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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1900, 
rothen spitzen Tonnen, die die Südwestkante der Bank vor der Berdiansk-Huk 
bezeichnen, passire man in mindestens 1 Sm Abstand. Die Bank vor der 
Berdiansk-Huk scheint sich weiter auszudehnen. Man bleibt dann gut frei von 
dem Wrack, das etwas westlich von der nördlichen Tonne liegt, und kann mit 
NOzN-Kurs auf den oberen Berdiansk-Leuchthurm zu halten. 
Nachts passire man ebenfalls etwa 2 Sm westlich von dem weifsen 
elektrischen Funkelfeuer auf der Berdiansk-Huk und steuere in dem von den 
beiden weißen Feuern des oberen Berdiansk-Leuchtthurmes beschienenen Sektor 
auf die Rhede. 
Ankerplätze auf der Rhede. Kleine Fahrzeuge ankern gewöhnlich 
innerhalb des Wellenbrechers auf etwa 3m Wasser. Das Land westlich von 
der Stadt bietet jedoch wenig Schutz gegen westliche oder nordwestliche Winde. 
Einzelne Fahrzeuge benutzen auch den kleinen natürlichen Hafen mit 2,4 m 
Wasser, 2!/2a Sm südlich von der Stadt, der durch die Berdiansk-Landzunge und 
den in nördlicher Richtung von ihrer Westseite auslaufenden schmalen Land- 
streifen gebildet wird. Gröfsere Schiffe ankern gewöhnlich auf etwa 5 m Wasser, 
Grund weicher Schlick, 3 Sm südwestlich von der Stadt, und suchen dann, nach- 
dem sie soviel als möglich geladen haben, tieferes Wasser auf. 
Ballastplatz mit 5,5 m Wasser befindet sich an der Nordwestseite der 
Rhede innerhalb der Verbindungslinie der beiden rothen Tonnen. Ebenso be- 
zeichnet die Deckpeilung des oberen Berdiansk-Leuchtthurmes und der 13 m 
hohen roth und weils wagerecht gestreiften Bake südwestlich von ihm, die Süd- 
ostgrenze des Ballastplatzes. 
Berdiansk ist eine Stadt von etwa 32 000 Einwohnern und Ausfuhrhafen 
der deutschen Kolonien am Moloschnoe-Flusse.‘ 
Die Rhede von Berdiansk hat den Vorzug, dafs sie ehe: offen ist und 
«päter zufriert als die Rhede von Taganrog. 
Handelsyverkehr. Ausgeführt wird hauptsächlich Getreide, Wolle, Hanf 
und Häute. Der Werth der Ausfuhr belief sich in 1891 auf 28 000 000 Mark. 
Die Einfuhr ist dagegen verschwindend klein und besteht aus Reis, Kaffe, Oel, 
Kohlen u. s. w.; sie betrug in demselben Jahre nur 30 000 Mark. 
Dampferverbindung besteht mit den übrigen Häfen des Asowschen Meeres 
und mit Kertsch während des Sommers fünfmal wöchentlich. Telegraphische 
Verbindung besteht nach allen Richtungen. 
Schiffsausrüstung. Frischer Proviant ist zu mäfsigen Preisen zu haben. 
Russische Kohlen sind stets etwa 1500 Tonnen vorräthig und werden zum 
Preise von 25 Mark die Tonne in Leichtern längsseit gebracht. 
Gesundheitspolizei ‚ 
Zollamtliche Behandlung | siehe unter Mariupol. 
Lootsen ) 
Hafenabgaben betragen für einen löschenden Dampfer 14 Kopeken für 
die Tonne und 7 Rubel 15 Kopeken Feuergeld; für einen ladenden Dampfer 
20 Kopeken für die Tonne und 7 Rubel 15 Kopeken Feuergeld, Für Ein- und 
Ausklariren 20 Rubel, 
Der Hafen von Berdiansk wird durch den 640 m langen Wellenbrecher 
gebildet, der !/2 Sm von der Stadt entfernt der Richtung des Landes parallel 
jäuft und kleinen Schiffen Schutz gewährt. Eine Landungsbrücke ist noch im 
Bau begriffen. 
Leuchtfeuer von Berdiansk, Ein weifses Funkelfeuer, das 10 Sm 
weit sichtbar ist und alle 5 sek einen Blitz zeigt, brennt auf einem weißen, 
achteckigen Leuchtthurm auf der Berdiansk-Huk 23,8 m über Hochwasser. Es 
ist elektrisch vom 13. März bis zum 13. Dezember, sonst ein Petroleumfeuer. 
Nebelsignale werden mit einer Dampfpfeife gegeben und zwar alle 
20 sek 3 kurz aufeinander folgende Töne von zusammen 5 sek Dauer, 
Zwei weifse feste Feuer, die 15 Sm weit sichtbar sind, brennen nord- 
westlich von der Stadt auf einem weifsen, viereckigen, steinernen Thurme 
(Oberer Berdiansk-Leuchtthurm) 50,3 m über Hochwasser. Sie sind sichtbar 
über einen Bogen von 30° von N 16° O bis N 46° O0 und erscheinen aus gröfserer 
Entfernung als ein Feuer. 
Ein rothes festes Feuer, das 4 Sm weit sichtbar ist, brennt 9,4 m über 
Hochwasser auf dem Südostende des Wellenbrechers.
	        
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