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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Dinklage: Beziehung der Fahrrichtung von Segelschiffen zu der Windhäufigkeit, 83 
Wie die Tabelle zeigt, geben die in erwähnter Weise berechneten Mittel- 
werthe ein so klares, einfaches und in so regelmäfsigen Zügen verlaufendes Bild 
von den Windverhältnissen, dafs kein Zweifel bestehen kann, dafs dasselbe der 
Wirklichkeit entspricht und das herrschende Gesetz zum richtigen Ausdruck 
bringt. Betrachtet man zunächst die unterste: Reihe, so ersieht man, dafs im 
Jahresdurchschnitt der am meisten vorkommende Wind WNW ist, der 14,8% 
aller Winde ausmacht. Von diesem Striche ab nimmt die Häufßgkeit der Winde 
in den einzelnen Strichen sowohl nach rechts als nach links um den Kompafs 
in ganz regelmäfsiger. Folge ab und erreicht ihr Minimum von 1,5% in O. 
Derselbe Gang zeigt sich mit geringen Schwankungen in allen Monaten, in ganz 
regelmäßiger Reihenfolge im Oktober, November, Dezember und Januar. Der 
einzige Monat, der gröfsere Abweichungen von der Regel zeigt, ist Juni. In 
demselben fällt das Maximum einige Striche weiter nach links auf WSW, und 
tritt das sonst stets vorhandene starke Vorherrschen der Winde aus dem nord- 
westlichen Viertel mehr zurück. 
Die westlichen Winde überwiegen das ganze Jahr hindurch in grofsem 
Mafse die östlichen. Am meisten ist dies im Sommerhalbjahr von Oktober bis 
März‘ der Fall, wenn die Winde. aus S durch W bis NNW 76 bis 83 °%o (im 
Oktober) aller ausmachen, In den drei Wintermonaten, wenn ihre Häufigkeit 
verhältnifsmäfsig am kleinsten ist, schwankt der mittlere Procentsatz zwischen 
61% im Juni und 67,5% im Juli und August. In den Zwischenmonaten April; 
Mai und September hält sich das Vorkommen von Winden aus dem westlichen 
Halbkreise auf durchschnittlich 71°0. Der jahreszeitliche Verlauf in dem Vor- 
kommen von Winden aus den östlichen Vierteln ist natürlich dem für die west- 
lichen Winde entgegengesetzt. Sie sind am seltensten von Oktober bis März 
mit ungefähr 16%, und einem Minimum von 14%, im Oktober und November, 
am häufigsten, mit etwa 29%, im Juni, Juli und August. Im Juni, dem Haupt- 
ostwindmonat, steigert sich der Procentsatz auf 33°; die Winde aus Nord durch 
Q bis SSO bilden alsdann ein Drittel aller. 
Unter den vier Windvierteln ist das am meisten vorherrschende das nord- 
westliche mit einem Jahresdurchschnitt von 47,5%o, darauf folgt das südwestliche 
mit 26,2%, dann das nordöstliche mit 14,2°% und als letztes das südöstliche mit 
6,9%. Die Monate, welche die gröfsten und die ‚kleinsten Zahlen aufweisen, 
sind durch fetten oder Kursivdruck dieser Zahlen hervorgehoben, ebenso durch 
fetten Druck die höchsten Zahlen in den Spalten der einzelnen Windstriche, 
Danach überwiegen die nordwestlichen Winde am meisten im Oktober und No- 
vember, am wenigsten im Juni. Die südwestlichen Winde, deren mittlere 
Häufigkeit von Monat zu Monat nur wenig schwankt, zeigen den höchsten 
Procentsatz im Dezember und Januar und etwas weniger im April und Juni, den 
geringsten, umgekehrt wie die nordwestlichen Winde, im Oktober und November. 
Nordöstliche Winde kommen im August und Juni nahezu doppelt so oft vor als 
von Oktober bis Dezember und im Februar und März; südöstliche erreichen 
ähnlicherweise ihr Maximum im Juni und ihr Minimum im Oktober. 
In engere Grenzen gefafst, weht der Wind bei Kap Horn durchschnittlich 
am meisten aus den vier Strichen WSW, West, WNW und NW, denen als durch- 
achnittlich seltenste. Winde die aus den entgegengesetzten Strichen ONO, O0, 
0SO und SO gegenüberstehen. Für die einzelnen Monate und das Jahr be- 
rechnet, stellt sich das Verhältniß zwischen den beiden Windgruppen, wie folgt: 
m 
Januar 
Februar 
März 
April 
Mai 
Juni 
Tuli 
August 
September 
Oktober 
November 
„ Dezember 
3426 Jahır 
Winde aus 
WSW bis NW ONOQ bis SO 
5,0% 0, 
55 
4,5 
8,0 
7,:ö 
12,5 
110 
60 
9,0 
3,0 
ZDd ws 
4,5 
6. 70/a. 
“A ANK
	        
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