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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Fehrnar 1900.
etwa der der schottischen gleich; sie brennen gut und lassen verhältnifsmäfsig
wenig Rückstände.
Gesundheitspolizei. Kin Gesundheitspaßs wird ständig verlangt. Der
ärztliche Besuch erfolgt beim Passiren von Kertsch.
Zollamtliche Behandlung. Ein Ladungsmanifest, sämmtliche Konnosse-
mente und eine genaue Proviantliste werden beim Passiren von Kertsch, wo
einklarirt werden muß, verlangt. Die Papiere werden dann versiegelt mit dem
Schiff nach dem Bestimmungshafen geschickt, Gleichzeitig kommen zwei Zoll-
beamte an Bord, von denen einer das Schiff erst verläfst, wenn die Ladung ge-
löscht ist, während der andere wieder mit dem Schiff nach Kertsch zurückkehrt.
Der Hafen von Mariupol liegt bei Zintsowo 3 Sm südwestlich von der
Stadt und ist mit ilr durch eine Kisenbahn verbunden. Er wird von zwei
Hafendämmen gebildet und durch einen vom südlichen Hafendamm ausgehenden
Damm in einen äufseren und inneren Hafen getrennt. Die beiden Häfen stehen
durch zwei Durchfahrten mit einander in Verbindung. Der äußere Hafen hat
ebenfalls zwei Einfahrten. Die Wassertiefe beträgt zur Zeit etwa 4,6 m; es
wird jedoch gebaggert, um eine Tiefe von 5,5 m herzustellen, Bis jetzt ist
im inneren Hafen eine Rinne mit 5,5 m Wassertiefe vom Hafenkrahn bis zum
Kai vor der Durchfahrt westlich vom inneren Hafendamm ausgebaggert und
auch einzelne Theile des inneren sowohl, als des Vorhafens haben diese Tiefe
erhalten. Der Wasserstand wird durch den Wind bis zu 0,8 m verändert; nord-
östliche und östliche Winde verringern ihn, während südliche Winde ihn erhöhen.
Der Flächeninhalt des Hafens beträgt 124 ha. Dem wachsenden Verkehr genügt
jedoch der jetzige Hafen nicht mehr, und man plant einen neuen Hafen, der in
südwestlicher Richtung an den jetzigen angebaut, 300 m breit werden und eine
Kailänge von 950 m und eine Wassertiefe von 5,5 m erhalten soll.
Die Lösch- und Ladeeinrichtungen am Kai sind gut. Ein Dampfkrahn
und andere Krähne, die bis zu 30 Tonnen heben können, sind vorhanden. Zum
Laden von Getreide dienen Dampfleichter, die stündlich 20 Tonnen, und zum
Laden von Kohlen zwei Kohlenschütten, die stündlich etwa 300 Tonnen über-
yeben können. Gelöscht wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, geladen
auch während der Nacht. Die Dampfer löschen am Kai mit ihrem eigenen
Geschirr 100 bis 120 Tonnen pro Tag und Luke. Die Kosten betragen im
Kontrakte eine Mark für die Tonne, bei Schwergut nach Uebereinkunft. Für
das Trimmen von Getreide werden etwa 35 Rubel für 1000 Tschetwert berechnet.
Kleinere Reparaturen werden von den vorhandenen Kisenwerken aus-
geführt. Sonstige Ausbesserungswerkstätten, Docks u. s. w. sind nicht vorhanden.
Lootsen werden gewöhnlich in Kertsch für die Rundreise im Asowschen
Meer genommen, Eine feste Taxe besteht nicht. Der Levante-Dampfer „Imbros“
(1526 Tonnen netto) bezahlte für die Reise nach Mariupol, Taganrog und zurück
nach Kertsch 110 Rubel.
Schleppdampfer sind vorhanden.
Hafenfeuer. Ein rothes festes Feuer, das 6 Sm weit sichtbar ist,
brennt auf dem Kopfe des südlichen Hafendammes.
Ein weifses und grünes festes Feuer, das 6 Sm weit sichtbar ist,
brennt auf dem Kopfe des nördlichen Hafendammes; es ist weiß in den
Peilungen von S84° W über W und N bis N 30° O0 und in den übrigen
Peilungen grün.
Je ein grünes Licht brennt zu beiden Seiten der südlichen Einfahrt
vom Aäufseren in den inneren Hafen und je ein weißes Licht zu beiden Seiten
der nördlichen Einfahrt.
Nebelsignale mit einer Glocke werden auf dem Kopfe des südlichen
Hafendammes bei unsichtigen Wetter gegeben. Die Glockensignale, einzelne
kurz aufeinander folgende Schläge, dauern 1 Minute, darauf folgt eine Pause
von 4 Minuten. Wenn die Nebelsignale eines sich nähernden Schiffes gehört
werden, werden die Signale in kürzeren Zwischenräumen gegeben,
Feuerschiff von Mariupol ist ein rothes einmastiges Fahrzeug mit durch-
brochenem Ball im Topp, das 0,5 Sm aufserhalb der Mündung des Flusses
Kalmius liegt. Es zeigt ein rothes festes Feuer, das 5 Sm weit sichtbar ist.
Nebelsignale mit einer Glocke werden auf dem Feuerschiff bei unsich-
tigem Wetter gegeben.