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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1900, 
Zwei weifse Leitfeuer, die 107 m von einander entfernt sind und in 
Linie gehalten durch die Fahrrinne zur Hafeneinfahrt führen, brennen auf dem 
nördlichen Hafendamme. ; 
Ein rothes festes Feuer, das 4 Sın weit sichtbar ist, brennt außer- 
dem noch auf der Insel Tscherepacha, südlich von Taganrog. 
Wasserstandssignale werden an dem Signalmast auf dem südlichen 
Hafendamme neben der Rettungsbootstation gemacht, um die Wassertiefe von 
0,15 zu 0,15 m in der zum Hafen führenden Fahrrinne anzuzeigen. Ks bedeuten 
nachts: 
Ein weifses Licht eine Wassertiefe von. . . . . 
Ein weißes und ein rothes Licht eine Wassertiefe von 
Zwei weiße Lichter eine Wassertiefe von. . . . - 
Zwei weiße und ein rothes Licht eine Wassertiefe von 
Drei weiße Lichter eine Wassertiefe von. . . . 
Drei weiße und ein rothes Licht eine Wassertiefe von 
u, Ss. w. bis zu 3 m. 
Bei Tage werden die Signale mit Bällen gemacht und zwar tritt an Stelle 
des weißen Lichtes ein grofser und an Stelle des rothen Lichtes ein kleiner Ball. 
Besondere Hafenbestimmungen, Einkommende Schiffe müssen die National- 
Aagge im Vortopp heilsen. Darauf kommt ein Zollbeamter von dem auf der Rhede 
liegenden Wachtschiff an Bord, der nach der Untersuchung die Erlaubnifs zum 
Löschen oder Laden giebt. 
Schiffe, die östlich von Beglitzki-Feuerschiff und den beiden südlich davon 
liegenden grünen Baken mit der Zollflagge ankern, können auch vor dem Besuch 
der Zollbehörde anfangen zu laden, 
Schiffe, die mit Wasserballast von Kertsch kommen, heifßsen bei Ankunit 
auf der Rhede die Zollflagge, die der von Kertsch mitgekommene Zollbeamte 
bei sich führt, und können dann auch vor dem Besuch der Zollbehörde anfangen 
zu laden. 
Das kalte Küstenwasser.” 
Von FE, Witte. 
Das kalte Wasser, welches an den Küsten der Kontinente neben dem 
wärmeren Wasser des offenen Ozeans auftritt, wurde bis zum ‚Jahre 1871 all- 
zemein gedeutet durch die Annahme kalter, aus polaren Regionen stamnmender 
Meeresströmungen. So sollte beispielsweise ein Theil des Labrador-Stromes an 
der Küste der Vereinigten Staaten entlang auf Hunderte von Meilen nach Süden 
fliefsen, während unmittelbar neben ihm der Golfstrom nach Norden setzte. Ein 
anderer Theil sollte bei Neufundland untertauchen, um dann an der Nordwest- 
küste Afrikas wieder an die Oberfläche zu kommen und seinen Lauf zum Aequator 
fortzusetzen. 
Solche Ansichten standen mit den Gesetzen der Physik im Widerspruch, 
und dieser Widerspruch wurde beseitigt durch die Entdeckung, dafs das erwähnte 
kalte Wasser keine Strömung im bisherigen Sinne, sondern aus der Tiefe empor- 
quellendes Wasser ist. 
Diese "lhatsache nun habe ich gefunden 1870 und veröffentlicht in 
„Poggend. Annalen“ 1871, Bd. 142, Seite 290 bis 292. 
Die kurze Veröffentlichung hat mir zufällig das Prioritätsrecht gewahrt. 
Bin Versuch, meine Gedanken in weiterer Ausführung in „Petermanns Mit- 
theilungen“ den Geographen zugänglich zu machen, scheiterte an der Zurück- 
weisung meiner Arbeit. Petermann schreibt mir unter dem 20. Juni 1870. 
„Bin Hauptgrund meiner Rücksendung ist auch der Umstand, dafs ich mich 
nicht für einen kompetenten Richter über Ihre Arbeit ansehen kann.“ Das 
statistisch-geographische Material für meine Auffassung habe ich dann weiter 
vermehrt und in der Schrift „Ueber Meeresströmungen“, Plefs 1878, sowie 
in dem Osterprogramm, Plefs 1879, veröffentlicht. 
1y Mit der Aufnahme dieses Artikels erfüllt die Direktion der Seewarte den Wunsch des 
Verfassers, ihm allein die Verantwortlichkeit für den Inhalt überlassend.
	        
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