Herrmann: Die wichtigsten Häfen des Asowschen Meeres.
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Ein grünes festes Feuer, das 4 Sm weit sichtbar ist, brennt 9,4 m
über Hochwasser auf dem Nordwestende des Wellenbrechers.
Zwei weilse feste Feuer brennen senkrecht untereinander auf dem
Ende der im Bau begriffenen Landungsbrücke; sie werden mit dem Fortschreiten
des Baues stets nach dem Ende der Brücke versetzt.
Ein weifses und rothes Wechselfeuer, das in den Peilungen - von
N76°W über N und O bis S36°0 6 Sm weit sichtbar ist, brennt 9,4 m über
Hochwasser auf einem hölzernen Gerüst auf dem Kopfe der Landungsbrücke,
Rettungsstationen befinden sich in der -Bucht an der Nordseite der
Berdiansk-Landzunge und bei dem Landungsplatz im Hafen. ;
3, Mariupol.
Ansteuerung. Von Kertsch kommend, ist es empfehlenswerth, mit einem
tiefgehenden Schiffe oder wenn die Seezeichen bereits eingezogen oder noch
nicht ausgelegt worden sind, daselbst einen Lootsen zu nehmen. Man steuere
nach dem Passiren des Kaps Yenikale das Berdiansk-Leuchtfeuer an. (Siehe
unter Berdiansk.) Etwa 95m vom Berdiansk-Feuer entfernt, steuere man so,
dafs man den Bjelosarai-Leuchtthurm in 4 Sm Abstand passirt. Auf diesem
Kurse bleibt man frei von den vier Wracken zwischen der Berdiansk- und der
Bjelosarai-Landzunge und ungefähr in der Mitte zwischen Bjelosarai und der
nordwestlich von dem Inselchen Dolga liegenden Tonne. 5%4 Sm östlich vom
Bjelosarai-Leuchtthurme . auf 9 m Wasser, liegt ein Wrack, dessen Mast aus dem
Wasser hervorragt und das gleichfalls vermieden werden mufs, Hat man das
weiße feste Feuer von Bjelosarai dwars, so kann man gerade auf die Rhede von
Mariupol zu halten.
Ankerplätze vor dem Hafen von Mariupol. Schiffe mit mehr als 4,6 m
Tiefgang müssen erst auf der Rhede leichtern. Etwa 3 bis 4 Sm südlich von
der Stadt sind die Wassertiefen 5,2 bis 5,5 m. Der Aukergrund besteht aus
Schlick und hält gut. Dichter unter Land, auf etwa 4,3 m Wasser, ist der Grund
sandig. Die Rhede ist gegen südwestliche, südliche und südöstliche Winde un-
geschützt.
Das Einlaufen in den Hafen. Der Hafen ist zur Zeit nur für Schiffe
bis zu etwa 4,6 m Tiefgang zugänglich. Beim Kinsteuern hält man sich am
besten in der Leitmarke: die südliche innere Hafeneinfahrt etwas offen vom
südlichen Leuchtthurm der äufßseren Hafeneinfahrt, in etwa NWzW. Diese Leit-
marke führt in der tiefsten Fahrrinne entlang und wird von allen Dampfern be-
nutzt. Seezeichen sind nicht vorhanden.
Mariupol ist eine aufblühende Stadt mit etwa 15000 Einwohnern. Sie
liegt am rechten Ufer des Flußes Kalmius, der jedoch nur von Leichtern benutzt
werden kann. Die Einfahrt über die Barre ist durch Pricken gekennzeichnet;
dieselben sind einlaufend an St. B. weifs, an B. B. roth.
Auf der ‚rechten Seite der Kinfahrt wird eine 510 m lange hölzerne
Landungsbrücke erbaut, die sich von dem östlichen Ufer des Flusses seewärts
erstreckt. Etwa 250 m ostsüdöstlich vom Kopfe dieser Landungsbrücke steht
eine Glockenbake.
Handelsverkehr, Von deutschen Schiffen verkehren im Hafen die
Dampfer der Deutschen Levante-Linie und der Dawmpfschiffsrhederei von 1889.
Deutscher Vicekonsul ist E. Bremer. Agent für die Levante-Linie
ist der englische Vicekonsul W. S. Walton. .
Die Ausfuhr besteht hauptsächlich aus Getreide, Mineralien und Kohlen;
die Kohlen- und Mineralienausfuhr nimmt von Jahr zu Jahr einen gröfseren
Umfang an.
Eingeführt werden hauptsächlich Maschinen.
Die Stadt hat Eisenbahnanschlufs an das Eisenbahnnetz Südrusslands.
Schiffsausrüstung. Frischer Proviant ist zu mäfsigen Preisen zu haben:
Trinkwasser wird in Fässern längsseit gefahren und mit Eimern an Bord getragen.
Die Tonne kostet 4 Mark. .
_ Russische Bunkerkohlen zu 17 Mark die Tonne kommen in Kisenbahn-
waggons längsseit und werden in Säcken oder Schubkarren an Bord geschaftt.
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