Aunalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1900.
einzelnen Ansteuerungsmarken bei den verschiedenen Formen und Umrissen, der
Inseln leicht zu erkennen sind.
Masanpho-Föhrde bietet einen vorzüglichen und sicheren Ankerplatz, selbst
für eine gröfsere Flotte mit tiefgehenden Schiffen; auch bei der ungünstigsten
Windrichtung, SzO, und erheblichen Windstärken wird in diesem beinahe ge-
schlossenen Wasserbecken keine nennenswerthe See aufkommen können. Die
Gezeitenströmung in demselben war so gering, dafs das Schiff fast immer auf dem
Wind lag.
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An der Westküste von Nipon und Yezo treibende Bambusstangen
und Baumstämme.
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Irene“, Kommandant Freg.-Kapt. Obenheimer. August 1899.
Am 15. August wurden an der Westküste Nipons in Entfernungen von 4
bis 5 Sm von der Küste Fischerzeichen angetroffen, welche aus grofsen Bündeln
von ziemlich starken Bambusstangen bestanden; weiter wurden am 20; August
starke mannsdicke, theilweise geschlagene, theilweise entwurzelte Baumstämme
von 30 Sm südlich der Strafe, welche zwischen Risiri-Insel und Yezo führt, bis
dicht vor derselben in großen Mengen treibend angetroffen, so dafs bei Nacht-
zeit die gröfste Vorsicht beim Passiren dieser Meerestheile geboten erscheint, da
die Bambusbündel und Stämme so stark sind, dafs sie leicht die Schrauben ge-
fährden können.
Durch die Kurosima-no-seto-Strafse nach Kobe.
Aus dem Reisebrricht S. M. S. „Deutschland“, Kommandant Kapt. z. S. Müller, Juni 1899.
Der Lootse, welcher durch Vermittelung des Konsulats in Kobe vorher
bestellt war, kam bei Rokuren-Fth. im eigenen Boot an Bord. Derselbe wählte
trotz der dunklen regnerischen Nacht und trotz zeitweise auftretenden Nebels
die Kurosima-no-seto-Strafse. Dieselbe wurde mit dem Strom genommen, Das
Steuern in derselben machte keine Schwierigkeiten. Die Strecke Rokuon bis
Kobe - Rhede wurde mit Umdrehungen für 9,5 bis 10 Sm in der Stunde in
24 Stunden zurückgelegt. Südwestlich von Wada misaki, ungefähr 4,5 Kblg. ab,
liegt der Quarantänedampfer verankert, bei welchem alle einkommenden Schiffe
stoppen müssen. Hier kamen der Quarantänearzt und Hafenkapitän an Bord. Von
einer Anweisung eines Ankerplatzes ist nicht die Rede. Der Hafenkapitän be-
schränkte sich darauf, zu sagen, dafs das Ankern im Fahrwasser nicht erlaubt sel.
Lothungen im Gelben Meere.
(Hierzu Tafel 3.)
Die Tiefenbestimmungen im Gelben Meere, welche in letzter Zeit durch
die Lotkungen S. M. Schiffe „Kaiserin Augusta“ im Dezember 1897 („Ann. d,
Hydr. etc.“ 1898, S. 148), „Deutschland“ im November 1898 („Ann. d. Hydr. etc.“
1899, S. 97), „Hertha“ und „Iltis“ im Juni 1899 („Ann. d. Hydr. etc.“ 1899,
S. 581) ausgeführt wurden, haben durch die neuen Lothungen von ©. M. S, „Iltis“,
Kommandant Korv.-Kapt. Lans, im September 1899 eine wesentliche Erweiterung
erfahren. Diese neuen Lothungen beziehen sich auf ein Gebiet, das etwas weiter
westwärts als das bisher untersuchte gelegen ist und für welches in der englischen
Admiralitäts - Karte No. 1262 — Tit. XI, 23 — zum Theil keine Tiefenangaben
sich finden. Insbesondere streifen die neuen Lothungen von S. M. S. „Iltis“
die nach dieser Karte vor der früheren Mündung des Hoang-ho gelegenen
grofsen Bänke. .
In der Tafel3 sind sämmtliche oben angeführte Lothungen wiedergegeben, und
zwar wie die früheren auf durchsichtigem Papier im Mafsstab der genannten Karte.