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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1899, 
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Aus dem vorliegenden Jahresbericht dürfte hervorgehen, dafs den Anfor- 
derungen, welche die Schiffahrt gegenwärtig an die Abtheilung II stellt, bei dem 
augenblicklichen Bestande des Personals nicht völlig entsprochen werden kann. 
Es steht zu hoffen, dafs eine Vermehrung des Personals sich bald möglich er- 
weist, weil sonst ein gewisser Theil der wichtigsten Arbeiten der Abtheilung, 
namentlich die Kompafs- und Deviations- Angelegenheiten, am Orte der Zentral- 
stelle mehr und mehr in Privathände übergehen mülste. 
IX. Bericht über die Thätigkeit der Abtheilung III. 
Pflege der Witterungskunde, der Küsten-Meteorologie und des Sturmwarnungswesens 
in Deutschland. 
OA 
Im Berichtsjahre wurde die Drucklegung des Jahrgangs 1898 der Meteorolo- 
gischen Beobachtungen im Systeme der Deutschen Seewarte durchgeführt (Jahr- 
gang XXI, resp. XXIII, der „Meteorologischen Beobachtungen in Deutschland“.) 
Dieser Jahrgang unterscheidet sich von dem vorhergehenden nur durch die Hinzu- 
fügung des I, Anhanges (Die Sonnenschein-Registrirungen an der Deutschen See- 
warte in den Jahren 1884 bis 1898.) 
In diesem Jahre (1899) fanden wieder einige kommissarische Berathungen 
über die Verbesserungen des wettertelegraphischen Dienstes statt, welche nahezu 
zum Abschlüsse führten. Hierüber wird die Direktion im Jahresberichte 1900 
ausführlich zu berichten haben.*) . 
Die Erhebungen und Verhandlungen über die Verbesserungen des Sturm- 
warnungswesens wurden im Berichtsjahre fortgesetzt. Auch hierüber. wird die 
Direktion im nächsten Jahresberichte Mittheilungen zu machen haben, Indessen 
sei schon jetzt bemerkt, dafs wesentliche Ergänzungen und Verbesserungen bevor- 
stehen, welche die Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens erheblich erhöhen 
dürften. 
Wettertelegraphie. 
IL. Einrichtung des wettertelegraphischen Verkehrs mit den meteorologischen Instituten 
und Stationen Europas. . 
Im Berichtsjahre wurden die Vorbereitungen gemacht, die Neuregelung des 
wettertelegraphischen Dienstes auch auf das nördliche und das nordwestliche 
Europa auszudehnen. Dabei haben sich wesentliche Schwierigkeiten nicht gezeigt, 
sodafs die Durchführung des. geplanten neuen Radial- Systems am Schlusse‘ des 
Berichtsjahres als nahezu gesichert angesehen werden konnte. Die . inländischen 
wettertelegraphischen Stationen erklärten alle ihre Bereitwilligkeit, .ihre Wetter- 
depeschen regelmäfsig rechtzeitig abzugeben. 
Die erste Depesche vom Brocken lief am 1. Mai ein, die letzte am 31. Oktober. 
MW. Tägliche Berichterstattung an das Publikum. 
Keine Aenderung. ; 
*) Schon jetzt sind wir in der Lage, zu bemerken, dafs am 1. Mai 1900 die Neuregelung 
des wettertelegraphischen Dienstes zur Durchführung kam und dafs derselbe jetzt zur vollen 
Zufriedenheit funktionirt, sodafs er dem amerikanischen Rundlauf-Systeme, was die Beschleu- 
nigung der Wetterdepeschen betrifft, nicht nachsteht,
	        
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