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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Die Witterung zu "Tsingtau im Juli, August und September 1899. 
no 
Die Witterung zu Tsingtau im Juli, August und September 1899. 
Nach den Aufzeichnungen der Kaiserlichen Vermessung im Kiautschou-Gebiet, 
Seit dem Frühjahr 1898 hat die Kaiserliche Vermessung im Kiautschou- 
Gebiet die systematische Aufzeichnung der Witterungsverhältnisse zu Tsingtau 
aufgenommen. Damit ist ein authentisches Material geschaffen, nach dem sowohl 
die jeweilige Witterung der einzelnen Jahre und Monate als auch weiterhin dio 
allgemeinen klimatischen Verhältnisse festgestellt werden können, unter denen 
die Arbeiten und das Leben der deutschen Kolonisten in Schantung sich vollziehen. 
In den Tabellen der folgenden Seiten sind die Witterungsverhältnisse nieder- 
gelegt, wie sie aus den täglich dreimaligen Beobachtungen für die einzelnen Drittel 
sowie die Ganzen der Monate Juli bis September 1899 sich ergeben. Dabei sei 
bemerkt, dafs die Einzelbeobachtungen zu Tsingtau vom Juli 1898 bis Juni 1899 
in dem demnächst erscheinenden Band IX der „Deutschen Ueberseeischen Meteoro- 
logischen Beobachtungen“ veröffentlicht werden. 
Die Tabellen haben gegen die sonst üblichen eine geringe Erweiterung 
erfahren. Unter der täglich höchsten und niedrigsten Luftwärme ist nicht nur 
der höchste und niedrigste Wärmegrad des betreffenden Zeitraumes angegeben, 
sondern es ist auch der niedrigste Grad der täglich höchsten und der höchste 
Grad der täglich niedrigsten Temperatur bemerkt. Die Kenntnifs auch dieser 
beiden Werthe dürfte nicht unwesentlich zur Beurtheilung des Einflusses der 
Wärmeverhältnisse auf das Befinden der Bewohner beitragen, 
Ferner dürfte es in mancher Hinsicht wünschenswerth sein, zu wissen, 
aus welchen Richtungen durchschnittlich die stärkeren Winde wehen, daher ist 
unter Wind neben der Anzahl der Beobachtungen aus der darüberstehenden 
Richtung die mittlere Stärke dieser Winde vermerkt. Schliefslich findet sich 
noch eine Rubrik „Allgemeine Luftbewegung“ für den Monat angefügt. In der- 
selben sind die Luftbewegungen angegeben, zu denen sich für die einzelnen 
Monate die Winde unter Berücksichtigung ihrer Richtung und Stärke summiren. 
Diese Angaben dürfen nur als allererste ziemlich grobe Annäherung betrachtet 
werden. Denn es sind denselben nur die drei täglichen Terminbeobachtungen 
zu Grunde gelegt, so dafs also dabei vorausgesetzt ist, die Winde seien auch 
über die übrige Zeit des Tages in Richtung und Stärke in gleicher Weise ver- 
theilt, wie zu diesen drei Beobachtungszeiten, Als Stärke ist bei diesen 
Berechnungen die geschätzte Stärke nach der Beaufort-Skala (1 bis 12) ohne 
Weiteres eingesetzt, da durch die verschiedenen Feststellungen die Windstärken 
bis zur Stärke 9 als annähernd proportional der Windgeschwindigkeit sich ergeben 
haben. Wegen aller dieser Ungenauigkeiten und in Rücksicht darauf, dafs die 
Beobachtungen der Windrichtung nur auf jedem zweiten Strich der Windrose 
aufgezeichnet werden, ist die allgemeine Luftbewegung auf ganze Striche der 
Windrose und halbe Grade der Beaufort-Skala abgerundet worden. Im Uebrigen 
werden diese Angaben erst für spätere Zeiten von Bedeutung sein, insofern als 
dieselben in .ihrer Verschiedenheit die voneinander abweichenden Witterungs- 
verhältnisse verschiedener Jahre charakterisiren dürften. 
Die stürmischen Winde des Monats September 1899 waren von nordwest- 
licher Richtung. Im Laufe des Nachmittags am 26. September drehte der Wind 
von S über O nach NW und frischte stark auf; über Nacht erhob sich der nord- 
westliche Wind auf Sturmesstärke. Im Laufe des 27. nahm der Wind unter ge- 
ringer Drehung auf NNW langsam an Stärke ab. 
Maritimen Meteorologie“, herausgegeben von der Seewarte, wird das deutsche nautische Publikum in 
den Stand gesetzt, sich über Neuentdeckungen von Untiefen, Errichtungen und Veränderungen von 
Leuchtfeuern und sonstigen Seezeichen u. s. w. auf dem Laufenden zu halten; die „Annalen der 
Hydrographie etc.“ bringen die neuesten Berichte über Häfen, Fahrwasser u, 8, W., die der Seewarte 
von Kapitänen eingeliefert werden. "Trotz des äufserst geringen Abonnementspreises — 2 Mk. das 
Jahr für die Nachrichten, 3 Mk. für die Annalen — haben doch noch eine grofse Anzahl von 
deutschen Schiffen diese Veröffentlichungen nicht an Bord. Ihre Führer entziehen sich dadurch ein 
MViittel. welches sehr zur Sicherheit der Schiffahrt beiträgt.
	        
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