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Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1899.
4. Besondere Inanspruchnahme der Abtheilung für Küstenbeschreibung.
Die Inanspruchnahme der Abtheilung für Küstenbeschreibung von Seiten der
Kapitäne und Schiffsrheder war eine sehr rege. Wenn davon abgesehen wird,
hier im einzelnen darüber Bericht zu erstatten, so geschieht dies lediglich aus
dem Grunde, weil eine in’s einzelne gehende Berichterstattung zu vielen Raum
in diesem Bericht einnehmen würde, und andererseits einen wesentlichen Zweck
nicht haben könnte. Es soll dagegen in dem nächsten Jahresberichte, wenn die
Raths-Einholung und darauf Bezug habende Berichte etwas mehr definirt werden
können, auf die diesbezügliche "Thätigkeit im Berichtsjahre zurückgekommen
werden.
5. Die Kartensammlung.
Es wurde unablässig an der Vervollständigung der Kartensammlung der See-
warte gearbeitet. Wenn diese Vervollständigung zu einem gewissen Abschlusse ge-
kommen sein wird, was bei dem Schlufs des Berichtsjahres noch nicht der Fall
war, so soll ein besonderer Bericht darüber in dem 23. Jahresberichte der See-
warte erstattet werden. Hier soll nur noch eine Zusammenstellung über die aus-
geführten Karten-Korrekturen gegeben werden.
Die ausgeführten Korrekturen der Seekarten zeigt die folgende Uebersicht:
Titel
Anzahl
DEV | v | viva x
ı X 1 XI
XI x
' }
65] 77 [206 te |u07 a2: 88 | 47 34 1114/1641 93 | 59
! EN
Summe
L566
XII. Ueber die wissenschaftlichen Arbeiten, ausgeführt
unabhängig von den einzelnen Abtheilungen.
Von einer Berichterstattung über die wissenschaftliche Thätigkeit des Direktors,
sofern dieselbe als unabhängig von den einzelnen Abtheilungen angesehen werden
muls, wird hier Abstand genommen.
Ueber die übrigen von den einzelnen Abtheilungen unabhängigen Arbeiten
wird hier das Folgende berichtet:
Prof. Köppen konnte nur in den ersten Monaten des Berichtsjahres die im
vorigen Berichte erwähnten statistischen Arbeiten fördern, von denen die Unter-
suchung über das Verhältnifs von Beauforts Skala zur Windgeschwindigkeit nun-
mehr erschienen ist. Von Ende April an war der gröfste Theil seiner Zeit von
Studien und Versuchen zur Untersuchung der freien Atmosphäre mit Hülfe von
Drachen in Anspruch genommen.
Durch das Entgegenkommen der hiesigen Behörde erhielt die Seewarte für
diese Versuche ein Stück Hamburgischen Staatslandes auf fünf Jahre gegen eine
Rekognitionsgebühr überwiesen. Dieses Stück befindet sich im gröfßsten Wiesen-
komplexe, der noch in verhältnismäfsiger Nähe von der Seewarte vorhanden ist,
zwischen den Stadttheilen Eimsbüttel und Rotherbaum. Es ist zwar nur ein
schmaler Streifen an der „Schlankreye“ genannten unbebauten Strafse, die längs
des Isebeckkanals läuft; allein die Mitbenutzung des daranstofsenden kleinen
Exercierplatzes ist von der Militärverwaltung von vornherein freundlichst zu-
gesichert worden, und hinter diesem erstrecken sich nach drei Seiten hin freie