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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Herrmann: Die wichtigsteri- Häfen des Asowschen Meeres. 
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Mittag bis 2" p den Kanal passiren, kleinere Schiffe können jederzeit hin- 
durchfahren, müssen sich jedoch‘ aufserhalb des Kanals in dem Sseichteren 
Wasser halten. N 
Nachts nähere man sich der Strafse von Kertsch in dem von den beiden 
weißen Feuern von Povlofski beschienenen Sektor, die in den Peilungen von 
N14AW bis NNW1/4AW sichtbar sind und frei von den Untiefen vor dem Kap Takly 
und dem Kap Panaghia führen, Tuslinski-Feuerschiff wird in etwa 6 Sm Abstand 
in Sicht kommen und bleibt an St. B. Etwa 1 Sm vom Tuslinski-Feuerschiff 
entfernt, wird das weifse Blinkfeuer auf dem Kap Yenikale vom Lande verdeckt. 
Darauf steuere man bis auf etwa 1Sm Abstand an die Povlofski-Leuchtfeuer 
hinan und halte dann östlicher, um das weiße Feuer von Tschurubasch und das 
rothe Feuer von Kamisch achteraus. in Linie zu bringen. Diese Deckpeilung, 
etwa WSW, führt durch den Kanal... 
l. Genitschesk. 
Ansteuerung der Rhede von Genitschesk. Nach dem Passiren der 
Straße von Kertsch kann man von einem Ort, der Nord 5 Sm vom Kap Yenikale 
entfernt ist, ınit, etwa NWzW'/2W-Kurs auf die Mitte der Durchfahrt zwischen 
dem Leuchtthurm auf ‚der Beriutsch- Halbinsel und der gegenüberliegenden 
Nehrung zu halten. Den Beriutsch-Leuchtthurm passire man in 2 bis 3 5m Abstand 
und steuere dann auf den Leuchtthurm nördlich von Genitschesk zu. Der rothe 
Pricken, der‘ die Westspitze der Bank westlich vom Beriutsch-Leuchtthurm be- 
zeichnet, bleibt an St. B. | 
Nachts halte man sich in dem von den beiden rothen Feuern von 
Genitschesk beschienenen Sektor. . 
Ankerplätze auf der Rhede mit 5,5 bis 6,4 m Wasser, Grund Schlick, 
findet man etwa in der Mitte zwischen der Fedotova-Landzunge und der 
Genitschesk-Strafse, 2'/» Sm von der Stadt entfernt. Die Rhede ist gut geschützt 
und nur für südsüdöstliche Winde offen, 
Genitschesk liegt an der Nordseite der gleichnamigen etwa 120 m breiten 
Straße, die in den -Sivasch, ein grofses flaches Haff, führt. Neuerdings ist eine 
2,3 km lange und 65 m breite Fahrrinne über die vorliegende Barre und in der 
Straße mit 3,7 m Wasser hergestellt worden. 
Das Fahrwasser wird durch drei Paar Spierentonnen und zwei Paar 
Pricken bezeichnet; die Seezeichen an der Nordseite sind schwarz, die an der 
Südseite roth. Bei der rothen Ansteuerungstonne liegt zur Bezeichnung der 
Einfahrt noch eine Stange mit Ball. Nachts bezeichnen zwei weiße feste Leit- 
feuer am Südende der Stadt die Einfahrt. Das Haff ist so flach, daß es nur 
für Boote befahrbar ist. 
Die Weizenausfuhr aus diesem Hafen ist bedeutend; im Jahre 1891 
wurde für 1700 000 Mark verschifft. . 
. An Hafenabgaben bezahlte: ein Schiff von 480 Registertonnen, das in 
Ballast eingelaufen war, nur 15 Rubel für Ballastlöschen, 
Leuchtfeuer von Genitschesk, Zwei rothe feste Feuer, die 10 Sm 
weit sichtbar sind, brennen auf der Anhöhe nördlich von der Stadt in einem 
steinernen, viereckigen weißen Thurm 24,8 m über Hochwasser. Die beiden 
Feuer sind sichtbar über einen Bogen von 22° in den Peilungen von N 36° W 
bis N 14° W. Der Thurm hat zwei Stockwerke und steht auf dem zweistöckigen 
Wärtergebäude mit grauem Dach, Aus gröfserer. Entfernung erscheinen die 
beiden Feuer, von denen eins in jedem Stockwerk brennt, als eins. 
Zwei weiße, feste Leitfeuer (Laternenfeuer), die N 80° O von einander 
stehen, brennen am Südende der Stadt. 
2, Berdiansk. 
Ansteuerung. Nach dem Passiren von Kap Yenikale steuere man mit 
etwa N!/40- bis N!4O-Kurs auf die Berdiansk-Huk ‚zu. Auf diesem Kurse 
nehmen die Wassertiefen allmählich von 9m auf 13 m zu, um dann wieder ab- 
zunehmen. 5 Sm von dem Leuchtthurme auf dieser Huk entfernt betragen sie 
etwa 101 m. Der Grund besteht im: Allgemeinen aus Schlick. Die beiden 
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