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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Dinklage: Nach Japan auf der Route östlich von Australien im April und Mai. 53 
Nach Japan auf der Route östlich von Australien im April und Mai. 
Reise des Vollschiffes „Aldebaran‘‘, Kapt. Chr. Bruns. 1898, 
Von L. E. Dinklage, - 
Es ist in den „Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie“ an ver- 
schiedenen Beispielen von Schiffen, die, nach Japan bestimmt, gleichzeitig auf die Reise 
gingen, aber auf dem letzten Theile des Weges verschiedene Routen einschlugen, nach- 
gewiesen, dafs in den meisten Fällen das Schiff, welches zur Zeit des Nordostmonsuns 
in den ostasiatischen Gewässern durch die östlichen Durchfahrten ging, gegen das, 
welches die Route östlich von Australien nahm, im Vortheil war.!) Soweit dieser 
Erfolg von freilich nur noch wenigen Schiffen als ausschlaggebend angesehen werden 
kann, bestätigt er die Zweckmäfsigkeit der im „Segelhandbuch für den Indischen 
Dzean“, Seite 680 u. a. O., gegebenen Anweisungen. Letztere machen in Bezug 
auf die grofse Ostroute nur eine Ausnahme für die Schiffe, welche 80° O-Lg 
beim Ablaufen der Länge im südlichen Indischen Ozean so spät als im März 
überschreiten. Für diese erscheint es rathsam, die Route Ost von Australien zu 
nehmen, weil hier im April der Südostpassat schon meistens wieder eingesetzt 
hat, während in den östlichen Durchfahrten, wo es die Uebergangszeit ist, Wind- 
stille und Mallung herrschen. In einer früheren Jahreszeit sollte man diese 
Route aber nicht einschlagen. Am meisten Vortheil bietet dieselbe bei einer 
Bestimmung nach Yokohama und für sehr grofse Schiffe, welche zu schwerfällig 
im Manövriren sind, um die leichten umlaufenden Winde der Jahreszeit in den 
engen Gewässern des Ostasiatischen Inselmeeres so, wie es sein mufs, ausnutzen 
zu können. Hinsichtlich der Route, die im Osten von Australien einzuhalten 
ist, gelten die im „Segelhandbuch für den Stillen Ozean“ auf Seite 900 und 
folgenden gegebenen Anweisungen für Reisen im Nordostmonsun von Australien 
nach China und Japan. Diesen zufolge sollte man nicht östlich, sondern westlich 
von Neu-Caledonien, zwischen dieser Insel und den westlicher gelegenen Bellona- 
und anderen Riffen, nach Norden gehen, dann die Durchfahrt zwischen der süd- 
östlichsten der Salomon - Inseln, San Christoval, und den Santa Cruz - Inseln 
hindurch nehmen, den Aequator in 160° Ost oder östlicher schneiden und 
schließlich, wenn man den Nordostpassat erfaflst hat, dem kürzesten Wege nach 
dem Bestimmungsorte folgen. 
Kapt. Bruns, der sich die erwähnten Anweisungen zur Richtschnur nahm, 
machte auf der eingeschlagenen Route eine ganz gute Reise. Das von ihm ge- 
führte Vollschiff „Aldebaran“ passirte, nachdem es Middlesborough am 6, De- 
zember 1897 verlassen, am 20. Dezember Lizard. Es hatte anfänglich längeren 
Anfenthalt durch stürmische südwestliche Winde; nachdem es nach zehn Tagen 
37° N-Br überschritten, fand es jedoch eine bessere Gelegenheit, und besonders 
wurde es dadurch begünstigt, dals es schon am 2. Januar auf 30° N-Br den steif 
einsetzenden Nordostpassat erhielt, der es in rascher Fahrt zum 10. nach 5° N-Br 
führte. „Aldebaran“ nahm die Route im Westen der Kapverden, holte südlich 
der Inseln aber wieder etwas Ost mit an, so dafs er auf 5° N-Br in 24,1° W-Lg 
zu stehen kam. Dies garantirte ihm eine sichere Stellung auf der Linie, welche 
das Schiff, nachdem es noch wieder sieben Tage Verzögerung durch Stille und 
Mallung erlitten hatte, mit dem auf 1,5° N-Br durchgekommenen Südostpassat 
am 18. Januar 1898 in 26,7° W-Lg erreichte. Von Lizard bis dort hatte es 
29 Tage gebraucht. 
Auch auf der zweiten Strecke, von 0° Breite bis 0° Länge, fand „Aldebaran“ 
keine besonders günstige Gelegenheit. Der Südostpassat zeigte sich freilich als 
kräftige Briese und war auch so raum, dafs das Schiff auf kurzem Wege, ohne 
über 32,8° W-Lg hinaus zu gehen, nach Süden gelangen konnte, doch gab es 
aufserhalh des Passatgebietes viel sehr schwachen und auch noch wieder südöst- 
lichen Wind, wodurch es dem Schiffe erschwert wurde, die bessere Verhältnisse 
versprechenden südlicheren Breiten anzuholen. Ein frischer Nordwind, der am 
11. Februar auf 37° S-Br‘ und 18° W-Ly einsetzte, brachte .das Schiff am 
* „Ann. d. Hydr. etc.“ 1891, S. 433, 1894, S. 188, 1898, S. 299 und 402, und 1899, S. 305.
	        
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