Herrmann: Die wichtigsten Häfen des‘ Asowschen Meeres,
werden in dieser Weise während einer Minute fortgesetzt. Darauf folgt eine
Pause von zwei Minuten. Wenn die Nebelsignale eines näherkommenden Schiffes
gehört werden, werden die Signale in kürzeren Zwischenräumen gemacht.
Beide Feuerschiffe sind von der Eröffnung der Schiffahrt bis ungefähr
Mitte November auf ihrer Station. Vertreiben sie während dieser Zeit, so
werden Nachts die Feuer nicht angezündet und sie führen bei Tage keine Flagge
im Topp-
"Taganrog liegt an der Nordseite der gleichnamigen Bucht und hat un-
gefähr 56000 Einwohner. Die Stadt ist ein bedeutender Handelshafen und der
Stapelplatz für -den Handelsverkehr der Flüsse Wolga und Don, Das umliegende
Land ist fruchtbar und erzeugt Getreide, Obst und Gemüse. Kohlenbergwerke
sind in der Nähe bei Novo Cherkask und Lugau. Der Hafen wird hauptsächlich
von Küstenfahrern besucht, die wegen der geringen Wassertiefen einen grofsen
Theil der zur Verschiffung kommenden Güter nach Kertsch, Theodosia und Odessa
befördern; - +
Die Stadt hat Eisenbahnverbindung mit Rostoff, Novorossisk und Charkow
und regelmäfsige Dampferverbindung mit Rostoff, den übrigen Häfen des Asowschen
Meeres und Odessa.
Einfuhr besteht aus landwirthschaftlichen Maschinen, Cement, Wein,
Spirituosen, Kaffee, Thee, Baumwoll- und Wollwaaren u, 8. w.
Ausfuhr. Hauptausfuhrartikel sind Getreide, Lein- und Rapssaat und
Kohlen; aufserdem werden Wolle, Talg, Kaviar, Eisen u. s. w. ausgeführt.
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen aus den in der Nähe befindlichen
Bergwerken von ziemlich guter Beschaffenheit werden zum Preise von 25 bis
30 Mark die Tonne längsseit der auf der Rhede liegenden Dampfer gebracht,
Frischer Proviant ist gut und billig.
Gesundheitspolizei |
Zollamtliche Behandlung | siehe unter Mariupol.
Lootsen ;
Die Hafenabgyaben betragen für einen Dampfer von 1000 Tonnen etwa
107 Rubel.
Der Hafen von Taganrog wird durch zwei Hafendämme gebildet und
bat eine Wassertiefe von 2,7 m. KEisenbahngeleise ıühren bis zum nördlichen
Hafendamme, an dessen Wurzel sich auch die Kohlenlager befinden. Die zur
Hafeneinfahrt führende ausgebaggerte Fahrrinne erstreckt sich in NzO-Richtung
in einer Länge von %4 Sm und hat dieselbe Wassertiefe wie der Hafen. Die
Einfahrt: zur Fahrrinne ist an der Ostseite mit einer schwarzen und an der
Westseite mit einer rothen Tonne bezeichnet. Ebenso ist die Ostseite der
Fahrrinne mit schwarzen, die Westseite mit rothen Pricken mit kegelförmiger
Spitze gemarkt.
Zwei Baken auf dem nördlichen Hafendamm in Linie bezeichnen bei
Tage und zwei weiße Feuer ebendaselbst nachts die Längsrichtung der Fahrrinne.
Schleppdampfer sind vorhanden. Den Verkehr zwischen der Stadt und
den auf der Rhede ankernden Schiffen vermitteln kleine Dampfer, die den
Schiffshändlern gehören. Ladung wird in Dampfleichtern längsseits der Schiffe
ebracht.
S Rettungsbootstation befindet sich auf dem südlichen Hafendamme.
Aufserdem sind noch verschiedene Rettungsboote sowohl an der Nordseite als
an der Südseite der Bucht von Taganrog stationirt. ;
Sturmsignale werden zu Taganrog nach Telegrammen des Observatoriums
in Odessa gemacht und auf dem Zolldampfer auf der Rhede wiederholt. .
Hafenfeuer von Taganrog. Ein rothes, weilses und grünes
festes Feuer, das 14 Sm weit sichtbar ist, brennt ungefähr in der Verlänge-
rung des südlichen Hafendammes 49 m über Hochwasser auf einem runden
weißen steinernen Thurm. Es ist roth sichtbar von S62°W über W bis
N 26° W, grün von N26°W bis N 17° W über die Tscherepacha-Insel, weifs
von N17° W über N bis N 19° O, grün von N 19° O0 bis N39° O0 und weifs von
N39°O bis N54°0. ;
Ein grünes Feuer, das 5 Sm weit sichtbar ist, brennt auf dem Kopfe
des nördlichen Hafendammes.
Ein rothes Feuer brennt auf dem Kopfe des südlichen Hafendammes.
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