beobachtungen: 
{ dt, = — secg cota, dg 
di, = — secg cot a, de 
folglich der von dem Breitenfehler abhängige Fehler des Winkels am Pol: 
It, — 6.) = — sec @ { cola, — cota, } de 
ae —— Alt) 
sec „4 cola, — cot a, } 
d (t2 — t,) ist aufzufassen als die Abweichung des berechneten vom beobachteten 
Winkel am Pol. Bezeichnen wir die Uhrzeiten der Beobachtungen mit u, und 
ä,, die Rectascensionen mit x, und &,, So ist der 
beobachtete Winkel am Pol = Uz— U, &,— do 
worin ug -— u, in Sternzeit verwandelt werden mufs. Hat man zweimal die 
Sonne beobachtet, so reducirt sich dies auf u, — u, -+ Aenderung der Zeit- 
gleichung in der Zwischenzeit. Der berechnete Winkel am Pol ist = 6,‘ — t,'. 
In ähnlicher Weise wie vorher ist: 
dd = cospdh-+ cost de + cos h sin p da 
and wenn hierin dd= dh = 0 und cos h sind p = cos g sin £ eingesetzt wird, 
30 erhält man: 
5 cott, — 
[2 = — scc@c6ott, de = he — 8 ot d (t, — 1.) 
DL — 
| da, = — secw@ cott, de = Cote ot, d (t>—t,) 
und 
9) 
Die Größen secg, cota und cott, welche in diesen Formeln vorkommen, 
finden sich nun in den der mehrfach genannten Arbeit angehängten Tabellen der 
Mercatorschen Funktionen von 10 zu 10 Minuten für die Mitte jedes 10 Minuten- 
Intervalls angegeben, nämlich die sec in der Rubrik der Funktionswerthe als
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.