12
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1900.
Die vor der Kriwaia-Landzunge liegende rothe Tonne bleibt an B.B.,
während das Pestschani-Feuerschiff ebenso wie der einige Kabellängen östlich
davon, am Nordende der Cockerill-Untiefe liegende schwarze Pricken an St. B,
gelassen werden mufs. Die gröfsten Wassertiefen findet man in der Nähe des
Feuerschiffes. ;
Hier etwa beginnt die äußere Rhede von Taganrog, die von gröfseren
Schiffen als Ankerplatz benutzt wird.
Schiffe mit geringerem Tiefgang, die die innere Rhede aufsuchen wollen,
passiren mit östlichem Kurse südlich vom Beglitzki-Feuerschiff bis etwa 3 Sm
östlich von demselben. Von hier führt ein nordöstlicher Kurs auf einer Strecke
von etwa 5 Sm nördlich von der schwarzen Bake am Nordende der Grecheskioi-
Bank. Sobald diese Süd peilt, kann man mit ostsüdöstlichem Kurse auf den
Ankerplatz zu halten, den man nach Zurücklegung von etwa 5 Sm erreicht,
Kleinere Schiffe, die noch näher an der Stadt ankern oder an den Kai
holen wollen, verfolgen den ostsüdöstlichen Kurs, wie er in der britischen
Admiralitäts-Karte No. 2234 durch eine gestrichelte Linie bezeichnet ist, bis die
rothe Treibbake der Petruschina-Bank etwa NW peilt, steuern dann nordnord-
östlich und ankern je nach ihrem Tiefgange oder gehen an den Kai, wo sie sich
mit dem Heck vertäuen, wie es die Küstenfahrer gewöhnlich thun.
Bei unsichtigem Wetter muß beständig gelothet werden, Der Grund im
Fahrwasser besteht aus Schlick, während er auf den Bänken hart und sandig ist.
Nachts steuere man von einem Ort, der etwa 3 Sm östlich von Beglitzki-
Feuerschiff liegt, NO, etwa 5Sm. Auf diesem Kurse bleibt man im ersten
weißen Sektor des Leuchtfeuers von Taganrog. Sobald man die schwarze Bake
am Nordende der Grecheskioi-Bank dwars hat, halte man mit 0S0!/40-Kurs in
den grünen Sektor des Leuchtfeuers und darauf, die rothe Treibbake der
Petruschina Bank an B. B. lassend, in den zweiten weifßsen Sektor hinein.
Klierauf steuere man auf den Hafen zu oder ankere je nach dem Tiefgange des
chiffes.
Ankerplätze auf der Rhede. Schiffe gröfseren Tiefganges ankern auf
der äufseren Rhede etwa in der Mitte zwischen dem Pestschani- und Beglitzki-
Feuerschiff auf 6,1 m Wasser, Grund grauer Thon in den Peilungen: Beglitzki-
Feuerschiff in ON0!/40 und die Kirche von Sasalnitsk in SzO,
Der Ankerplatz auf der inneren Rhede liegt 9 bis 10 Sm südsüdwestlich
von der Stadt auf etwa 5,5 m Wasser.
Bei südwestlichen und nordöstlichen Winden steht schwere See auf der Rhede.
Die Wassertiefen auf der Rhede sind sehr veränderlich und von dem
gerade herrschenden Winde abhängig. Bei starken östlichen Winden darf man
auf der äufseren Rhede auf nicht mehr als 4,9 bis 5,5 m Wasser rechnen, und
auf 1,5 bis 1,8 m am Kai. Umgekehrt erhöhen starke südliche Winde den Wasser-
stand um 0,6 bis 0,9 m.
Ballastplatz liegt etwa 4,5 Sm südlich vom Beglitzki-Feuerschiff zwischen
den dort aufgestellten vier schwarzen Pricken und dem Lande auf 4,3 bis 4,9 m
Wasser.
Das Pestschani-Feuerschiff liegt auf 7,9 m Wasser am Nordende der
Cockerill-Untiefe, Es ist ein schwarzes zweimastiges Schiff mit dem Namen
„Pestschani“ in gelben russischen Buchstaben auf beiden Seiten, das in beiden
Toppen einen schwarzen Ball und im Großtopp unter dem Ball noch eine gelbe
Flagge mit blauem Kreuz führt. Es zeigt 8,5 m über dem Wasserspiegel zwei
weilse feste Feuer, die 6 Sm weit sichtbar sind.
Nebelsignal. Bei Nebel oder unsichtigem Wetter werden alle 26 sek
kurz aufeinderfolgende Signale von 4 sek Dauer mit der Dampfpfeife oder, falls
diese unbrauchbar ist, mit der Glocke gegeben.
Das Beglitzki-Feuerschiff liegt auf 5,2 m Wasser 6 Sm südlich von der
gleichnamigen Landzunge. Es ist ein rothes zweimastiges Schiff mit dem Namen
„Beglitzki“ in schwarzen russischen Buchstaben auf beiden Seiten. Als Tages-
marke führt es im Vortopp einen rothen Ball und eine gelbe Flagge mit blauem
Kreuz. Es zeigt 11m und bei schwerem Wetter 5 bis 6 m über dem Wasser-
spiegel zwei rothe feste Feuer, die 7 Sn weit sichtbar sind.
Nebelsignale werden mit der Glocke gegeben und zwar drei kurz auf-
einander folgende Signale, darauf folgt eine Pause von 6sek. Die Signale