Dinklage: Nach Japan auf der Route östlich von Australien im April und Mai. 55
zusammen von 80° O-Lg nach Yokohama 67 und vom Südkap Tasmaniens nach
Yokohama 52 Tage. Wenn man bedenkt, dafs die mittlere Dauer einer Fahrt
von 80° O-Lg nach Yokohama durch die Allas- oder Ombai- und die Djilolo-
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Strafßse zur Zeit des vollen Nordostmonsuns 72 Tage beträgt,*) so mul das von
„Aldebaran“ auf dem so viel längeren Wege in der ungünstigeren Jahreszeit
erzielte Resultat jedenfalls als befriedigend erscheinen.
Der Verlauf der Reise auf der letzten Strecke östlich und nördlich von
Tasmanien, die am meisten interessirt, möge hier noch etwas genauer dar-
gestellt werden.
„Aldebaran“ kreuzte
147° O-Lg in 44,3° S-Br 1898 März 20
30° S-Br „ 163,2° O-Lg „ 27 nach 7 Tagen,
20° S-Br „ 162,8° O-Lg April 5 3
10° S-Br „ 164,3° O-Lg Wo
0° Breite „ 162,0° O-Lg
10° N-Br „ 159,8° O-Lg „27
20° N-Br „ 148,8° O-Lg » 27
30° N-Br , .37,9° O-Lg Mai 3 „ 6
und erreichte Yokohama „ u. 8 im Ganzen von 0° Breite in 23 Tagen.
Am Schlusse des Journals der Reise bemerkt Kapt. Bruns: „Ich habe
die eingeschlagene Route östlich von Australien (für die Jahreszeit) als die vor-
theilhafteste befunden.“
im Ganzen von 147° O-Lg in 29 Tagen,
Durch die Sunda- und die Karimata-Strafse indas SüdchinesischeMeer
und
der Nordspitze von Luzon an der Ostküste von Formosa
nach Norden.
Aus dem Bericht des Kapt. P. Albrand über die Reise des Vollschiffes „Osorno“ von New York
nach Shanghai. März bis Mai 1899.
Durch die Vermittelung des Herrn Navigationslehrers F. Raspe in
Rostock erhielt die Seewarte einen Bericht des Herrn Kapt. P. Albrand vom
Hamburger Schiff „Osorno“ über seine letzte Reise von. New York nach
Shanghai, der manche wissenswerthe Mittheilung und Bemerkung über die be-
nutzten Fahrwasser und die besuchten Häfen enthält. Im Nachstehenden ist das
den Schiffsführer hauptsächlich Interessirende dem Wunsche Albrands ent-
sprechend zur Veröffentlichung gebracht.
Das Schiff „Osorno“ verliefs mit einer Ladung von 72320 Kisten Petroleum
am 13. Dezember 1898 den Hafen von New York, schnitt den Aequator am
13. Januar 1899 nach 31, den Meridian von Greenwich am 6, Februar nach 24
und den von 80° O-Lg am 26. Februar nach 20 Tagen. Da in den ostasiatischen
Gewässern schon der Uebergang vom Nordost- zum Südwestmonsun zu erwarten,
nahm der Kapitän die Route nicht mehr durch die östlichen Durchfahrten, sondern
durch die Sunda-Strafse und die China-See, wobei der Eingang zur Sunda-Strafße
nach weiteren 14 Tagen am 12. März erreicht wurde. Die Reise bis dort, im
Ganzen von 89 Tagen Dauer, hatte einen ganz befriedigenden Verlauf genommen;
in der Folge ging es jedoch, wie die ungünstige Jahreszeit erwarten liefs, lang-
zamer, und hatte das Schiff viele Schwierigkeiten zu überwinden,
Durch die Sunda- und die Karimata-Strafse. Am 12, März um
6 Uhr abends sichteten wir die Prinzen - Insel und Java Head. Der Wind, der
schon von 12° S-Br ab als frischer Westmonsun geweht hatte, war‘ zur Zeit
steif und böig aus NW und blieb so die ganze Nacht hindurch. Wir passirten
Krakatau um 10 Uhr 30 Miputen und um 1 Uhr 30 Minuten nachts Anyer.
Bei Brabants Hoedje wurde es flau, und der Wind ging auf Norden; da auch
der Strom südlich setzte, mußten wir, um nicht wieder zurückzutreiben, auf 59 m
(33 Faden) Tiefe ankern.
\ Nach dem „Segelhandbuch für den Indischen Ozean“, Seite 696.