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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

50 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1900. 
handen sein sollenden sahen wir nichts.!) Botel Tobago erscheint von Süden 
wie aus zwei Inseln bestehend. Die Insel ist 255 m (850 Fufß) hoch, also bei 
klarem Wetter weit zu sehen, und auch Klein-Tobago ist ziemlich lang und hoch 
and gut sichtbar. Diese Marken erleichtern die Führung eines Schiffes bei gutem 
sichtigen Wetter sehr, aber bei dunkler Nacht und Regen macht der starke 
Strom die Navigirung in diesen Gewässern doch ziemlich unsicher. 
Während der Nacht zum 1. Mai herrschten leichte Winde, bald aus WSW, 
bald aus SO, mit Regen. Gegen 5 Uhr morgens kam Samasana in NNW!2W 
in Sicht. Diese Insel ist ebenfalls ziemlich lang, hoch und weit sichtbar. Vor- 
mittags folgte auf starken Regen Wind aus ONO, der aber später nördlicher 
drehte und auffrischte. Mittagsbreite 22° 53‘ Nord, die Küste von Formosa in 
Sicht, hohe, durcheinander laufende See und kochender Strom. Kreuzten dann 
bei bald frischem, bald flauem Nordostwinde und meistens klarem Wetter an der 
Ostküste von Formosa nordwärts bis zum 3. Mai, wobei der Strom gut mithalf, 
Vom 1. zum 2, Mai setzte derselbe N 32°0 58 Sm. Die hohen Berge auf Formosa 
waren zuweilen gut sichtbar. Die Küste ist sehr hoch und überall steil. Steep- 
Insel, die wir am 2. abends auf 8 Sm in NW peilten, hebt sich von dem dahinter 
liegenden Lande gut ab und ist ebenfalls weit zu sehen. Bei Samtiow - Spitze, 
ler Nordostecke von Formosa, ist das Land nicht so hoch und erscheint wie 
mehrere kleine Hügel. 
Am 3. Mai holte der Wind, flau werdend, nach N und NW. Wir 
Jagen damit landabwärts, aber da eine hohe Dünung aus NO stand, segelte es 
aur wenig voraus, Mittagsort 25° 9‘ N-Br und 122° 50' O-Lg. Um 3 Uhr nach- 
mittags peilte die Insel Hoa Pin Su NNO'40, 30 Sm entfernt. Der Strom hatte 
ıns im letzten Etimal N 48°O0 48 Sm versetzt. Nachmittags ging der etwas auf- 
Frischende Wind von NW nach O und später nach NO, aus welcher Richtung 
er wieder gänzlich abflaute und zuletzt zur Stille wurde. Diese unleidlichen 
Stillen nehmen ja wohl kein Ende, und überall, wo Untiefen und Inselchen sind, 
baben wir das Pech, gerade auf dieselben loszutreiben. Bei solchem Strom, wie 
hier ist, ist man ja auch ganz machtlos. Bis jetzt sind wir noch immer glücklich 
davongekommen, aber jetzt sieht mir die Sache bedenklich aus. Wir treiben 
recht auf die Raleigh-Insel ab. Um Mittag des 4. Mai hatten wir uns derselben 
bis auf 3 Sm genähert. Wir hatten zwei Boote klar zum Bugsiven, was uns in- 
dessen bei 21/2 Knoten Strom wohl wenig genutzt haben würde. Jedes große 
Schiff sollte für solche Fälle eine kräftige Dampfbarkasse haben, Für uns würde 
dieselbe sich schon in der Karimata-Strafse genügend bezahlt gemacht haben. 
Zum Glück kam gleich nach Mittag eine kleine nordöstliche Briese durch, womit 
wir soeben frei kamen. Auf beiden Seiten von Raleigh-Insel erstrecken sich 
zefährliche Riffe mit kleinen Felsen über Wasser. Das am Südende scheint am 
weitesten vorzuschiefsen. Also Vorsicht! 
Shanghai. 
Aus dem Bericht des Kapt. P. Albrand über die Reise des Vollschiffes „Osorno“ von New York 
nach Shanghai. Mai 1899, 
Von der Raleigh-Insel aus, nach der „Osorno“ auf der Fahrt von Luzon 
nach Shanghai östlich von Formosa durch den Strom versetzt worden war,°) 
gelangte dies Schiff nach weiteren fünf Tagen, an denen der Wind anfänglich flau 
aus S und SO, vom 6. Mai an aber frisch aus O bis NNO mit vielem Regen und 
irübem Wetter geweht hatte, am 9. Mai mit nordwestlich holendem Winde und 
aufklarender Luft vor die Mündung des Yangtse-Kiang. Kapt. Albrand berichtet 
weiter: „Die Strömung, die wir von Raleigh - Insel ab gehabt hatten, war nur 
gering gewesen. Um 9 Uhr morgens erblickten wir die Barren-Inseln in WzN 
1) Das feste weilse Feuer auf dem Südkap von Formosa wird zwischen den Peilungen 
SWzW und W1/S etwas durch das Land verdeckt, so dafs es in der ersteren Peilung nur in 15 
bis 20 Sm Entfernung gesehen werden kann. In einer nördlicheren Peilung kommt es voll in 
Sicht. Siehe „Verzeichnifs der Leuchtfeuer aller Meere“, Heft VIII, No. 319 (1899), und Findlay: 
„Indian Archipelago and China“, 1889, Seite 1111. 
2?) Vgl. vorstehenden Bericht.
	        
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